Dieser schöne Blümchen-Ring kam bei „Bares für Rares“ unter den Hammer. Rechts: Horst Lichter, Schmuck-Expertin Wendela Hort und Kandidatin Jule Flacke bei der Expertise. Fotos: ZDF

Viele Kandidaten bei „Bares für Rares“ wissen nicht, was ihre Objekte wirklich wert sind – andere scheinen sich von Anfang an sicher, dass sie den Schatz schlechthin im Gepäck haben, wenn sie ins Studio kommen. Doch immer wieder kommt es dann auch zu großen Enttäuschungen. So auch im Fall DIESER Kandidatin: Jule Flacke (34) brachte einen recht alten Ring ins Studio, mitsamt Diamanten und einer Perle. Ein schönes Stück, für das sie gerne 1000 Euro haben will. Doch in dem Fall muss die Schmuck-Expertin der Trödel-Show gewaltig auf die Bremse treten…

„Bares für Rares“-Expertin nimmt den Ring genau unter die Lupe

Julie Flacke (34) hat einen Ring in Blümchen-Form im Gepäck, er sei seit Ewigkeiten im Familienbesitz, verrät sie. „Ich möchte ihn gern verkaufen, weil er, seitdem ich denken kann im Schrank liegt – und da habe ich gedacht: Ich komme mal her.“ Der Ring gehörte eins ihrer Mutter, sie bekam ihn 1976 zur Jugendweihe von ihrer Oma bekommen – die wiederum erbte ihn von einer älteren Dame. „Und jetzt ist er dir zu blümchenmäßig?“, fragt Horst Lichter. „Nein, er ist schon schön, aber ich trage ihn nicht.“

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Schmuck-Expertin Wendela Horz klärt auf: Es handele sich um einen „Daisy-Ring“ (daisy = Gänseblümchen). Die Blüte stehe für Bescheidenheit, weshalb man solche Ringe früher gern an junge Frauen verschenkte. „Aber die verwendeten Materialien sind etwas ganz anderes. Wir haben die Könige der Edelsteine, die Diamanten, und in der Mitte sitzt die frühere wirklich unbestrittene Herrscherin der Juwelen, eine Perle“, erklärt sie. „Früher waren Perlen in guter Qualität teurer und seltener als Diamanten.“

Wendela Horst, Schmuck-Expertin bei „Bares für Rares“, analysiert den Ring - und muss die Verkäuferin leider enttäuschen. Foto: ZDF

Der Ring bestehe aus acht Diamanten mit einem Gesamtgewicht von 0,8 Karat. „Und die Steine sind sehr alt, geschliffen worden wahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts.“ Zum Ende des 19. Jahrhunderts seien sie in den Ring gefasst worden. In der Mitte sitzt eine kleine Perle. Früher seien Perlen sehr teuer gewesen, aber nachdem die Perlenzucht erfunden war, habe es einen regelrechten Perlen-Crash gegeben, sagt Wendela Horz. Die Preise stürzten damals in den Keller – es ist der Grund, warum die kleinen, eigentlich wertvollen Kügelchen heute günstiger als Diamanten sind.

„Bares für Rares“-Kandidatin bekommt knapp die Hälfte des Wunschpreises

Und schon geht’s bei der Expertise um Geld! Was möchte Jule Flacke dafür haben? „1000 hätte ich mir schon vorgestellt“, sagt sie. Horst Lichter stimmt zu. „Warum auch nicht?“ Der Ring ist schließlich schön, das Material edel. Doch dann der Schock: Wendela Horz tritt auf die Bremse. „Die Diamantqualität ist zeittypisch sehr niedrig, wir haben sehr große Einschlüsse.“ Zudem wiege das Material nicht viel. Der Materialwert für das Gold liege nur bei 65 Euro. „Ihrem Wunschpreis kann ich leider nicht entsprechen. Hier liegt mein Schätzpreis bei 300 bis 400 Euro.“

Nicht einmal die Hälfte des Wunschpreises ist erreicht! Jule Flacke will trotzdem verkaufen – vielleicht bieten die Händler ja mehr? Leider nicht. Wolfgang Pauritsch startet mit 200 Euro, dann geht es hoch auf 300, doch schon hier geraten die Gebote ins Stocken. Elisabeth Nüdling bietet 380 Euro – und Schluss. „Über 400 Euro würde ich mich freuen“, sagt die Kandidatin – und die Händlerin erhöht ihr Gebot noch einmal. Zuschlag! Zumindest die Expertise ist erreicht, zum Wunschpreis hätten noch 600 Euro gefehlt. „Es ist nicht ganz so viel, wie ich mir erhofft habe, aber ich bin dennoch zufrieden“, sagt Jule Flacke.