Im „Bares für  Rares“-Studio: Experte Detlev Kümmel begutachtet die Sitzbänke aus einer Arztpraxis. Moderator Horst Lichter ist Sekunden später entsetzt, als er sieht, was unter dem Sitz klebt. ZDF

So eklig ging es bei „Bares für Rares“ noch nie zu. Selbst Moderator Horst Lichter ist entsetzt. Grund sind zwei aus den 70er-Jahren stammende Stuhlsitzreihen, wie sie einst in den Wartezimmern der Arztpraxen zu finden waren, und die nun Allgemeinmediziner Michael Hirsch (50) aus Kaufbeuren (Bayern) in der Sendung zu Geld machen will. Er selbst sah offenbar nicht, was da unter einem der orangen Plastiksitze noch klebt.

Ein dicker, schon megabrauner Kaugummi. Experte Detlev Kümmel hatte ihn beim genauen Begutachten der Sitzbänke unter einem Stuhl entdeckt. Und es war ihm eine Freude, damit Horst Lichter zu schocken. „Was gehört zu einer ordentlichen Bank in einem Warteraum?“, fragt der Fachmann ganz scheinheilig den Moderator. Lichter errät es sofort: „Kaugummis!“ Und zuckt zusammen, als ihm Kümmel den braunen Klumpen unter der Sitzbank präsentiert.

Der braune Klumpen unter dem Stuhl ist der Kaugummi eines Patienten. ZDF

Ekel-Kaugummi bei „Bares für Rares“: „Was für ein Dreckzeug!“

„Was sind die Kaugummis doch für ein elendes Dreckzeug“, sagt Lichter. „Überall liegen sie auf den Bürgersteigen. Da müsste ein Code drin sein, um zu erfahren, wer sie dahin geworfen hat.“ Experte Kümmel erklärt, dass man ja mittels DNA-Probe den Besitzer feststellen könnte. „Aber das wäre zu kompliziert und zu teuer, oder die Kaugummis müssten sich im Mund auflösen“, so Lichter.

Arzt Michael Hirsch erzählt, dass die zwei Stuhlreihen mit den Plastiksitzschalen aus seiner alten Praxis stammen. „Mein Vater hatte sie Anfang der 70er-Jahre gekauft und sie waren bis Dezember vergangenen Jahres dort auch gewesen. Nun bin ich umgezogen und die Stühle passen nicht mehr in die neuen Räume.“

Experte Kümmel stellt fest, dass die Sitze nicht nur wegen des Kaugummis aus dem Rahmen fallen. Sie stammen von der Firma Mauser, die es seit 1896 gibt. Gründer Alfons Mauser hat sich erst mit Metallzäunen einen Namen gemacht. Später wurde die Firma mit Büromöbeln bekannt, so der Experte. Die Sitzreihen für die Warteräume seien Kult. Noch-Besitzer Michael Hirsch möchte dafür 200 Euro haben. Kümmel erklärt, dass man für beide Sitzreihen durchaus eine Summe zwischen 350 und 500 Euro verlangen kann.

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Doch was wollen die Händler im „Bares für Rares“-Verkaufsraum zahlen? Sie geben sich zögerlich, wissen mit den Kult-Stühlen nichts anzufangen. Nur 150 Euro bekommt Hirsch für seine Rarität. Ob der alte Kaugummirest an dem niedrigen Preis schuld war? Egal, Hirsch ist zufrieden. „Die Summe liegt knapp unter meinem Wunschpreis. Die 150 Euro gehen in Ordnung.“