„Bares für Rares“: Ein einfacher Hammer sorgt für Aufregung. ZDF

So etwas gab es bei „Bares für Rares“ noch nie. Plötzlich liegt da ein einfaches Werkzeug zur Begutachtung bei den Experten. Dieser Hammer ist aber etwas ganz besonders – und löst am Ende sogar ein Bietergefecht aus. Wie kam es dazu? 

Einen scheinbar gewöhnlichen Hammer hat die 63-jährige kaufmännische Angestellte Margret Forst aus Düsseldorf zu ihrem Auftritt bei „Bares für Rares“ mitgebracht. Dieser Hammer ist aber wirklich der Hammer. Es handelt sich nämlich um ein Kunstwerk. Geschaffen von  Günther Uecker – bekannt in der Szene. 

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Horst Lichter: Ist das jetzt Kunst? 

„Ist das jetzt echt Kunst?“, fragt Horst Lichter, als er das Werkzeug auf dem „Bares für Rares“-Expertentisch entdeckt. 

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„Bares für Rares“-Experte Colmar Schulte-Goltz ist beeindruckt von dem Hammer. ZDF

„Bares für Rares“: Das wollte der Künstler uns sagen

Ja, ist es. Günther Uecker, geboren 1930, ist bekannt für seine Nagelbilder. Ende der 1960er Jahre war er offenbar genervt, von dem Vorwurf, den damals viele an die moderne Kunst richteten: „Das kann ich auch.“. Das wollte er auskontern, erklärt Experte Colmar Schulte-Goltzer.

Uecker stellte damals Kunstwerke unter dem Titel „Do it yourself“ her. Schulte-Goltz: „Dabei handelt es sich um die ironische Variante eines weltberühmten Künstlers, sein eigenes Werk zu reflektieren und zugleich ganz vielen Menschen die Möglichkeit der Teilhabe daran zu geben.“ Mit seinem „Do it yourself“ drehte der Künstler den Spieß um und sagt: „Dann mach es auch selbst.“

Verkäuferin Margret Forst erzählt, dass der Hammer in der Küche der Mutter ihres Freundes hing. Sie wünscht sich 300 Euro dafür. Das will Kunstexperte Schulte-Goltz so nicht stehen lassen: Er taxiert den Wert auf mindestens 500 bis 600 Euro. Das macht die 63-Jährige optimistisch für die Verhandlungen: „Ich bin nicht auf den Mund gefallen. Ich hoffe, ich mein Objekt gut präsentieren und die Händler begeistern.“

Dieser Hammer wurde bei „Bares für Rares“ als Kunstobjekt enttarnt. ZDF

Lachen im Händlerraum von „Bares für Rares“

Auch die Händler brauchen nicht lange, um den simplen Hammer als das zu erkennen, was er ist. Fabian Kahl hebt das Tuch. Sofort ruft Wolfgang Pauritsch: „Den kenn ich!“. Auch Walter „Waldi“ Lehnertz erinnert sich an die berühmten Nagelbilder

„Beim Materialwert liegen wir bei zwölf Euro“, lacht Waldi. Da korrigiert ihn Julian Schmitz-Avila: „Ein guter Hammer kostet schon etwas mehr.“

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Im Händlerraum ist die Stimmung also gut. Beste Voraussetzung für einen Bieterwettstreit. Waldi eröffnet das Gefecht mit seinen üblichen 80 Euro. Schnell geht es hin und her. Der Preis steigt immer weiter. 400, 500 Euro ...  Am Ende hat tatsächlich Walter Lehnertz das letzte Wort. 720 Euro! Damit übertrumpft er auch Wolfgang Pauritsch, der bereit war, 700 Euro auf den Tisch zu legen. 

„Bares für Rares“: Waldi und Wolfgang Pauritsch lieferten sich ein Bietergefecht. ZDF

„Normalerweise würde ich da drübergehen“, scherzt der Österreicher. „Aber ich möchte gerne das Gesicht von Waldis Frau sehen, wenn er erzählt, er hat einen 100-Gramm-Hammer gekauft für 720 Euro.“

Tja ... ein so teures Werkzeug gab es „Bares für Rares“ wohl wirklich noch nie.