„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter mit seiner Expertin Bianca Berding. Screenshot ZDF

Na das ging ja gut los! Diese Erfolgsgeschichte bei „Bares für Rares“ begann mit einer echten Schrecksekunde! Denn als Kunsthistorikerin Dr. Bianca Berding das aktuelle Exponat – eine Puderdose – untersuchte, war ein lautes Knacken zu hören. Doch zum Glück war das gute Stück noch intakt – und brachte den Verkäufern deutlich mehr ein, als sie erwartet hatten.

„Bares für Rares“: Das ist gerade noch einmal gut gegangen

„Oh, hast du was kaputt gemacht“, fragte „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter, der just in dem Moment ins Bild kam, als seine Expertin Bianca Berding das laute Knacken bei der Puderdose verursachte. „Fast“, sagte die. „Aber ist gut gegangen.“ Denn der Kunsthistorikerin war der Deckel der Puderdose auf einmal zugeklappt, als sie gerade mit ihrer Lupe zugange war. Das noch alles in einem Stück war, dürfte nicht nur Horst Lichter beruhigt haben, sondern auch Margret und Rolf Giesa aus Lünen, die das gute Stück mit zu „Bares für Rares“ gebracht hatten.

„Ich habe die Dose vor ungefähr zehn Jahren von meinem Onkel bekommen. Er hat mir aber leider nichts dazu erzählt und ist inzwischen verstorben“, erklärte Margret. Da sie sie nicht benutze, würde sie gerne einen Käufer dafür finden, sagte sie im „Bares für Rares“-Interview. Zuvor würde sie aber gerne noch mehr über die Dose wissen – und da kam wieder „Bares für Rares“-Expertin Bianca Berding ins Spiel. Die hatte sich von ihrer kleinen Schrecksekunde längst erholt und ging gekonnt zur Expertise über.

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Margret und Rolf Giesa aus Lünen stellen bei BMargret und Rolf Giesa aus Lünen stellen Horst Lichter und Bianca Berding bei „Bares für Rares“ ihre Puderdose vor.ares für Rares ihre Puderdose vor. Screenshot ZDF

Die Kunsthistorikerin wusste gleich zu berichten, dass die Puderdose aus 800er-Silber besteht und eine Emaillenmalerei aufweist. Neben einer großen Darstellung finden sich auf der Front der Puderdose auch kleinere Elemente, die den Schmucksteinen Türkis und Malachit nachempfunden sind. Zudem sei die Puderdose von Hand graviert worden. Von innen sei die Puderdose zum Teil vergoldet und wies zudem einen kleinen Spiegel.

„Bares für Rares“: Puderdose ist ein Massenprodukt – aber ein schönes

Doch so schön es das Stück auch ist, Bianca Berding musste klarstellen: Hier handelt es sich um ein gut gearbeitetes Kunsthandwerk - allerdings eines, das in Masse hergestellt wurde. Die beiden Hälften der Puderdose wurden Maschinell gefertigt, ein Graveur übernahm die Verzierungen, ein Emailleur die Emaillenmalerei. Das sei eine übliche Arbeit der florentinischen Familie Fallaci.

Und was ist das „hochwertige, von Hand gefertigte Massenprodukt“ nun wert, wollte „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter wissen. 180 bis 250 Euro schätzte seine Expertin. Vor allem, weil der Markt in Deutschland nicht so groß sei und sie nur aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammt. Es müsste sich ein Liebhaber finden, sagte die Bianca Berding. Das war schon eine bittere Pille für Margret und Rolf Giesa, denn die hatten eigentlich auf 300 Euro gehofft, wollten ihr Glück bei den Händlern aber dennoch versuchen!

„Bares für Rares“: Im Händerraum war die Begeisterung groß

Und im Händlerraum begann es erstmal ganz hervorragend. Susanne Staiger war die erste, die die Puderdose unter die Lupe nahm und als „richtig schön und ganz lieblich“ klassifizierte und laut darüber nachdachte, die Puderdose zum Pillenkästchen umfunktionieren zu wollen. Und daher stieg sie auch gleich mit dem ersten Gebot ein: 200 Euro - damit war die Untergrenze der Expertise bereits übertroffen. 

Die Puderdose fand im Händlerraum von „Bares für Rares“ viel Begeisterung. Screenshot/ZDF

„Bares für Rares“: Die Händler liefern sich einen Bieterkampf

Doch dabei blieb es nicht! Die Düsseldorfer Vintage-Händlerin Esther Ollick bot 250 Euro, Daniel Meyer erhöhte direkt auf 280 Euro und übertrumpfte damit die Expertise. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Esther Ollick bot 300 Euro, dann stieg auch noch Daniel „Bares für Rares“-Neuhändler und Gastronom Roman Runkel mit 320 Euro ein. Margret und Rolf Giesa mussten nur zuschauen.

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Doch die Händler schaukelten sich immer weiter hoch: Als Daniel Meyer 400 Euro bot, schien eine Schmerzgrenze für die Händler erreicht und es schien, als würde der Deal nun eingetütet, doch aus dem Hintergrund kam dann noch einmal Esther Ollick und holte sich für 410 Euro den Zuschlag - immerhin 110 Euro über der Wunschvorstellung und 160 Euro über der Expertise. Da haben die Giesas offenbar eine Liebhaberin gefunden. Gut, dass Expertin Bianca Berding das gute Stück nur „fast“ kaputtgemacht hat.