Dieser edle Diamantring sollte bei „Bares für Rares“ unter den Hammer kommen. Fotos: Youtube/ZDF

Welche Geschichten könnten Schmuckstücke erzählen, wenn sie sprechen könnten? Das fragt man sich auch bei den besonderen Exemplaren, die regelmäßig bei „Bares für Rares“ unter den Hammer kommen. Denn manchmal verbergen sich in den glitzernden Tiefen der Diamanten Dinge, mit denen die Besitzer vorher überhaupt nicht rechneten. So ging es auch einer Kandidatin, die vor einiger Zeit bei „Bares für Rares“ auftauchte, um einen Ring zu verkaufen. Ihr Auftritt ist noch heute legendär – und gehört zu den besonderen Momenten der ZDF-Trödelshow!

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Sandra Kaczmarek (51) aus Nordhessen kam mit dem Schmuckstück ins Studio, erklärte zunächst die Herkunft des Rings. „Ich weiß nicht, wie alt er ist. Es ist ein Erbstück meiner Mutter von ihrer Großtante“, erzählt sie. „Mitte der 80er-Jahre ist die Großtante verstorben, da hat ihn die Mutti geerbt. Und seitdem liegt er bei uns in einer Schatulle und Plastiktüte im Keller.“ Dafür ist er definitiv zu schade, sieht auch Horst Lichter. „Das ist aber ein mächtiger Stein!“

„Bares für Rares“-Expertin Heide Rezepa-Zabel beurteilt den Ring

Schmuck-Expertin Heide Rezepa-Zabel schaut sich den Ring ganz genau an, vor allem den riesigen Stein in der Mitte. Es handele sich dabei um einen gelben Diamanten mit einer besonderen Farbe: „intense yellow“. „Hier sieht man mit bloßem Auge, dass er sehr intensiv gelb ist – und es ist sogar ein Diamant im Alt-Schliff“, sagt sie. Der Ring sei etwa in den 20er- oder 30er-Jahren gefertigt. „Der Aufbau spricht eindeutig für die 20er-Jahre. Deshalb kann  ich ausschließen, dass der Stein behandelt oder synthetisiert wurde, weil diese Verfahren erst später entwickelt wurden.“

Die Größe des Steins liege bei 2,6 Karat. „Ich habe ihn mir sorgfältig angesehen und sehe keine Einschlüsse.“ Das hört sich perfekt an – bleibt nur die Frage, was Kandidatin Sandra Kaczmarek für den Ring haben möchte. „Ich habe überhaupt keine Vorstellung“, gibt sie zu. „Ich habe einen Wunsch. Ich habe einen Versicherungsschein mitgebracht, der aus den 60er-Jahren stammt. Die Versicherungssumme war 15.000 D-Mark in den 60ern. Ich hätte gern 2500 Euro.“

Glitzerndes Schmuckstück: Bei dem Diamanten handelt es sich um ein besonders seltenes Exemplar, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin. Foto: Youtube/ZDF

Was nun kommt, geht in die Geschichte ein. Denn Rezepa-Zabel muss den Preis etwas nach oben korrigieren. „Die Preise liegen hier im Karat bei 12.000 bis 13.000 Euro. Mit der Ringschiene liegen wir bei 32.000 bis 34.000 Euro.“ Die Kandidatin bricht in ungläubiges Gelächter aus, kann diese Expertise überhaupt nicht fassen, kann nichts mehr sagen. Horst Lichter nimmt sie in den Arm. „Jetzt musst du nur gucken, dass du das mit den Händlern vernünftig machst.“

Das Video auf Youtube zeigt die spektakuläre Szene aus „Bares für Rares“.

Video: Youtube

Ab geht es in den Händlerraum. Kritisch beäugen die Experten den Ring, Fabian Kahl fällt sofort sein Urteil: „Ich bin da raus, ich habe nicht so viel Geld dabei.“ Doch Susanne Steiger zeigt Interesse. „Auf jeden Fall ist es schön, gerade aus der Zeit des Artdéco, das ist heute eher selten.“ Doch sie tritt etwas auf die Bremse. Es könne sein, dass der Stein farblich behandelt wurde, das könne aber nur ein Labor nachweisen. Als Kandidatin Sandra den Preis der Expertise sagt, müssen die Händler schlucken.

Steiger bietet trotzdem 15.000 Euro. „Nee, dafür würde ich ihn nicht verkaufen“, sagt die Verkäuferin. Steiger: „Unter 20 würde ich bleiben wollen“ – „Nein, unter 20 verkaufe ich nicht.“ Doch ohne Laborexpertise sei es spekulativ, so viel für den Ring zu zahlen, sagt die Händlerin. „Mein letztes Gebot wären 18.000 Euro. Doch Sandra Kaczmarek lehnt ab – und nimmt den Ring wieder mit! „Ich fand es spannend und weiß was über den Ring – ich bin nicht enttäuscht darüber, dass ich ihn nicht verkauft habe für das viele Geld.“

„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger schaut sich den Ring ganz genau an. Foto: Youtube/ZDF

Für die Händler dennoch bewegend. Fabian Kahl resümiert: „Das war der schönste Diamantring, den wir in der Sendung je hatten.“ Die Zuschauer der Sendung halten die Entscheidung der Kandidatin dennoch für richtig: Auf Youtube, wo ein Clip des Verkaufs zu sehen ist, geben viele Kommentare Sandra Kaczmarek Recht. „Sehr schlaue Frau“, schreibt ein Nutzer. „Namenhafte Versteigerung mit vorheriger Laboruntersuchung und sie knackt die Expertise.“

Zuschauer werfen „Bares für Rares“-Händlerin Abzockerei vor

Andere werfen Susanne Steiger Abzockerei vor. „Die blonde Dame wusste mit Sicherheit, dass es sich um keinen behandelten Diamanten handeln kann. Der Zeitpunkt der Fassung lässt den Schluss zu, da um diese Zeit keine Behandlung stattfand“, schreibt eine Frau, die laut eigener Aussage selbst einen Antiquitätenhandel betrieb. „Auch hätte sie vorschlagen können, den Ring in Kommission zu nehmen, prüfen zu lassen und dann einen korrekten Preis zu zahlen. Aber nein, sie will ihm um weniger als die Hälfte.“