Zu Gast als Kandidat bei „Bares für Rares" ist in der XXL-Sendung auch Jörg Pilawa. ZDF

„Das habe ich schon mal gesehen. Das gab es im Baumarkt bei den Plakaten“, sagt Moderator Horst Lichter, als er das Mitbringsel von Jörg Pilawa sieht.

„Ich durfte als Kind samstags anstatt in den Zoo auf Trödelmärkte gehen“, erklärt der berühmte Kandidat seine Sammelleidenschaft. Die Karte, die er in die Sendung mitgebracht hat, habe er vor wenigen Jahren im Nachlass seines Vaters entdeckt.

Bei „Bares für Rares" soll diese Weltkarte einen neuen Besitzer finden. ZDF

Sie ist von  Frederick de Wit, wurde ursprünglich mit Kupferplatten gedruckt und dann handkoloriert. So viel weiß Jörg Pilawa schon. Nun hofft er auf mehr Infos aus der Expertise. Der „Bares für Rares“-Fachmann für antike Schätze, Detlev Kümmel, bewertet die Weltkarte.

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„Bares für Rares"-Experte erklärt die Besonderheiten

„Man sieht die beiden hemisphärischen Halbkugeln, wir haben den Nord- und den Südpolarkreis als eigene Ansicht und dann schauen wir auf das Bild als solches: Die Bilder sind nicht nur schön gefertigte Kupferstiche, sind auch Allegorien“, erklärt der Experte. Die vier Jahreszeiten sind zu sehen. Und – das fällt, wenn überhaupt, beim zweiten Blick auf – auch die Sternzeichen. Er zeigt die Fische (sein Geburts-Sternzeichen), den Steinbock (für Horst Lichter) und die Jungfrau (für Jörg Pilawa).

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„Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel ist schwer beeindruckt von der Weltkarte, die zum Verkauf steht. ZDF

„Diese Karte ist so bekannt und so beliebt, dass es sie immer noch als späteren Nachdruck gibt und es gibt sie als Fototapete“, grinst Detlev Kümmel den „Bares für Rares“-Moderator an, der sie aus dem Baumarkt kennt.

Was Jörg Pilawa noch wichtig ist: Auf der Karte sieht man schon Neuseeland im Anschnitt. In Anbetracht des Jahres, in dem sie entstand (um 1680), ist das beachtlich. Es ist die vielleicht frühste Darstellung des kleinen Landes hinter Australien. Außerdem ist Kalifornien als Insel zu sehen. „Man muss sich das mal vorstellen: Die Kartenmacher hatten nie die Möglichkeit, die Welt mal gesehen zu haben. Die sind ja aus Amsterdam nie herausgekommen. Die haben in ihrem Kämmerlein die Karten gemacht ohne die Welt jemals gesehen zu haben“, erklärt der Quizmaster. „Das finde ich unglaublich.“

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Bleibt vor der Preisfindung noch die Frage nach dem Zustand. „Die Qualität das Druckes ist wirklich sehr, sehr gut. Das Papier ist nicht mehr perfekt, aber auch noch in einem sehr guten Zustand. An zwei Stellen wurde das Papier restauriert. Außerdem gibt es einen kleinen Riss und minimale Lagerspuren. Aber das ist für dieses Alter absolut vertretbar“, meint der „Bares für Rares“-Experte. Das klingt doch schon mal sehr vielversprechend.

Jörg Pilawa will hohen Preis von den „Bares für Rares"-Händlern

3000 Euro hätte Jörg Pilawa nach diesen lobenden Worten nun noch gern für sein altes Schätzchen. „Wenn du einen Liebhaber findest, der sie haben will, der zahlt dafür fast alles“, meint er. Aber 3000 Euro? Das klingt verdammt viel. Ist das realistisch? „Der Druck ist prachtvoll, die Farben sind hervorragend,  ich bin hier bei 5500 bis 6500 Euro“, erklärt Detlev Kümmel. Wow! Das ist noch einmal doppelt so viel wie der hohe Wunschpreis.

Und was sagen die Händler? Die sind erst einmal erstaunt über den berühmten Kandidaten. Und der sagt erst mal, was er vermutlich immer schon mal sagen wollte, weil er es selbst ständig zu hören bekommt. „Ich kenne euch ja sonst nur aus dem Fernsehen“, wirft er den lachenden „Bares für Rares“-Händlern entgegen. „Sie haben ja was Gescheites mitgebracht“, entgegnet Walter „Waldi“ Lehnertz.

Bei „Bares für Rares" kann Jörg Pilawa viel über seine Weltkarte erzählen. ZDF

„Ja, das habe ich. Und ich bin gespannt, was ihr jetzt sagt. Ich habe ja immer gedacht, ihr wisst vorher alles. Aber ihr wisst ja wirklich gar nichts“, poltert es aus Jörg Pilawa heraus. „Wir haben keine Ahnung“, grinst Daniel Meyer und schüttelt den Kopf. „Ich liebe es, wenn ein Verkäufer hier reinkommt und sagt: Ihr wisst ja gar nichts. Sehr schön“, muss auch Wolfgang Paurtisch schmunzeln. Denn ganz so ahnungslos sind die Händler natürlich nicht.

Daniel Meyer gibt zum besten, was er über die Karte weiß. Das ist nicht wenig. Aber er sagt auch: „Leider werden Grafiken heute nicht mehr so hoch gehandelt. Ich fange mit 300 Euro an.“ Ups! Das ist dann aber doch ziemlich daneben. Bei 650 Euro steigt Walter „Waldi“ Lehnertz ein. Die Expertise wollen die Händler zunächst nicht wissen. „Das fände ich jetzt unsportlich“, meint Daniel Meyer. Ob er ahnt, wie weit die Gebote von der Schätzung entfernt sind?

„Bares für Rares"-Händler liegen voll daneben

Bei 750 Euro spricht Wolfgang Pauritsch von „stolzen Geboten“ und Walter „Waldi“ Lehnertz schätzt, „wir haben die Expertise erreicht“. Sie bieten trotzdem erst mal weiter. Und fragen bei 1500 Euro doch nach der Expertise. Zur Erinnerung: Die lag bei 5500 bis 6500 Euro.

„Bares für Rares"-Händler Walter „Waldi“ Lehnertz kauft Jörg Pilawa seine Weltkarte  ab. ZDF

Wow! „Da lag ich voll daneben“, gibt Wolfgang Pauritsch zu. Aber so richtig einig, was sie von der Weltkarte halten sollen, sind sich die potentiellen Käufer nicht. Während die Männer begeistert sind, sind die Damen eher geschockt über die Gebote. „Überlege mal, wie viele Diamanten man dafür bekommen kann“, wirft Lisa Nüdling ihrer Kollegin Susanne Steiger zu.

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„Aber was Dekoratives und Schöneres gibt es ja wohl nicht“, meint Daniel Meyer. Auch Walter „Waldi“ Lehnertz ist geschockt. „Ich habe echt gedacht, wir sind schon bei richtig guten Geboten“, sagt er zögerlich. Jörg Pilawa muss lachen. „Sie sind hier reingekommen und haben gesagt: ‚Ihr habt ja keine Ahnung‘“, erinnert sich Wolfgang Pauritsch. „Dieses Mal stimmt das ja wirklich“, gibt er zu.

Riesen-Spende dank „Bares für Rares"-Deal

Jetzt gehen die Gebote schneller hoch. Fabian Kahl ist dabei, Wolfgang Paurtisch auch. Bei 5000 Euro steigt plötzlich auch Walter „Waldi“ Lehnertz wieder ein: „Ach was solls, jetzt bin ich so hoch gegangen, jetzt kann ich auch weitermachen. Ich mach den Sack zu und sag 6500 Euro.“ Doch Fabian Kahl bietet weiter mit. 6680 Euro ist dann das letzte Wort vom 80-Euro-Mann aus der Eifel. Er bekommt am Ende den Zuschlag, obwohl er eigentlich bei 1500 Euro aufhören wollte zu bieten. „Auf die paar hundert Euro kommt es doch auch nicht mehr an“, lacht Kollegin Susanne Steiger.

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Grund zur Freude hat auch Jörg Pilawa. 6680 Euro bekommt er für eine Weltkarte, für die er 3000 Euro haben wollte. Das Geld will er spenden: an die Kinder- und Jugend-Rheumaklinik in Garmisch.

Jörg Pilawa freut sich, bei „Bares für Rares" so viel Geld für seinen alten Schatz bekommen zu haben und will das Geld spenden. ZDF

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.