Dieser mächtige Ring sucht bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer. ZDF

Wie heißt es immer so schön: Der wahre Wert von Menschen und Diamanten zeigt sich, wenn man sie aus der Fassung bringt. Die Frage bei diesem funkelnden Schmuckstück, das Kandidat Bernhard Dolde mit zu „Bares für Rares“ gebracht hat, ist nur, wer ist schneller fassungslos? Denn der Preis, den der 75-Jährige für seinen Ring bekommt, ist wirklich der Wahnsinn. Dass er als solches die Händler aber gar nicht interessiert hat, ist noch viel verrückter.

Vor dem Verkauf steht aber die Expertise an. Wie wertvoll ist das gute Stück? Welchen Preis kann es einbringen? Und was muss man unbedingt darüber wissen? Alles Fragen, die „Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz gern beantwortet.

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„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz nimmt den mächtigen Ring unter die Lupe. ZDF

„Das ist eine echte Handarbeit, ein Unikat. Das hat ein Goldschmied komplett von Hand gearbeitet“, legt die Fachfrau gleich mal los. Der Ring glänzt in dreifarbigem Gold. Es gibt eine kleine Galerie unter den Fassungen in Rotgold. Die Ringschiene ist aus 585er-Gelbgold.

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Mächtiger 2-Karat-Ring bei „Bares für Rares“

Die Steine sind standesgemäß in Weiß gefasst, damit die Farbe möglichst schön aussieht. „Das war für diese Steine besonders wichtig, weil sie schon einen Gelbstich haben. Sie sind getönt. Das hätte man durch eine Gelbgold-Fassung noch mehr betont“, verrät Wendela Horz.

Den Entstehungszeitraum schätzt die Expertin auf die 1930er-Jahre. „In den 30er-Jahren waren die Ringe, die quer über den Finger laufen, sehr beliebt. Davor gab es viele Ringe, die längst auf dem Finger saßen. Und fasst nimmt er die Cocktailform der 40er- und 50er-Jahre schon vorweg“, erklärt die Schmuckfachfrau.

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„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz verrät, dass es sich um Zwei-Karat-Diamanten handelt. ZDF

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Es handle sich um einen relativ großen Ringkopf. Neben den Schultern gibt es jeweils vier kleine Single-Cuts. Das Wichtige sind aber die zwei großen Steine in der Mitte. „Die habe ich lange vermessen und man kommt ein bisschen schlecht ran. Man kann das Gewicht nur in etwa schätzen. Es liegt pro Stein bei vermutlich knapp unter einem Karat“, meint die „Bares für Rares“-Expertin.

Die Reinheit der Edelsteine sei gar nicht schlecht. Es gebe einige kleine Verschmutzungen von unten, die man schlecht sauber bekommt, die sich aber leider spiegeln. „Man sieht den Fleck dann ja nicht einmal, sondern durch die Reflektion innerhalb des Steins sieht man sie dann mehrfach“, weiß Wendela Horz.

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„Bares für Rares“-Expertin: Gut, dass der Ring nicht gereinigt wurde

Trotzdem sei es gut gewesen, dass der Kandidat nicht versucht habe, den Ring zu reinigen. „Das sollte wirklich ein Fachmann machen, nicht, dass noch ein Stein rausfällt.“

Apropos Stein: „Der Schliff ist noch kein idealer Brillantschliff. Die Steine haben ein sehr schönes Erscheinungsbild und sehen wirklich toll aus“, schwärmt die Frau, die es wissen muss.

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Der Ring bei „Bares für Rares“ ist ein echtes Unikat. ZDF

„Ich glaube, das Erbe war gar nicht so schlecht“, munkelt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter. Was möchte der Kandidat denn dafür haben? „Meine Frau hätte gern 3000 Euro“, kommt die Antwort prompt. Ist dieser Preis gerechtfertigt?

„Aufgrund des wirklich guten Gesamteindrucks gehe ich auch wirklich höher, als wenn man die Materialien einzeln bewerten würde. Ich finde die 3000 Euro realistisch und würde bis 3500 Euro sagen“, meint Wendela Horz. Und was meinen die Händler?

„Wenn ich die Ringform sehe, denke ich nur: naja“, sagt Elke Velten. Dabei ist doch genau sie es, die potenziell als Käuferin des Ringes am ehesten infrage kommt. Gut, dass sie schon eine Idee hat. „Wenn ich die Steine sehe, denke ich sofort an Ohrschmuck“, meint sie.

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Die „Bares für Rares“-Händler sind begeistert von den Steinen, aber nicht vom Ring selber. ZDF

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„Ich würde sie auch ausbauen. Der Ring ist nicht gut genug für solche Steine“, pflichtet ihr Fabian Kahl bei. „Wie heißt es immer so schön: Der wahre Wert von Menschen und Diamanten zeigt sich, wenn man sie aus der Fassung bringt“, gibt Steve Mandel zum Besten.

Dann wäre das ja schon mal geklärt.

„Bares für Rares“-Händler haben Visionen mit dem Ring

Mit 1500 Euro startet Wolfgang Pauritsch das Bietergefecht. Fabian Kahl, David Suppes und Elke Velten sind dabei. Es geht wild hin und her. „Es sind leider keine Einkaräter. Das ist ein bisschen undankbar. Die Leute, die bereit sind so viel Geld auszugeben, wollen meist auf das Karat vollmachen“, meint David Suppes.

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„Bares für Rares“-Händlerin Elke Velten kauft den Ring für 4100 Euro. ZDF

Die oberste Schätzung ist schon überboten. „Es geht hier gar nicht um den Ring, es geht nur um die Steine“, gibt Fabian Kahl zu. Es wird philosophiert, was welcher Händler wohl daraus machen würde. Einige haben schon Visionen.

Elke Velten bietet 4000 Euro. Da können David Suppes und Co nur staunen. Der Verkäufer ist natürlich total begeistert. Aber ein bisschen Handeln geh da noch. Auf 4100 Euro treibt er das Gebot noch hoch. Wahnsinn!

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.