Diese dekorative Schatulle stehe bei „Bares für Rares“ zum Verkauf. ZDF

Höchst Zerbrechliches steht bei „Bares für Rares“ ja öfter auf dem Expertentisch. Ein so außergewöhnliches Exemplar wie das von Helmut Krämer bekommen aber auch die Experten und Händler der beliebten ZDF-Trödelshow nicht oft zu sehen. Drei Kilo weißes Gold stehen auf dem Tisch. Es sei ein „belastendes“ Geschenk gewesen, was nun endlich weg soll. Nie im Leben hätte er geglaubt, was für einen irren Wert die Schatulle hat.

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„Ich möchte heute eine Schmuckschatulle aus Porzellan anbieten, die ungefähr 100 Jahre alt ist. Und ich möchte einmal hören, was die Experten und Händler dazu sagen“, erklärt Helmut Krämer bevor er zu „Bares für Rares“-Moderator Host Lichter und Fachmann Colmar Schulte-Golz geht.

„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte Golz ist ganz begeistert von dem Porzellan-Schatulle. ZDF

„Wer hat denn drei Kilo Porzellan zu Hause zu stehen?“, fragt Horst Lichter nach. „Wir bis vor 20 Jahren auch nicht. Aber dann ist das plötzlich als Geschenk zu uns gekommen“, erzählt der Kandidat. „Ich muss ehrlich sagen: Ich fühlte mich damit belastet. Es ist eine ganz liebe Person, die uns das geschenkt hat. Aber diese Schatulle ist mir nie ans Herz gewachsen.“ Diese Freundin habe das gute Stück aus Wien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geerbt.

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„Bares für Rares“ macht seinem Namen alle Ehre

Aber was hat es nun mit der kleinen Schatztruhe auf sich? „Es ist eine Schmuckschatulle. Sie könnte aus Neapel sein oder aus Meißen. Solche Reliefs zu machen, die überall dekoriert und stark farbig gefasst sind, haben sich in ganz Europa gut verkaufen lassen“, erklärt der „Bares für Rares“-Experte und zeigt den Stempel, der die Schatulle der Meissner Porzellanmanufaktur zuordnet.

„Die Mode, solch eine stark dekorierte Geschichte um sich zu haben, deutet auf 1900 hin“, verrät Colmar Schulte-Golz. Die Schmuckschatulle sei kurz nach der Jahrhundertwende entstanden.

„Jede Seite zeigt eine abgeschlossene Geschichte. Fast immer sind Götter im Clinch", verrät der Experte. Sie zeigt griechisch mythologische Reliefs, die ein Vorbild dafür sein sollen, was man alles nicht tun sollte. An der Seite sieht man den gekreuzigten Marzias, der versucht hatte, sich mit dem Gott der Musik gleichzusetzen. Den von ihm losgetretenen Wettbewerb hatte er verloren und wurde deshalb geschunden.

Die Schatulle bei „Bares für Rares“ zeigt Szenen der griechischen Mythologie.  ZDF

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Die Hauptseite der Kassette zeigt die Geschichte eines Königssohnes. Götter hatten einen Eber geschickt, weil der König etwas falsch gemacht hatte. Also durfte auch nur der König das Untier jagen. Doch sein Sohn kommt ihm zuvor, schenkt den abgeschlagenen Kopf der Königin.

Die Bemalung sei komplett von Hand gemacht worden, es sei sehr fein. Die Dekoration sei aus echtem Gold aufgetragen und bei der Montur handelt es sich um vergoldetes Messing. „Insgesamt ist die Schatulle in einem sehr schönen Zustand. Sowas hat um 1900 ungefähr 230 Mark gekostet“, verrät der „Bares für Rares“-Experte noch. Um 1900 war das richtig viel Geld.

„Bares für Rares“-Experte überrascht mit Mega-Schätzung

Apropos Geld: Wie viel möchte der Verkäufer denn dafür von den Händlern haben? Seine Recherchen im Internet seien vergebens gewesen. „Das lässt mich vermuten, dass es relativ selten ist. Ich hätte gern 1000 Euro“, meint der Kandidat, der das Geld gern in eine Reise investieren möchte.

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Selbst „Bares für Rares“-Trödelkönig Walter Lehnertz hat Interesse an der Schatulle. ZDF

„Allein die Größe des Objekts macht es so schwer, diese Verarbeitung überhaupt so vorzunehmen. Dementsprechend taxiere ich den Wert auf 1800 bis 2100 Euro“, meint Colmar Schulte-Golz und zaubert dem 68-Jährigen ein breites Lächeln ins Gesicht. „Wenn ich so eine Zahl höre, fällt es mir leichter, mich wirklich trennen zu können“, sagt der.

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Vor der möglichen Reise mit seiner Frau steht nun aber erstmal die Reise in den Händlerraum an. Sind die „Bares für Rares“-Händler bereit, soviel zu zahlen? Auf jeden Fall beginnen die sofort zu fachsimplen.

„Bares für Rares“-Händler liefern sich wildes Bietergefecht

Dann haut „80-Euro-Waldi“ Walter Lehnertz einen raus, eröffnet das Bietergefecht mit starken 1000 Euro. „Ich kaufe ja normalerweise kein Porzellan. Aber das ist ja mal ein super Prügel“, staunt er. Auch Fabian Kahl und Ludwig Hofmaier haben Interesse. Wolfgang Pauritsch bietet sogar 2000 Euro.

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„Ich habe es versucht, mal Porzellan zu kaufen. Aber das geht da drüben ja schon wieder in den Wahnsinn. Ich bin raus“, meint Walter Lehnertz, als die Gebote schon bei 2200 Euro liegen. Er kann es gar nicht fassen, dass Wolfgang Pauritsch und Fabian Kahl kein Ende finden. „Oh Gott, seid ihr irre“, meint er bei 3150 Euro. Die Schätzung ist damit bei Weitem übertroffen.

„Bares für Rares“-Händler Fabian Kahl legt für die Porzellan-Schatulle 3200 Euro auf den Tisch.  ZDF

Für 3200 Euro geht die Schmuckschatulle letztlich an Fabien Kahl. Damit sind Käufer und Verkäufer absolut zufrieden. „Ich bin mehr als überrascht, dass zum Schluss so ein schöner Preis rausgekommen ist“, strahlt der Kandidat.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.

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