„Bares für Rares“-Experte Alber Maier testet das uralte Fernrohr. ZDF

Ungefähr 200 Jahre alt schätzt Sabrina Grunwald (54) aus Reutlingen ihr antikes Mitbringsel, dass sie in der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ gern verkaufen möchte. Viel mehr weiß sie über das gute Stück nicht. Entsprechend überrumpelt ist sie auch, als der Experte plötzlich einen Mega-Preis dafür veranschlagt. Lesen Sie mal, was die Konditorin mit italienischen Wurzeln für ihr Erbstück bekommt.

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„Bares für Rares“-Experte Albert Maier ist schon mal verzückt. Sofort probiert er das Fernrohr aus, nimmt damit jedes Studio-Detail genau unter die Lupe. „Das steht dir aber gut“, meint Moderator Horst Lichter. „Siehst ein bisschen aus wie Jack Sparrow“, findet er.

„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter staunt nicht schlecht, was sein Experte alles über das Uralt-Fernrohr weiß. ZDF

Das Fernrohr habe dem Opa ihres Mannes gehört, berichtet die Kandidatin. Es sei ein Erbstück, seit 20 Jahren lag es auf der Fensterbank. „Dann habe ich zufällig gesehen, dass Namen eingraviert sind. Die habe ich dann im Internet eingegeben und gesehen, dass das mindestens 200 Jahr alt sein muss.“

„Bares für Rares“-Experte: „Das ist kein normales Fernrohr“

Da hakt der Fachmann natürlich gleich ein. „Sie haben vollkommen Recht. Es ist ca. 200 Jahre alt, Ihr dreizügiges Fernrohr. Es ist auf den ersten Blick typisch 19. Jahrhundert. Aber die Namen geben Aufschluss: Joseph Utzschneider, Georg Reichenbach und Joseph Fraunhofer. Als Ort steht Benediktbeuern drauf, dort war früher ein sehr bedeutendes Kloster“, erklärt Albert Maier. Die drei Herren hätten das Kloster damals gekauft und eine Fabrik daraus gemacht. Eine Glasschmelze und Werkstätten für Messinstrumente.

Bei „Bares für Rares“ steht ein achromatisches Fernrohr von Fraunhofer zum Verkauf. ZDF

„Das interessante ist, dass das kein normales Fernrohr ist“, erzählt der Experte weiter. „Man nennt dieses Fernrohr achromatisches Fernrohr. Das kommt aus dem griechischen und heißt farblos. Fernrohre aus dem 18. Jahrhundert waren nie glasklar, nie waren die Sachen deutlich zu erkennen. Aber Herr Fraunhofer hat dieses Fernrohr erfunden und das war eine Innovation.“

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Zur Seefahrt, militärisch auf dem Feld, zur Jagd – Einsatzgebiete gab es für das gute Stück zur Genüge. Der Zustand ist sehr schön. Sogar der Verschluss für das Objektiv ist vorhanden. Bis auf eine kleine Absplitterung an der Linse gibt es nichts zu bemängeln.

200 Euro hätte die Verkäuferin gern für ihr schmuckes Stück. „Oder 250 Euro – das wäre ein Träumchen“, sagt sie. Dem kann Albert Maier aber nicht zustimmen. „Was wäre bei 400 bis 600 Euro“, sagt er. Sabrina Grunwald ist aus dem Häuschen. Natürlich darf sie zu den Händlern.

Dieses achromatische Fernrohr ist auch bei „Bares für Rares“ eine absolute Rarität. ZDF

„Bares für Rares“-Kandidatin erweist sich als Verhandlungskünstlerin

Dort erzählt sie gleich mal alles, was sie sich aus der Expertise behalten hat. Das macht Eindruck bei den „Bares für Rares“-Händlern. Der Einstiegspreis von Walter „Waldi“ Lehnertz ist dafür aber ein bisschen enttäuschend: 80 Euro bietet er. Bei 200 Euro von Jan Cizek sind alle anderen raus. Aber die Verkäuferin stellt klar: „Meine Schmerzgrenze liegt bei 400 Euro.“ Und tatsächlich: In einer harten Verhandlung leiert sie Jan Cizek diese 400 Euro aus den Rippen. Dafür, dass kein anderer auch nur die Hälfte zahlen wollte, eine starke Sache.

„Ich bin sowas von glücklich“, gibt sie hinterher zu. Zur Erinnerung: Erhofft hatte sie sich ursprünglich die Hälfte.

„Bares für Rares“-Händler  Jan Cizek zahlt der Verkäuferin 400 Euro für das Fernrohr. ZDF

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Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.