Diese Vase gehört zu den Lieblings-Exponaten von Kunsthändler Albert Maier (links). Besitzerin Anke Niehoff zahlte nur drei Euro dafür. Da staunte auch „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter (Mitte). Foto: ZDF

Fans von „Bares für Rares“ haben es am Wochenende nicht leicht, denn dann legt die beliebte Trödel-Show eine Pause ein. Aber: Immer wieder ist dafür das Special „Lieblingsstücke“ zu sehen, in dem Experten und Händler von Fällen erzählen, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind. Diese Woche war unter anderem Kunst-Experte Albert Maier an der Reise – und der berichtete von einer Begebenheit, bei der ihm förmlich die Spucke wegblieb.

„Bares für Rares“-Experte erinnert sich an die bemerkenswerte Vase

Kenner werden sich an diesen bemerkenswerten Verkauf erinnern: Anke Niehoff (57) kam in die Sendung, um eine Vase zu verkaufen. Warum? Sie wisse, dass das Stück einen Wert hat – und sei selbst nicht so gut im Umgang mit wertvollen Dingen, die noch dazu kaputtgehen können. Also: Besser weg damit, bevor es Scherben gibt! „Deswegen glaube ich, ist sie woanders besser aufgehoen.“

Zum Beispiel bei Experte Albert Maier. „Für einen Kunsthändler ist es immer ein Highlight, so ein schönes Teil in den Händen zu halten“, erzählt der Fachmann heute. Denn: Die Vase birgt ein Geheimnis. Als Maier hört, wie viel die Kandidatin in das Exemplar investiert hat, kann er sich deshalb kaum beherrschen. „Ich habe sie noch nicht lange, seit zwei Monaten“, erzählt sie.

„Bares für Rares“-Kandidatin Anke Niehoff mit ihrer besonderen Vase im Händlerraum. Foto: ZDF

Eigentlich sei sie auf der Suche nach einem alten Schrank gewesen. „Während die Herren den abgebaut haben, habe ich mich in dem alten Bauernhaus umgeguckt.“

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Zur Osterzeit sei das gewesen – und weil sie keine Vase für den Osterstrauß hatte, habe sie die auch mitnehmen wollen. Sie habe aber nur noch drei Euro Kleingeld übrig gehabt. „Und die Frau sagte: Ja, ist gut.“ Also nahm sie das Stück mit – für läppische drei Euro. Albert Maier kann es nicht glauben. „Wie bitte?“

„Bares für Rares“: Vase stammt von einem berühmten Keramik-Künstler

Denn nun zur Vase: Sie sei gemacht von Max Laeuger, einem der berühmtesten Keramik-Künstler – jeder in der Kunst-Szene kenne seinen Namen, sagt Maier. Die Vase – die in perfektem Zustand ist – sei zwischen 1897 und 1900 entstanden. Horst Lichter stellt fest: „Ich würde mich mal weit aus dem Fenster lehnen und sagen: Die Zehn Euro schaffen wir.“ Was aber will Niehoff haben? 100 Euro wären schön, sagt sie. Doch man merkt es Maiers Begeisterung an, dass das nicht reichen wird.

Er veranschlagt 400 Euro. Was sagen die Händler? „Mich beeindruckt Ihr Ankaufpreis nicht, aber ich würde ihn verdoppeln.“ Sechs Euro ist aber etwas wenig – es war zum Glück auch nur ein Scherz. Daniel Meyer steigt mit 100 Euro ein, dann steigt der Preis auf 200, 250, 300 Euro. Schnell ist auch der Schätzpreis des Experten übertroffen! Am Ende kauft Daniel Meyer das Stück für 450 Euro. Und Albert Maier zieht Bilanz. „Daran merkt man wieder, dass im Kunsthandel gilt: Wissen ist Macht.“