„Bares für Rares“ und Horst Lichter werden immer wieder mit Fake-Vorwürfen konfrontiert. ZDF/Frank W. Hempel

Immer wieder werden im Internet Fake-Vorwürfe gegen das ZDF-Trödelformat „Bares für Rares“ laut. In der „webtalkshow“ bei Youtube hat sich Händlerin Esther Ollick jetzt zu den Vorwürfen geäußert. 

Seit acht Jahren ist „Bares für Rares“ bereits ein Erfolgsformat bei dem Mainzer Sender. Die Quote stimmt einfach, wenn „normale Leute“ versuchen, ihre vermeintlichen Schätze aus dem Keller oder vom Dachboden zu Geld zu machen.

„Bares für Rares“-Händlerin Esther Ollick ZDF/Frank W. Hempel

Vorwürfe gegen „Bares für Rares“

Aber: Hartnäckig halten sich Vorwürfe, dass es in der Sendung nicht ehrlich zugeht. So heißt es immer wieder, die Händler würden bereits vor den Dreharbeiten wissen, welche Gegenstände zum Verkauf angeboten werden. Esther Ollick widerspricht den Anschuldigungen in der „webtalkshow“ vehement: Für Fernsehen sei das alles ziemlich echt, sagt sie über die Show mit Horst Lichter.

„Natürlich wird immer geguckt, dass alles passt und dass die Objekte gut sind. Aber wir wissen vorher nicht, was kommt“, sagt Ollick.  „Das finde ich manchmal ganz schön bedauerlich, weil ich dann vielleicht auch ein bisschen länger auf Vintage warte, und an dem Tag kommt vielleicht auch nix“, so die Möbelexpertin, die besonders Interesse an der Restaurierung alter Möbelstücke hat.

Die 41-Jährige sagt, sie habe es sich angewöhnt, einfach zu kaufen, was ihr gefällt. Da die Händler selbst von den angebotenen Objekten überrascht werden, sei natürlich auch keine Abstimmung möglich.

Immer wieder sei auch zu hören, dass Händler „nicht mitbieten, weil sie wissen, danach kommt ein besseres Ding“. Auch das sei Unsinn, versichert Esther Ollick. 

„Bares für Rares“: Nicht alles echt!

Also alles echt bei „Bares für Rares“? Fast. 

Ein ehemaliger Teilnehmer der Show hatte im Gespräch mit der Allgemeinen Zeitung ausgeplaudert: Die Menschen, die hier wertvolle Gegenstände verkaufen wollen, schauen nicht, wie es in der Sendung suggeriert wird, einfach vorbei. Sondern: Es gebe vorher einen monatelangen Bewerbungsprozess. 

Die Kandidaten müssten in einem Fragebogen Informationen zu ihren Objekten angeben und Fotos einreichen. „Die mussten wir sogar zweimal hinschicken, die ersten Bilder waren nicht gut genug“, sagt Kandidat Christian Jüttner. Die Expertise ist also nicht ganz so spontan, wie sie am Ende  im Fernsehen wirkt.

„Verkäufer“ sind oft Komparsen

Nach der Experteneinschätzung bekam Jüttner die Händlerkarte überreicht. „Dann bin ich zwei Schritte gegangen und schon hat mir ein junger Mann die Karte wieder abgenommen“, erzählt er. Vor dem Händlerraum würden die Teilnehmer dann noch auf den Verkauf vorbereitet. Dabei gebe es klare Anweisungen. Man solle Paroli bieten und den Preis nach oben treiben.

Die Bild-Zeitung hatte zudem Casting-Ausschreibungen für „Bares für Rares“ veröffentlich. Darin wurden Komparsen für die Show gesucht. „Verkäufer“, die regelmäßig im Hintergrund zu sehen sind, müssen also nicht immer wirklich echte Teilnehmer sein.

Ansonsten aber, so fasst der anonyme YouTube-Experte zusammen, sei die Show wirklich authentisch.