„Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek versucht Moderator Horst Lichter und dem Ehepaar Germann die Rechenwalze zu erklären. Screenshot/ZDF

Oft wirken die Expertinnen und Experten bei „Bares für Rares“ wie von einem anderen Stern. Zu jedem noch so ausgefallenen Exponat können sie etwas sagen. Dass sie das nicht aus dem Handgelenk schütteln, sondern sich durchaus eine Weile auf ihre Expertise vorbereiten können, weil sie vorab eine detaillierte Beschreibung der Stücke erhalten, ist längst bekannt. Aber auch gute Vorbereitung konnte bei dem Exponat von Claudia und Wolfgang Germann nicht helfen. Eine ordentliche Summe Geld nahmen sie trotzdem mit nach Hause.

„Bares für Rares“: Horst Lichter hält Rechenwalze für Haushaltsgerät 

Das Ehepaar aus Speyer brachte nämliche eine alte Rechenwalze mit zum „Bares für Rares“-Dreh ins Kölner Walzwerk. Dort wurde das Gerät, das Buchhaltern beim Berechnen geholfen hat, von Moderator Horst Lichter zunächst fälschlicherweise für eine Mangel gehalten. Doch das konnte Experte Sven Deutschmanek aufklären. 

Ohnehin wusste der gelernte Kfz-Mechaniker, der seit 2014 als Experte bei „Bares für Rares“ tätig ist, einiges über die Walze zu berichten. Holz, Messing und Aluminium seien in dem Gerät verbaut. Das Gestell sei aus Holz, die Rolle aus Alu und eine Schiebeschablone aus Messing. Die Rechenwalze muss etwa 1920 hergestellt worden sein, wusste Sven Deutschmanek zudem zu berichten. Und zwar von Albert Nestler aus Lahr, wie auf einer Plakette abzulesen war.

„Bares für Rares“: Sven Deutschmanek gerät ins Straucheln

Doch dann kam der Experte ins Straucheln und musste zugeben: „Ich kann euch die nicht erklären!“ Das gibt es nicht oft bei „Bares für Rares“. Und doch versuchte Sven Deutschmanek es, las hier und da einen Wert ab, schob den Regler hin und her – so lange, bis Moderator Horst Lichter das abwürgte und der Experte zusammenfasste: Die Rechenwalze „hat eine wunderschöne Alterspatina und ist sehr dekorativ“.

„Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek kommt bei der Expertise durchaus ins Straucheln. Screenshot/ZDF

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Und was wollten die Germanns nun für das gute Stück, das niemand bedienen kann haben? „400 Euro“, sagte Günther. Und da ging Experte Sven Deutschmanek mit. „350 bis 400 Euro sind drin“, sagte er. Da konnte Horst Lichter guten Gewissens die begehrte Händlerkarte von „Bares für Rares“ weitergeben.

„Bares für Rares“: Unwissenheit auch im Händlerraum

Im Händlerraum mischten sich dann Unwissen mit Interesse. Daniel Meyer gestand den Germanns direkt: „Wir wissen, dass es eine Rechenmaschine ist, aber wir wissen nicht, wie sie bedient wird.“ Und damit war klar: Niemand in der ganzen Sendung würde mit der Rechenwalze irgendetwas rechnen können. 

Dass unter den „Bares für Rares“-Händlern trotzdem großes Interesse da war, zeigte sich recht schnell. Das Startgebot von Fabian Kahl wurde recht schnell von Christian Vechtel und 220 Euro überboten. Die beiden schaukelten sich etwas hoch, bis Daniel Meyer wieder eingriff und direkt 400 Euro bot.

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Auch im Händlerraum von „Bares für Rares“ versteht niemand das Gerät. Wolfgang Germann versucht ein bisschen zu helfen. Screenshot/ZDF

„Bares für Rares“: Die Kandidaten haben ein Pokerface

Die Wunschsumme war also erreicht, doch noch immer drei Händler im Rennen. Das genossen die Germanns, die freudig schwiegen, Fabian noch einmal 500 und Christian sogar 550 Euro bieten ließen. 

Trotz Unwissenheit sind die Händler bei „Bares für Rares“ an der Rechenwalze interessiert. Screenshot/ZDF

Dann war er seine Kontrahenten los. Doch das Schweigen der „Bares für Rares“-Kandidaten verunsicherte den Antiquitätenhändler. „Wie weit sind wir entfernt“, wollte er wissen. Doch dann fiel das Pokerface der Germanns. „Ich würd sagen, wir schlagen zu“, sagte Claudia Germann und tütete den Deal ein. 

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Am Ende waren alle glücklich. „Wir sind sehr zufrieden und haben nicht mit so viel gerechnet“, sagte Claudia Germann. Und Händler Daniel Meyer fasste zusammen: „Was man alles kaufen kann und es trotzdem nicht verstehen muss.“ Dafür steht „Bares für Rares“ eben auch.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.