Bei „Bares für Rares“ stehen diese Jugendstil-Vasen zum Verkauf. ZDF

Als würden rohe Eier darin liegen, marschiert das Ehepaar Zita und Ulrich Kantus mit einem hübsch geflochtenen Picknickkorb zu „Bares für Rares“. Nun lassen sich Eier aber schlecht in viel Geld umwandeln. Das, was die beiden aber zu bieten haben, ist es wert, besonders darauf zu achten. Schon die Expertise zu ihren zwei Schätzchen haut die Noch-Besitzer um. Doch was im Händlerraum bei „Bares für Rares“ passiert, ist wirklich unglaublich.

Dr. Bianca Berding nimmt die zwei Vasen, die das Ehepaar mitgebracht hat, genau unter die Lupe. „Sie sind sehr schön, weil sie in der Form sehr individuell gestaltet sind, aber auch weil die Oberfläche sehr, sehr schön polychrom staffiert ist“, schwärmt die Expertin.

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„Bares für Rares“-Expertin Dr. Bianca Berding begutachte und bewertet die Vasen für die Verkäufer. ZDF

Um die beiden Vasen winden sich jeweils Disteln. Die Stängel sind als Henkel gestaltet. Besonders auffällig sei die irisierende Glasur. „Das nennt man Lüster“, erklärt die „Bares für Rares“-Fachfrau. „Das kommt vom lateinischen lustrare, bedeutet also hell und leuchtend. Das wird schon seit dem 9. Jahrhundert angewandt.“

„Bares für Rares“-Expertin übertrifft den Wunschpreis

Das Material sei Weichporzellan. Das würde weniger heiß gebrannt werden, meint die Expertin. So bleiben die Farben und Kontraste besser erhalten. Der Stil ist Jugendstil, die Vasen entstanden um 1900.

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Hergestellt wurden sie im Böhmischen, genauer gesagt bei RSTK-Amphora-Werke, einer Porzellanmanufaktur in Turn-Teplitz. „Die Firma ist sehr schnell bekannt geworden, weil sie industrielle Kunstkeramik geformt hat. Dadurch konnten sie schnell Filialen in den internationalen Großstädten aufmachen – auch in Berlin“, erklärt Dr. Bianca Berding.

Die Vasen, die bei „Bares für Rares“ zum Verkauf stehen, sind beschädigt. Es fehlen einige Kügelchen. ZDF

Der Zustand der Vasen sei gut, aber auf den zweiten Blick gibt es kleinere Schäden. An beiden Mündungsrändern fehlen an der gleichen Stelle ein paar Kügelchen, an den Distelblättern gibt es Abplatzungen. „Aber das sind Kleinigkeiten, die fallen nicht weiter ins Gewicht“, schätzt die Expertin.

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Mit 500 Euro nennt Ulrich Kantus dann den Wunschpreis für die zwei kleinen Vasen. Eine stolze Summe, die sich der Rentner vorstellt. Wie schätzt das die Expertin ein? Auf Grund der Bekanntheit der Amphora-Werke setzt sie sogar noch einen drauf. „Ich bin bei 700 bis 800 Euro“, meint die „Bares für Rares“-Fachfrau. Nun müssen die Kandidaten nur noch die Händler von solch einem Hammer-Preis überzeugen.

„Bares für Rares“-Kandidaten verhandeln geschickt

„Das ist aber eine wunderschöne florale Arbeit“, staunt Daniel Meyer, der als erster Händler die Prunkstücke genauer begutachtet. „Ganz filigran.“ Das klingt doch nach einem gewissen Kaufinteresse. Aber was bringen die Erbstücke nun?

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„Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer ist schockverliebt in die Vasen. Den Zuschlag bekommt aber ein anderer. ZDF

400 Euro sind der Einstiegspreis von David Suppes. Zwischen ihm und Daniel Meyer geht das Bietergefecht hin und her. Den Expertisenpreis wollen die Eheleute auch auf Nachfrage lieber nicht herausrücken. Schnell ist Daniel Meyer bei 1000 Euro. Bei 1050 Euro, geboten von David Suppes, geht er aber nicht mehr mit. „Der Expertisenpreis ist erreicht und leicht überschritten“, gibt Ulrich Kantus nun bekannt. David Suppes bekommt den Zuschlag.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.