Diese nackte Frau will bei „Bares für Rares“ einen neuen Liebhaber finden. ZDF

Dass Männer keine Lust mehr auf die immerselbe Frau in ihrer Wohnung haben, soll ja vorkommen. Nach 25 Jahren Zweckgemeinschaft hat auch Thomas Miebach die Schnauze voll von dieser Nackten. Er trägt sie kurzerhand zu „Bares für Rares“. Hier wird er sie ganz sicher los. Fragt sich nur, zu welchem Preis. Soviel sei schon mal verraten: Das Bietergefecht im Händlerraum ist schon in vollem Gange, da schockiert Daniel Meyer plötzlich alle! Doch das ist ihm scheinbar egal.

„Die Figur stand 25 Jahre bei mir zu Hause in allen Ecken rum und nun wird es Zeit, dass die jemand anderen erfreut. Ich habe sie lange genug betrachten müssen“, lacht Thomas Miebach. Er habe sie geerbt. Die Oma seiner verstorbenen Frau ist vor 25 Jahren ebenfalls verstorben. Beim Verteilen des Erbgutes blieb die nackte Frau übrig. „Ich wollte eigentlich eine alte Transportkiste aus dem 16. Jahrhundert haben. Aber die hat jemand anderes genommen. Und dann ist die Figur übrig geblieben und ich habe gesagt: ‚Okay, dann nehmen wir die.‘“

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„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Golz ist ganz beeindruckt von der Akt-Bronze. ZDF

Jetzt hat sich der Kandidat aber sattgesehen. Die riesige Bronze muss ausziehen. Vorher muss sie allerdings erst einmal von „Bares für Rares“-Kunstfachmann Colmar Schulte-Golz begutachtet werden. „Eindrucksvoll, oder“, staunt der, als Moderator Horst Lichter feststellt, dass die Bronze eher nichts für den Schreibtisch ist.

„Ungewöhnlich“ findet „Bares für Rares“-Experte die Figur

Aber was ist das nun – Akt oder nackt? „Zwei Zustände, die wir wirklich gut kennen. Aber nackt kann jeder, Akt ist das Ideal. Es ist der Körper, an dem nichts stört, was zum jeweiligen Zeitpunkt und Schönheitsideal gehörte. In diesem Fall haben wir eine Bronze-Plastik von beeindruckender Größe, die eine unbekleidete Figur zeigt. Sie ist ein Akt“, klärt der Experte als erstes die Frage nach der Optik.

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Die Figur, die auf einem Sockel steht, hat ein Standbein. Sie nimmt beide Arme nach oben. Ihre Geste deutet darauf hin, dass sie mit jemandem kommunizieren möchte. „Ungewöhnlich ist, dass diese Figur einen geöffneten Mund hat und sich damit auf den Betrachter sehr bewusst bezieht. Meist sind Akte zurückhaltend. Meist sind die Augen niedergeschlagen. Meist sind es Gesten, die eher körpernah sind. Aber so etwas Ausholendes ist gerade bei Frauen-Darstellungen sehr, sehr selten“, erklärt Colmar Schulte-Golz.

Auf dem Sockel ist der Künstler verewigt: Wilhelm Martini. Seine Hauptschaffenszeit fällt in die zwanziger und dreißiger Jahre. Der Frisur nach zu urteilen ist die Dame auch da geschaffen worden. Einen Gießereistempel gibt es nicht. Grobe Beschädigungen auch nicht. „An den Fingerspitzen ist die Patina aber etwas abgerieben. Da gab es viele, die das angefasst haben“, meint der „Bares für Rares“-Experte.

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Am „Bares für Rares“-Expertentisch wird über die nackte Schönheit gefachsimpelt.  ZDF

2500 Euro hätte der Kandidat gern für sein Kunstwerk. „Tatsächlich sind Bronzefiguren – noch dazu von Akten – extrem gut verkäuflich. Meine Expertise beläuft sich auf 2500 bis 3000 Euro“, stimmt Colmar Schulte-Golz voll zu. „Und wenn du richtig Glück hast, entbrennt hinten ein Bietergefecht vom allerfeinsten. Dann solltest du das einfach nur genießen und zuhören“, gibt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter dem 63-Jährigen noch mit auf den Weg.

Bietergefecht im „Bares für Rares“-Händlerraum

Im Händlerraum hält zunächst Daniel Meyer noch einen kleinen Zusatzvortrag über die Figur. „Außergewöhnlich“, sagt er. „In dieser Epoche war Bronze selten. Die Größe und die Art – das ist ziemlich… Ich glaube nicht, dass das eine hohe Auflage war.“

„Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer ist vom ersten Augenblick an verliebt in die nackte Frau. ZDF

Auch Fabian Kahl ist begeistert, fragt nach, ob es dazu noch einen Mann gab. Gab es nicht. „Sie soll vielsagend jemanden erwarten oder mit jemandem diskutieren“, erklärt der Kandidat. Fabian Kahl startet mit 600 Euro – das ist sein Einstiegsgebot. Lisa Nüdling bietet 700 Euro an. Auch Thorsden Schlößner hat Interesse. Roman Runkel bietet ebenfalls mit. Es sieht ganz danach aus, als käme es tatsächlich zum Bietergefecht.

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Fabian Kahl erhöht auf 1000 Euro. Und dann ... macht Daniel Meyer einen gewaltigen Sprung: „Ich sage 2000 Euro.“ Damit schockiert er seine Kollegen, die das nicht fassen können. Da ist nur noch Fabian Kahl dabei. Bei 2500 Euro ist aber auch der raus. Daniel Meyer bekommt den Zuschlag.

Der Verkäufer ist zufrieden. „Supergut, 2500 Euro, obwohl es so schleppend angefangen hat. Jetzt kann ich mein Auto reparieren lassen, essen gehen und werde noch mit meinem Freund eine Kiste Bier leer machen“, sagt er grinsend. Wenn das mal nicht nach einem Super-Plan klingt.

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Für 2500 Euro kauft „Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer die Bronze-Figur. ZDf

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.