„Bares für Rares“-Händler Waldi ist ganz scharf auf den Globus. ZDF

Walter „Waldi“ Lehnertz hatte es schon nach wenigen Sekunden geahnt. „Ihr geht heute glücklich nach Hause“, sagt er zu den Besitzerinnen des Globus, den sie zu „Bares für Rares“ mitgebracht haben. „Da kriegen wir wieder Bietergefecht“, sagt der Händler, als er das antike Teil begutachtet. Waldi sollte Recht behalten. Die antike Weltkarte ist wirklich begehrt. Alle Händler bieten mit. Und der Preis schießt in die Höhe. 

Mitgebracht haben das Dekostück Getrud Althaus und Walburga Bähr aus Brühl in NRW. Sogar Moderator Horst Lichter gerät bei dem Anblick sofort in Verzückung: „Der ist schön. Der gefällt mir.“

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Bares für Rares-Experte Sven Deutschmanek erklärt, warum der Globus so besonders ist. ZDF

Der „Bares für Rares“-Experte klärt auf

Viel wissen die Eigentümerinnen über ihr Schmuckstück nicht. Also muss Experte Sven Deutschmanek aufklären. Es handele sich um einen Globus von dem bekanntesten deutschen Hersteller, dem Columbus-Verlag, erzählt er. Es gebe zwar kein Datum auf der Kugel, doch die Herstellungszeit lasse sich auf Grundlage der verzeichneten Länder und Grenzen ermitteln.

Da Pakistan auf dem Globus nicht eingezeichnet ist, müsse er definitiv vor 1947 entstanden sein. Aber Deutschmanek kann noch genauer. Denn auch die Mongolei findet er noch nicht. Also, so schließt er daraus, müsse der Globus sogar vor 1919 gebaut worden sein.  So taxiert er dann auch das Alter. 

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„Bares für Rares“: Der Experte erkennt, dass es Pakistan und die Mongolei auf dem Globus noch nicht gibt. ZDF

Auf die Frage, welchen Preis sich die Verkäuferinnen denn erhoffen, geben die sich recht bescheiden. Auf 100 Euro hätten sie gehofft, sagen die Damen. Da kann ihnen der Experte aber Hoffnung auf deutlich mehr machen. 400 bis 500 Euro hält er für realistisch.

Da er ahnt, dass die Händler den Globus ebenfalls sehr mögen werden, gibt Horst Lichter den Besitzerinnen aus Brühl noch einen wichtigen Tipp mit auf den Weg. Sie sollen im Händlerraum unbedingt Geduld haben. „Sagt bitte nicht zu früh ja“, so Lichter. 

„Bares für Rares“: Wettbieten um den Globus

Tatsächlich sind die  Händler sofort begeistert. Auf Waldis Lobeshymne folgt auch gleich sein erstes Gebot – 80 Euro, wie sollte es anders sein. Dabei bleibt es aber natürlich nicht. Rasant geht es hin und her, der Preis klettert schnell. Bis auf 700 Euro. Dann entsteht eine kurze Pause. „Das sind schon schöne Gebote“, sagt Wolfgang Pauritsch und hofft darauf, dass er die Besitzerinnen jetzt schon zu einem Verkauf überreden kann. 

Aber die Damen erinnern sich an den Rat von Horst Lichter und bleiben ruhig. „Da geht bestimmt noch mehr. Wir haben Zeit.“ Warten und Pokern sollten sich auszahlen. Und wie!

Die „Bares für Rares“-Händler sind ganz scharf auf den Globus. ZDF

Das Bietergefecht geht nämlich weiter. Jetzt will Waldi es wissen. „Schnack Tausend“, ruft er, „dass hier mal Ruhe in der Bude ist“.  Da irrt er allerdings. Fabian Kahl kontert das Gebot, und auch Wolfgang Pauritsch gibt noch lange nicht auf. 

Den Zuschlag bekommt am Ende Fabian Kahl. Der muss dafür aber tief in die Tasche greifen. 1500 Euro blättert er auf den Tisch. Mit dem Vierfachen des Schätzwertes und dem 15-Fachen des Wunschpreises können hier wirklich zwei Kandidatinnen richtig glücklich nach Hause gehen. 

„Ich hab gedacht, wir könnten nur in eine Frittenbude gehen mit den Enkelkindern“, strahlt dann auch Getrud Althaus. „Und jetzt können wir toll essen gehen.“