Bei „Bares für Rares“ steht dieses antike Schmuck-Kreuz zum Verkauf. ZDF

Ein besonders Funkelstück – außergewöhnlich im Anblick, sehr prunkvoll, strahlender Glanz – liegt auf dem Expertentisch bei „Bares für Rares“. Es ist, wie so oft in der ZDF-Trödelshow, ein Erbstück, das die Besitzerin nicht selber tragen möchte. Dabei ist es doch so schön. Moderator Horst Lichter ist schon mal begeistert von dem Anhänger. „Ich mag sowas ja, vor allem, wenn es schön gemacht ist“, sagt er. Auch „Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel schwärmt: „Das ist etwas ganz Besonderes.“ Und das lassen sich die Händler wirklich einiges kosten.

„Ich habe es einmal getragen. Aber ich habe sonst keinen Anlass, es zu tragen“, erklärt Sandra Bilanovic (45). Deshalb will sie es zu einem möglichst guten Preis verkaufen. Zuvor aber muss sie erst einmal herausfinden, was genau ihr Oma da hinlassen hat und was der Anhänger heute wert ist. Da ist Schmuckfachfrau Dr. Heide Rezepa-Zabel gefragt.

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„Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel weiß viel über das alte Kreuz zu erzählen. ZDF

„Dieses christliche Kreuz ist mindestens 240 Jahre alt. Hier sind die Diamanten ganz in Silber gefasst. Das machte man Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Rosendiamanten sind gefasst in ganz dünn angetriebenem Silber. Darüber hinaus sind Krabben gezogen worden. Die stützen die Fassung zusätzlich. Das nennt man Spiegelfassung, ein Übergang aus Zargenfassung und Krabbenfassung. Deshalb datiere ich das Stück auf um 1780“, sagt die „Bares für Rares“-Fachfrau und zeigt mit ihrem Wissen wieder einmal, warum sie die Nummer eins am Expertentisch ist, wenn es um alten Schmuck geht.

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„Bares für Rares“-Expertin verdoppelt den Wunschpreis

„Die Zwischenräume spiegeln zwischen den Krabben und auf der Zarge. Somit sieht es so aus, als wären die Rosendiamanten, die nur noch als Spitze hervortreten, erweitert. Sie sehen größer aus. Denn Diamanten waren zu dieser Zeit etwas ganz Besonderes“, erklärt Dr. Heide Rezepa-Zabel.

Um Einschlüsse oder ähnliches, was heute den Qualitätsstandard von Diamanten bestimmt, ging es damals nicht. „Man schätzte den Oberflächenglanz, der durch Kerzenlicht herausgeholt wurde“, meint die Expertin, die das Gewicht der Steine nicht bestimmen kann.

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Der Anhänger sei Teil eines größeren Ornaments gewesen. Er war an keiner Kette und auch nicht mit einer Nadel angesteckt, sondern angenäht. Weil solch großer Schmuck später nicht mehr angesagt war, wurden die Anhänger eben separiert.

Die Schlaufe auf der Rückseite wurde demnach auch später angelötet. Außerdem ist die Rückseite vergoldet. Ein Stempel weist auf die Niederlande als Ursprungsort hin.

Schon beim ersten Anblick ist „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger total verliebt in das 240 Jahre alte Kreuz. ZDF

Die Kandidatin wünscht sich 600 Euro für ihr Kreuz. Ist es das wirklich wert? Was meint die Expertin? „Das wertgebende Kriterium ist hier das Alter, der Zustand, die Attraktivität des Schmuckstückes und es ist selten – und das macht den Preis. So etwas wird auf dem Markt wertgeschätzt – unbedingt. Ich würde das Kreuz taxieren auf 1000 bis 1200 Euro.“

Wow! Das ist schon eine Verdopplung des Wunschpreises! Und im „Bares für Rares“-Händlerraum warten zwei schmuckverliebte Händlerinnen und drei gut betuchte Händler. „Oh mein Gott, ist das schön“, stößt Susanne Steiger hervor, als sie das Kreuz zum ersten Mal sieht. Natürlich weiß sie, um was für ein besonderes Stück es sich handelt.

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Erbittertes Duell zwischen den „Bares für Rares“-Händlern

Wer die Sendung kennt, weiß, dass in dem Moment eigentlich entschieden ist, wer es kaufen wird. Aber bekommt sie wirklich auch diesmal den Zuschlag? Immerhin hat sie mit Elke Velten eine starke Gegnerin im Bietergefecht mit in der Runde sitzen.

Für 2000 Euro kauft „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger das Kreuz, will es für sich selbst behalten. ZDF

Die startet auch – mit 300 Euro. Susanne Steiger erhöht auf 500 Euro und auch Wolfang Pauritsch hat Interesse, bietet 550 Euro. Doch egal, was die Kollegen sagen, Susanne Steiger kontert wie aus der Pistole geschossen mit einem höheren Gebot. Die Maximalschätzung ist schnell erreicht. Doch die Händler liefern sich einen erbitterten Kampf um den Anhänger. Als die Kandidatin munkelt, die Frauen würden das unter sich ausmachen, steigt auch Wolfgang Pauritsch wieder mit ins Bietergefecht ein. 1650 Euro bietet er.

Doch bei Susanne Steiger hat das Kreuz keinen Preis. Sie legt immer wieder noch eine Schippe drauf. Erst bei 2000 Euro hat sie alle Kontrahenten abgeschüttelt. Sie ist so verliebt in das Kreuz, dass sie es nicht einmal weiterverkaufen will. Da strahlen Käuferin und Verkäuferin um die Wette.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.