Dieses Kunstwerk, dass der Künstler selbst schon aussortiert hatte, kommt bei „Bares für Rares“ unter den Hammer. ZDF

Ist das Kunst oder kann das weg? Diesem Zwiespalt sah sich wohl selbst der Erschaffer des Werkes, dass bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer finden soll, ausgesetzt. Auf jeden Fall handelt es sich um ein Kunstwerk, bei dem es sich lohnt, genau hinzusehen. Vorne wie hinten. „Das Besondere ist, dass sie auf der Rückseite beschrieben ist. Das birgt eine spannende Geschichte“, erklärt Ben Gambach. Und um die reißen sich die Händler.

„Das habe ich bei einer Internet-Auktion ersteigert. Es ist kein fertiges Bild. Es ist ein Vorabdruck und auf der Rückseite beschrieben. Das macht es so rar“, verrät der 39-jährige Kandidat.

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„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Golz erklärt das wirklich einzigartige Kunstwerk von Emil Schumacher. ZDF

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Sollen wir heute mal mit der Rückseite anfangen, fragt „Bares für Rares“-Kunstfachmann Colmar Schulte-Golz. „Wir wissen jetzt also von vorn ist es eine Aquatinte und damit ein Stück aus dem Schaffensprozess. Von der Rückseite sieht es erstmal ein bisschen banal aus. Das gibt es häufig: Man hat ein Bild von einem Künstler und dann gibt es noch eine Fotografie, die eigentlich zu Veröffentlichungszwecken gedacht war. Und es gibt einen großen Autografen darauf mit Kugelschreiber geschrieben.“

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„Bares für Rares“-Experte muss beim Verkäufer nachhaken

Doch dann klappt Colmar Schulte-Golz die Rückwand des Rahmens auf. Dort steht in riesigen Buchstaben: „nicht parken Haus wird gestrichen“. „Können Sie uns das erklären?“, fragt der „Bares für Rares“-Experte den Verkäufer.

„Ich kann nicht mit letzter Gewissheit sagen, dass meine Geschichte wirklich wahr ist. Aber es ist sehr wahrscheinlich so. Herr Schumacher hat in Hagen in einer sehr schmalen Straße gelebt gehabt. Sein Haus sollte neu gestrichen werden, ein Gerüst sollte aufgebaut werden. Da wollte er mit dem Bild dafür sorgen, dass der Platz dafür da ist“, erklärt Ben Gambach.

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Das Bild von Emil Schumacher, das bei „Bares für Rares“ verkauft werden soll, zeigt ein Pferd. ZDF

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„Der hat ein echtes Kunstwerk genommen und hat hinten draufgeschrieben: Hier Leute, Straße freihalten“, hakt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter nach.

So ist es. „Es hatte für den Künstler ja keinen Wert mehr, denn es ist eine Grafik. Man sieht auch, dass sie Knicke hat“, meint Colmar Schulte-Golz und dreht das Kunstwerk wieder um. Auch auf der Vorderseite sehe man, dass es eigentlich recht lieblos behandelt wurde. „Bis eine Grafik so aussieht, wie ein Künstler das will, kann es lange dauern. Das hier ist nur ein Zwischenzustand, den ich nur in diesem Exemplar hier wiedererkenne.“

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1988 hat Emil Schumacher sieben Grafiken zu einem Zyklus geschaffen. Alle haben das Motiv eines Pferdeleibs und entwickeln dieses weiter. Daraus sei es ein Probeabzug, erklärt der Experte. „Das ist wirklich etwas ganz Seltenes. Da es eine originale Handschrift, ein originaler Probeabzug und das originale handsignierte Foto. Das ist fast eine Emil-Schumacher-Sammlung“, schwärmt Colmar Schulte-Golz.

Unfassbare Geschichte für den „Bares für Rares“-Moderator

Doch Horst Lichter kann es immer noch nicht fassen. „Er hat ein Kunstwerk gemacht, war damit aber so unzufrieden, dass das Ding eigentlich in die Tonne muss“, meint er. „Das ist doch eigentlich Ausschuss.“

Der Kandidat greift ein: „Das ist nicht Ausschuss, das ist authentisch. Und das finde ich besonders toll daran.“ Der Künstler habe das unfertige Bild an eine befreundete Familie weitergegeben, wohl in dem Wissen, dass es nicht in die Tonne gehört.

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Die „Bares für Rares“-Händler sind fasziniert von der Geschichte des Bildes. ZDF

Und was will Ben Gambach nun dafür haben? „Das ist eigentlich in Geld nicht messbar, finde ich. Mein Wunschpreis liegt bei 800 Euro“, meint er. „Es ist eine Sammlung und das ganze bemesse ich mit 1800 bis 2000 Euro“, kontert Colmar Schulte-Golz.

Für die „Bares für Rares“-Händler zeigt sich im Händlerraum erstmal eine „Höhlengrafik“. „Ist das Kunst, ja?“, fragt David Suppes. Oder muss das weg?

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„Bares für Rares“-Händler stehen vor einem Rätsel

„Das Blatt gibt ein paar Rätsel auf. Emil Schumacher hat seine Werke in der Regel signiert und die sind auch in einem deutlich besseren Zustand“, meint David Suppes und fragt den Verkäufer, was es damit auf sich hat. Der erklärt die Geschichte. Die Händler staunen.

„Mann darf nicht vergessen, für Schumacher hatte das keinen Wert. Da war es ein Blatt Papier. Mit 300 Euro eröffne ich“, meint Wolfgang Pauritsch. Mit David Suppes gibt es einen Schlagabtausch. Bei 700 Euro stockt Wolfgang Pauritsch. „Das ist aber sehr spekulativ“, meint er. Kein Problem für den Kollegen. „Ich liebe Spekulationen“, antwortet der. Am Ende kauft David Suppes das Bild für 1500 Euro. Wahnsinn!

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„Bares für Rares“-Händler David Suppes kauft das Kunstwerk für 1500 Euro. ZDF

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.