Bei „Bares für Rares“ steht ein rund 180 Jahre alter Korkenzieher zum Verkauf, der eine weite Reise hinter sich hat. ZDF

Es gibt Objekte bei „Bares für Rares“, die geben wirklich Rätsel auf. Was macht man zum Beispiel mit einem Pinsel an einem Korkenzieher? Dazu gleich mehr. Immerhin hat das gute Stück eine Wahnsinns-Anreise aus Südafrika hinter sich. Da weiß man kaum, was beeindruckender ist: Der Kandidat, der 13.000 Kilometer zurückgelegt hat, um einmal im ZDF zu sein? Oder doch der Wahnsinns-Preis, für den sein Korkenzieher über den Händlertisch geht.

„Im ersten Moment dachte ich, es hat etwas mit der Rasur des Herren zu tun. Aber das ist ja ein Korkenzieher. Jetzt brauchen wir einen absoluten Weinkenner, um zu erfahren, wofür der Pinsel ist“, ist „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter neugierig. Aber erst mal gibt es eine Vorstellungsrunde – Ordnung muss sein.

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„Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel nimmt den alten Korkenzieher genau unter die Lupe. ZDF

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„Ich vermute, ich habe die längste Anreise, die hier jemals jemand hatte. Ich komme aus Kapstadt. Da lebe ich seit 20 Jahren“, erzählt Kandidat Andreas Strutzberg. Er habe sich im Urlaub in das Land verliebt, dann seine Firma in Deutschland abgewickelt und sei für immer nach Kapstadt gezogen. Dort habe er ein Haus gekauft und darin auch diesen Korkenzieher gefunden.

„Bares für Rares“-Experte erklärt, was es mit dem Pinsel auf sich hat

Dieser stammt, laut „Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. „Wir haben hier einen Entwerfer, nämlich Edward Thomason. Der hat mehrere Korkenzieher entworfen. Und ein Korkenzieher muss ja auch immer einen Zweck erfüllen – dass das Korken ganz bleibt und möglichst leicht aus der Flasche herausgenommen werden kann. Thomason hat sich dieses System einfallen lassen“, beginnt der Fachmann seine Expertise.

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So funktioniert er also, der Korkenzieher, der bei „Bares für Rares“ verkauft werden soll – mit einem doppelten Drehmechanismus.  ZDF

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Es gibt ein innenliegendes Rechtsgewinde, dass man aufschrauben kann, um den Korkenzieher anzusetzen. Außen gibt es ein Linksgewinde. Die Glocke setzt man auf den Korken auf. Denn dreht man die Spindel in den Korken hinein, bis sie anschlägt. Dreht man dann weiter, greift das Linksgewinde und zieht automatisch den Korken gegen die Glocke nach innen hinein. „Schon ist der Korken herausgezogen, ohne dass ich Kraft aufwenden musste“, erklärt Detlev Kümmel die faszinierende Technik.

Und was hat es mit dem Pinsel am anderen Ende des alten Teils auf sich? „Früher waren die Korken nicht ganz dicht. Deshalb wurden die mit einem Wachssiegel abgedichtet. Auf der einen Seite vom Pinsel ist eine Art Dorn, damit drückte man auf den Wachs drauf und konnte ihn damit brechen. Und damit man das ganze auch noch wegpinseln konnte, gibt es eben den Pinsel“, meint Detlev Kümmel.

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13.000 Kilometer Anreise hat „Bares für Rares“-Kandidat Andreas Strutzberg hinter sich. ZDF

Das wusste selbst der Kandidat nicht. Wieder was gelernt. Es gibt ein Patent auf den Korkenzieher. Und es gibt ein Wappen auf ihm: Mit einem Löwen für England und einem Einhorn für Schottland und einer kleinen Harfe für Irland.

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Toller Zustand vom 180 Jahre alten Korkenzieher bei „Bares für Rares“

Gemacht wurde der Korkenzieher von Heeley & Sons. „Korkenzieher von dieser Manufaktur sind extrem beliebt“, weiß der „Bares für Rares“-Experte über den Hersteller, der eine richtige Sammelleidenschaft mit seinen Exemplaren ausgelöst habe.

„Der Zustand ist super. Wir haben wertige Materialien: Wir haben Eisen, wir haben die Glocke aus Bronze. Die innen liegende Spindel ist aus Messing. Der Griff ist nicht gebrochen, der Pinsel aus Schweinsborsten“, verrät Detlev Kümmel noch. Und schon geht es an die Preisfindung.

„Unter 500 Euro würde ich ihn ungern weggeben. Aber die Schmerzgrenze sind 250 Euro“, erklärt Kandidat Andreas Strutzberg. Das klingt ja mal nicht wenig für einen Korkenzieher. Ist das alte Stück das wirklich wert?

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Der Korkenzieher bei „Bares für Rares“ hat ein beeindruckendes Wappen eingraviert. ZDF

„Solche Korkenzieher sind sehr gefragt. Genau dieses Modell war aber sehr beliebt und es gab eine große Stückzahl. Aus diesem Grund ist er nicht ganz so hoch im Kurs. Aber wegen seines tollen Zustandes setze ich bei 300 bis 400 Euro an“, meint Detlev Kümmel.

„Der Rest liegt im Verhandlungsgeschick“, meint „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter und reicht die Händlerkarte hinüber. Dann mal los …

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„Das ist wirklich hoch-dekorativ“, schwärmt David Suppes, als er den Korkenzieher genauer anschaut. „Aber auch funktionsfähig“, grätscht Elke Velten rein. „Ich stelle mir den trotzdem an einer Wand in einer guten Weinstube vor“, meint ihr Kollege. Das klingt nach Begeisterung und Begeisterung ist immer förderlich für einen guten Verkauf.

„Bares für Rares“-Händler bieten in utopische Höhen

Walter „Waldi“ Lehnertz startet das Bietergefecht mit 80 Euro. David Suppes erhöht direkt auf 200 Euro. Steve Mandel wirft 250 Euro in den Raum und Markus Wildhagen bietet 300 Euro an. Nur Elke Velten ist nicht dabei. Es geht hin und her.

Bei 550 Euro hakt Walter „Waldi“ Lehnertz bei den Kollegen kurz nach: „Ihr wisst schon, dass das nur ein Korkenzieher ist?“ Wissen sie. Aber auch Weinflaschen kann man ja mit Stil aufmachen, finden sie.

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750 Euro zahlt „Bares für Rares“-Händler Markus Wildhagen für den alten Korkenzieher. ZDF

Erst bei 720 Euro von Markus Wildhagen ist endgültig Schluss. Der Kandidat verhandelt noch einmal nach, schlägt sogar noch 750 Euro raus. Was für ein toller Deal!

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