Dem alten Holzspielzeug konnten die Händler nicht widerstehen. ZDF

Männer werden nicht älter, nur die Spielzeuge werden teurer! Und das hat sich auch bis ins ZDF-Studio von „Bares für Rares“ herumgesprochen.

Peter und Dennis Elfert - Vater und Sohn aus Frankfurt/Main kommen nämlich mit einer Kiste Holzspielzeug ins Studio. Es ist der Klassiker: Gefunden beim Aufräumen auf dem Dachboden wurde schnell klar, dass es sich um Spielzeug des Urgroßvaters handeln muss. Die Dame des Hauses Elfert nahm die Sache in die Hand und meldete ihre Männer samt Holzkiste bei „Bares für Rares“ an – „So ist's richtig“, jubelt Horst Lichter, „vier Männer, jede Menge Spielzeug, und schon sind die Kerle ruhig“.

Papa Peter Elfert hätte dann auch überhaupt erst einmal gern gewusst, ob der alte Kram wirklich so wertvoll ist, wie er hofft und glaubt. 

Da kann Experte Detlev Kümmel weiterhelfen. Der weiß bei Anblick des Spielzeugs aus längst vergangenen Zeiten eine Menge interessanter Details zu berichten.

Bares für Rares: Handgschnitzte Modell aus den 30er Jahren

Spannend ist es schon bei der Datierung. Modelle wurden damals sehr zeitnah gebaut und so sieht man an den Autos, dass das Spielzeug aus den 30er Jahren stammt. Ganz begeistert ist Kümmel vom Modell des sogenannten Schienen-Zeppelins, „ein Stück Zeitgeschichte“.

Und der Experte kann auch klar angeben, dass das Spielzeug wohl aus Berlin stammen muss, weil am Milchautomodell „Bolle“ steht. Und Verkäufer Peter Elfert bestätigt, dass die Vorfahren aus Berlin stammten.

Hergestellt wurden die Modelle aber wohl in den klassischen Schnitz-Hochburgen Thüringens oder im Erzgebirge.

Schienen-Zeppelin bei „Bares für Rares“ ZDF

Und der Clou. Alle Teile sind für ihr Alter und dafür, dass mit ihnen auch gespielt wurde, laut Expertenmeinung auch noch in einem sehr guten Zustand. Auch wenn man ein Beinchen am Pferd fehlt, oder das Rad an einem Automodell: „In der Masse ist es noch ein schön erhaltenes Konvolut.“ Das könnte sich dann wohl auch auf den Verkaufspreis auswirken. Was soll es nun bringen, das Spielzeug des Urgroßvaters? 180 bis 225 Euro wünscht sich Besitzer Peter Elfert bescheiden.

Da legt der Experte Kümmel aber ganz andere Maßstäbe an: 300 bis 350 Euro schätzt er den Wert der Hinterlassenschaften, da ballt Vater Peter freudig entschlossen sie Faust.

Echte Raritäten und Handarbeit: Was werden die Händler bieten

Mit 50 Euro will Händler Daniel Meyer einsteigen, verbessert sich dann aber gleich auf 100 Euro. Die anderen ziehen sofort nach. 180 Euro sind schnell erreicht. Das Modell einer kleinen Schiffsschaukel hat es Händler Roman Runkel besonders angetan. Und die soll er auch haben, wenn es nach Daniel Meyer ginge. Der bietet 200 Euro und würde Roman die Schiffsschaukel schenken – ganz großer Händler-Sport ... 

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Aber soweit kommt es nicht, denn Roman geht selbst in die Initiative, liefert sich ein kleines Bieterduell mit Händlerin Esther Ollick bis auf 290 Euro. Und um auch noch den letzten Euro aus den Händlern herauszuholen, macht Peter nochmal richtig Werbung für das Bolle-Modell – und es klappt: Roman lässt sich zu 310 Euro hinreißen, worauf Peter cool kontert: „Ich hätte so gern nach Wiesbaden verkauft“, womit er Händler David Suppes ins Visier nimmt. Der geht aber nicht drauf ein, will nicht mehr bieten und tut so, als wisse er nicht, was gemeint ist.

Daniel Meyer und Roman Runkel (li.) lieferten sich ein Bieter-Gefecht. ZDF

Egal, Daniel und Roman haben sich an dem Holzspielzeug festgebissen. Deshalb Zwischenruf von Daniel aus Münster: „Würden Sie es auch nach Münster verkaufen, Münster ist schön. Dann gebe ich Ihnen dreifuffzich“. Da geht Roman Runkel energisch dazwischen: „360 Euro, ist das dann in Ordnung?“ Meyer lacht und winkt ab.

Zuschlag für Roman. Es wird abkassiert, glückliche Verkäufer ziehen von dannen und Roman noch mit einem kleinen Seitenhieb auf seinen Händler-Kontrahenten Daniel: „Münster, Münster – das dreibeinige Pferdchen geht nach Münster.“

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.