Legendäres Bietergefecht
Händlerschlacht bei „Bares für Rares“: Zaren-Gold bringt alle um den Verstand
Wunschpreis versechsfacht, Expertise gesprengt – was im „Bares für Rares“-Händlerraum beim Anblick dieser Brosche abgeht, ist wirklich unfassbar.

Es war zu Beginn des 20. Jahrhunderts – so besagt die Legende, die bei „Bares für Rares“ zum Besten gegeben wird –, als ein Trompetenspieler vom russischen Zaren ein Geschenk bekommen hatte. Nun liegt dieses seit mehr als 100 Jahren in der Schublade, hat trotzdem schon einiges hinter sich und soll nun endlich einen Besitzer finden, der es zu würdigen weiß. Guter Plan. Aber die Umsetzung sprengt jede Vorstellungskraft!

„Ich möchte die Brosche verkaufen, weil sie nur in der Schublade liegt und niemand sie trägt. Dazu ist sie zu schade“, erklärt Kandidatin Susanne Fürer (51). Was sie weiß: Die Brosche wurde umgearbeitet, war vorher eine Krawatten-Nadel. „Die hat ein Ur-Großonkel von mir verliehen bekommen – vom letzten russischen Zar. Zumindest erzählt man das in der Familie.“
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Irre Geschichte bei „Bares für Rares“
Besagter Ur-Großonkel habe ein Trompetensolo vor dem Zarenpaar gespielt, als dieses auf Deutschlandbesuch war. Das habe die Zarin so gerührt, dass er diese Nadel verliehen bekommen habe. Ein Zeitungsartikel, den die „Bares für Rares“-Kandidatin mitgebracht hat, soll die Geschichte belegen.

„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz, die sich bis dato nur dem Schmuckstück gewidmet hatte, klappt den Zeitungsartikel auf und ließt ein paar Zeilen vor. „Leck mich de Söck“, staunt Moderator Horst Lichter die sprichwörtlichen Bauklötze. „Das wird teuer“, ahnt er. „Jetzt haben wir ja einen Beweis.“
Wirklich? Wendela Horz weiß mehr und beginnt zu erzählen. „Die ursprüngliche Krawatten-Nadel, dass war der Doppeladler in der Mitte und außen der kleine Rand. Daran war auch die Nadel befestigt und die war wohl punziert. Später wurde dann der ganze Unterbau angesetzt, das war vielleicht in den 60ern oder 70ern.“

Russische Antiquität bei „Bares für Rares“
Das originale Mittelteil stamme vom Anfang des 20. Jahrhunderts, ist kurz nach 1900 entstanden. Es ist aus 585er-Gold gefertigt und es sind Diamant-Rosen eingesetzt. Keine sehr großen, keine überragende Qualität. Aber: „So was wurde natürlich sehr gern verschenkt. Allerdings: Der Zar selbst hat ganz sicher keine Krawatten-Nadel dieser Qualität getragen“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin.
Das Schmuckstück habe eine schöne Verarbeitung, auch das Kästchen sei Original. An ihm erkenne man noch die ursprüngliche Größe der Nadel. Auch hier ist der Doppel-Adler drauf. Das Gesamte stammt mit Sicherheit aus Russland.

Und was wünscht sich die „Bares für Rares“-Kandidatin. „Irgendwas Dreistelliges – vielleicht 250 Euro“, sagt sie und grinst. Ist das realistisch? „Der Materialwert liegt bei rund 130 Euro. Aber wir haben das Alter. Es ist eine russische Antiquität. 300 bis 400 Euro bekommen Sie bestimmt“, macht Wendela Horz Mut.
„Bares für Rares“-Händler mit irrem Duell
Klingt vielversprechend – wenn die „Bares für Rares“-Händler mitspielen. Die haben aber erst einmal Fragen. Bis Fabian Kahl den Zeitungsartikel vorliest. Dann startet das Bietergefecht. Elke Velten haut gleich zu Beginn einen Preis raus, der alles toppt: die Expertise und den Wunschpreis sowieso. 500 Euro stehen im Raum.

Doch die Kollegen scheint das ganz und gar nicht abzuschrecken. Im Gegenteil. Es befeuert ihren Ehrgeiz, das Stück zu ergattern. Fabian Kahl bietet mit, selbst Walter „Waldi“ Lehnertz ist mit Feuereifer dabei. Bei 1050 Euro ist seine Schmerzgrenze eigentlich erreicht. Doch es geht weiter. Als er sich schon sicher wähnt, steigt Daniel Meyer erst ein. 1300 Euro bietet der. Da steigt Waldi wieder ein. Auch Fabian Kahl ist noch dabei.
Erst bei unfassbaren 1500 Euro ist Schluss – Daniel Meyer bekommt den Zuschlag. Wunschpreis versechsfacht, Expertise gesprengt. Wahnsinn!
Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.