„Bares für Rares“-Händlerin Lisa Nüdling schreit vor Freude auf, als sie im Bauch der skurrilen Störche das Baby entdeckt. ZDF

In der Trödelsendung „Bares für Rares“ kommen ja so einige skurrile Schätze zum Vorschein. Was Kandidatin Sabine Mannchen allerdings in die Horst-Lichter-Show trägt, verdient ganz sicher einen Platz in der Hitliste der außergewöhnlichsten antiken Schätze. Die 71-Jährige verzückt mit ihrer Storch-Parade im Händlerraum und schnappt sich damit ihren tollen Wunschpreis.

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„Ich habe diese Nabelschnurscheren oder -klemmen von meinem Mann geschenkt bekommen. Der wiederum hat sie von einer Klassenkameradin seiner Mutter und die meinte, sie seien von ihrem Großvater vererbt. Ich war sofort verliebt in die Störche“, erklärt die Rentnerin. So richtig sicher scheint sie sich noch nicht zu sein, ob sie sie wirklich abgeben will.

„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz bewertet die Störche in ihrer Expertise. ZDF

„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz begutachtet die Nabelschnurklemmen. „Sie sind alle aus echtem massivem Silber“, lautet die erste überraschende Auskunft. „Es sieht am Schnabel ein bisschen aus, als wäre es Messing, aber es ist nur eine Anlaufschicht oben auf dem Silber. Die gehören alle mal richtig geputzt“, sagt sie.

„Bares für Rares“-Expertin erklärt die Symbolik der Nabelschnurklemmen

Der älteste Storch ist aus den 1870er-Jahren. Fünf Stück sind es insgesamt. Es ist eine reichliche Symbolik benutzt worden. „Der Storch – wir alle kennen die Geschichte“, sagt die „Bares für Rares“-Fachfrau und meint die Störche, die die Kinder bringen. „Dann haben wir hier die Äskulap-Natter als Symbol für die ärztliche Heilkunst. Wir haben Schildkröten als Standfüße. Die symbolisieren ein langes Leben, eine leichte Geburt und vor allem Häuslichkeit“, erklärt sie.

Die Störche kommen auf die „Bares für Rares“-Waage, denn sie sind aus massivem Silber. ZDF

Diese Stücke seien früher verschenkt worden an die frischgebackenen Mütter. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert. Damals gab es eine große Tabuisierung zu allem, was den weiblichen Körper betraf. Auch die Geburt. Der Storch bringt ja nicht nur die Kinder, sondern beißt der Mutter auch ins Bein. Das erklärte früher den älteren Geschwistern, warum die Mutter so laut schrie, wenn das Baby vom Storch gebracht wurde. Wenn er wieder weggeflattert war, war das Kind plötzlich da. „Das kann man hier auch sehr schön sehen“, meint die Expertin und klappt eine Zange auf. Im Inneren des Storchenbauches liegt ein gepuckter Säugling.

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Wendela Horz erklärt die Punzen, die Hersteller, den Silberwert. „Ich hätte gern 60 bis 70 Euro pro Stück“, verrät die Kandidatin. Klingt nach viel Geld für etwas, das heute nur noch einen Schmuckwert hat. „Der Materialankaufswert – ich habe die Stücke vorhin gewogen – liegt bei rund 100 Euro. Der Zustand ist recht gut. Ich schätze das Konvolut auf ungefähr 500 Euro“, meint die „Bares für Rares“-Expertin.

Bei „Bares für Rares“ stehen diese Störche, die früher von Hebammen als Nabelschnurklemmen benutzt wurden, zum Verkauf. ZDF

Doch Sabine Mannchen weiß gar nicht, ob sie sich darüber freuen soll. „Jetzt, wo ich die da stehen sehe, tut es mir fast ein bisschen leid sie wegzugeben“, sagt sie. Die Händlerkarte nimmt sie trotzdem. Sie habe sich entschieden und wolle bei ihrer Meinung bleiben. Bleibt zu hoffen, dass die „Bares für Rares“-Händler ihr auch einen guten Preis für ihre Schätzchen machen …

Mini-Zoff unter den „Bares für Rares“-Händlern

Doch die wissen nicht alle, was sie eigentlich hier vor sich haben. „Sieht aus wie kleine Beinchen“, sagt Lisa Nüdling aus der Ferne und schaut sich die Nabelschnurklemmen dann genauer an. „Das sind Nabelschnurzangen“, klärt Wolfgang Pauritsch sie auf. „Nein! Bist du verrückt?“, entfährt es seiner Kollegin. „Doch, da ist auch ein Kind drin“, schlägt sich Walter „Waldi“ Lehnertz auf die Seite von Wolfgang Pauritsch.

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„Also Kinder habe ich keine, aber Störche habe ich eins, zwei, drei, vier, fünf Stück“, meint Lisa Nüdling. „Und jetzt mach die Zange mal auf“, fordert sie Walter „Waldi“ Lehnertz auf, der offenbar genau weiß, was er vor sich hat. Als die junge Händlerin dieser Anweisung folgt, schreit sie vor Entzückung: „Ahhhh, hier! Das ist ja entzückend. Das habe ich noch nie gesehen.“

„Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch kauft die skurrilen Störche. ZDF

Das Startgebot von 200 Euro kommt von Wolfgang Pauritsch. Auch Walter „Waldi“ Lehnertz und Fabian Kahl wollen die Nabelschnurzangen haben. Christian Vechtel gibt mit 330 Euro auch ein Gebot ab. Aber von der Expertise sind die Händler noch weit entfernt. Wolfgang Pauritsch lässt sich breitschlagen, 350 Euro zu zahlen. 70 Euro pro Stück, so, wie es sich die Kandidatin erhofft hat. Das hätte schlechter laufen können.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.