Was für ein Flohmarktfund

Schock bei „Bares für Rares“: Königliche Brüste erschrecken Horst Lichter

So viel sei schon mal verraten: Das Stück ist ein Flohmarktfund und kostete die Kandidaten gerade einmal 1 Euro. Ein Preis, den sie nun vervielfachen konnte.

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Dieses Trinkgefäß soll bei „Bares für Rares“ verkauft werden.
Dieses Trinkgefäß soll bei „Bares für Rares“ verkauft werden.ZDF

Es sind diese Geschichten, wegen denen jeden Nachmittag Millionen Fernsehzuschauer im ZDF Bares für Rares einschalten. Da kommt eine Frau, wie du und ich, mit einem Fund vom Flohmarkt. Nur 1 Euro hat sie dafür bezahlt und schon bei den ersten Worten der Expertin ist klar, dass dieser Wert vervielfacht wird. Und einen richtig kuriosen Grund dafür gibt es auch. Aber der Reihe nach …

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Camila Cirlini (53) aus Gütersloh geht sehr gern auf Flohmärke, meist allein. Den Kelch hat sie schon seit einigen Jahren. „Da ich im letzten Jahr einiges geerbt habe von meiner Mutter, habe ich aussortiert. An den Sachen von der Familie hänge ich mehr.“

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Während die „Bares für Rares“-Expertin noch mal genau schaut, erklärt Kandidatin Camila, dass sie nur einen Euro für die Champagnerschale bezahlt hat.
Während die „Bares für Rares“-Expertin noch mal genau schaut, erklärt Kandidatin Camila, dass sie nur einen Euro für die Champagnerschale bezahlt hat.ZDF

Deshalb soll der Kelch jetzt weg. „Er ist ein bisschen schief“, stellt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter fest. Stimmt! Aber: „Es ist kein Er, sondern eine Sie“, korrigiert Expertin Wendela Horz gleich mal. „Es ist eine Champagnerschale. Sie ist in Italien hergestellt.“

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Satyr bei „Bares für Rares“

Die Punzen kann man leider nicht mehr gut lesen. „Aber ganz deutlich ist hier unten 925 Sterling eingestanzt. Das ist absolut glaubwürdig, es ist Silber“, meint die „Bares für Rares-„Fachfrau.

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Besonders interessant an dem Objekt ist der Stiel. Der stellt nämlich einen Satyr da. „Das ist die etwas treibhafte, genusssüchtige Sorte. Es gibt ja zwei verschiedene Mischwesen mit den Füßen einer Ziege und dem Oberkörper eines Mannes. Das ist eben einmal der Satyr und einmal der Faun, die naturverbundene, die helle Variante“, macht Wendela Horz einen kurzen Ausflug in die griechische Mythologie.

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Der Stiel der Champagnerschale bei „Bares für Rares“ stellt einen Satyr da.
Der Stiel der Champagnerschale bei „Bares für Rares“ stellt einen Satyr da.ZDF

„Also der war immer knallevoll?“, will Horst Lichter wissen. „Ja. Aber das ist ja auch klar, dass der dem Wein und Genuss frönt, das gehört da ja auch so hin“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin.

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Der Fuß und die Schale des Gefäßes sind allerdings sehr einfach hergestellt. Das sei recht typisch für die italienische Silberwaren, die in den 80er-Jahren Deutschland regelrecht überschwemmt haben. Beides wurde gepresst. Die Figur hingegen wurde gegossen.

Leider ist die Verarbeitung der Champagnerschale bei „Bares für Rares“ nicht die beste.
Leider ist die Verarbeitung der Champagnerschale bei „Bares für Rares“ nicht die beste.ZDF

Und dann holt Wendela Horz noch mal aus. „Weiß du, wo die Form für diese Schale herkommt?“, fragt sie den Moderator. Weiß er natürlich nicht. Also klärt die Expertin auf. „Eigentlich ist die Form für Champagner gar nicht gut geeignet. Die Perlage kann sich nicht gut entwickeln. Auch der Druck geht verloren und es erwärmt sich schnell.

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Schock und Scham bei „Bares für Rares“-Expertise

Aber in Frankreich zur Zeit von Ludwig XVI. hat Marie Antoinette, seine Frau, deren Brüste er sehr geliebt hat, ihre Brüste abformen lassen für ein Set von Milchschalen. Die waren sehr beliebt und aus dieser Form haben sich dann die Champagnerschalen entwickelt, die tatsächlich die meisten lieber in die Hand nehmen als die Champagnerflöte.“

Mithilfe der Waage ist der Materialwert schnell bestimmt: 70 bis 80 Euro wäre allein der Silberankaufswert, laut „Bares für Rares“-Expertin.
Mithilfe der Waage ist der Materialwert schnell bestimmt: 70 bis 80 Euro wäre allein der Silberankaufswert, laut „Bares für Rares“-Expertin.ZDF

Horst Lichter ist entsetzt, hält sich vor Scham die Hand vors Gesicht. „So macht Lernen doch Spaß, Camila, oder?“, findet er seine Fassung aber schnell wieder. Die Kandidatin bejaht. Eine Frage bleibt aber noch: Wie alt ist das gute Stück und warum schimmert es innen drin?

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„Innendrin war die Schale vergoldet. Die Herstellungszeit würde ich auf die 1980er-Jahre datieren“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin. Es handelt sich also um ein Kuriosum, nicht um eine Antiquität.

Es kann also losgehen mit der Preisfindung. 80 Euro hätte die Kandidatin gern und orientiert sich damit an dem selbst errechneten Silberwert. Dann verrät sie noch: einen Euro hat sie einst dafür bezahlt. Klingt schon mal nach einer ordentlichen Gewinnspanne. Was sagt die Expertin?

„Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch bekommt den Zuschlag, zahlt 160 Euro für die Champagnerschale.
„Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch bekommt den Zuschlag, zahlt 160 Euro für die Champagnerschale.ZDF

„Der Silberankaufswert liegt tatsächlich zwischen 70 und 80 Euro. Man muss halt sagen, dass die Verarbeitung interessant, aber nicht sehr schön ist. Das Muster an der Schale überlappt zum Beispiel nicht richtig. Dazu ist die Schale ein bisschen schief. Dennoch ist der Wert natürlich höher als der reine Materialwert. Meine Schätzung liegt bei 120 bis 150 Euro.“ Und damit gibt’s natürlich die Händlerkarte.

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„Bares für Rares“-Händler überschlagen sich mit Geboten

Die „Bares für Rares“-Händler jedenfalls sind begeistert. Fabian Kahl schnappt sich die Champagnerschale direkt. Doch noch muss er ein Bietergefecht gewinnen, wenn er sie behalten will. Walter „Waldi“ Lehnertz startet mit seinen berühmten 80 Euro. Wolfgang Pauritsch erhöht direkt auf 120 Euro. Da muss Fabian Kahl schon 130 Euro bieten. Und es geht weiter. Erst bei 160 Euro ist Schluss. Und die bietet am Ende Wolfgang Pauritsch. Er bekommt den Zuschlag und will sich das Gefäß wieder gerade biegen.

Klappt leider nicht auf Anhieb, was ihm den Spott der Kollegen einbringt. Und die Kandidatin? Die hat ihren Flohmarkteinsatz mal eben verhundertsechzigfacht. Wahnsinn!

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.