Doris und Gerd wollen sich von einem Familienerbstück trennen. Und es lohnt sich. ZDF

Auf den ersten Blick ein unspektakuläres Ölgemälde, das da im Studio von „Bares für Rares“ steht und Horst Lichter weiß am Anfang gar nicht so recht, ob er das Bild gut finden soll. Für den Rahmen schwärmt er – aber das Gemälde? Er schaut skeptisch. Aber keine Sorge, Expertin Dr. Bianca Berding wird ihn gleich auf den Geschmack bringen ...

Die Verkäufer Doris und Gerd hatten das Erbstück lange im Wohnzimmer hängen, aber nach dem Umzug passt es nicht mehr in die neue, modern gestaltete Wohnung. Und daher müssen nun Horst Lichter und die Händler ran – der großformatige alte Ölschinken soll zu Geld gemacht werden. 

Und als die Expertin loslegt, wird schnell klar: Das könnte klappen! Das Bild scheint keine billige Massenware zu sein. Im Gegenteil, es stammt von dem recht talentierten, detailverliebten Maler Jacobus Leisten.

Horst Lichter, ganz ergriffen von den Ausführungen von Expertin Bianca: „Wie alt ist das Gemälde denn?“ 1870 bis 1880 könnte es schon sein, oder etwas später – na immerhin.

Horst Lichter mag den Rahmen lieber als das Bild

Fast noch beeindruckender als das Bild findet Lichter nun den Rahmen des Gemäldes: Der ist auch alt, sehr schön aus Holz gefertigt und ein echter Hingucker. Leider nach Meinung der Expertin schlecht restauriert und auch mit mancherlei Schäden. Da müsste also einiges getan werden, um die alte Pracht wiederherzustellen.

Und ein bisschen Restaurierung würde auch dem Bild an einigen Stellen guttun, wenn man Kunsthistorikerin Berding glaubt: da ein wenig Farbe abgeplatzt und dort auch schon mal ein kleiner Knick in der Leinwand.

Da muss wirklich ein Fachmann Hand anlegen oder wie Lichter resümiert: „Das muss erstmal komplett in die Werkstatt“ – der Mann kennt sich aus.

„Bares für Rares“: Kann man dafür 1000 Euro verlangen?

Trotz allem: 1000 Euro möchten die Verkäufer für das Werk und die Expertin kann Mut machen. Sie schätzt den Wert des Bildes auf 900 bis 1200 Euro. Mal sehen, was die Händler sagen. Gespannt und ganz aufgeregt geht's mit Händlerkarte in der Hand zu den potenziellen Käufern.

Und die Händler fackeln dann auch nicht lange. Das Bild hat es ihnen ganz offensichtlich angetan. Dass der Rahmen im Laufe der Zeit etwas gelitten hat, sehen sie auch. Doch das Exponat ist Daniel Meyer ein Einstiegspreis von 500 Euro Wert. Seine Kollegin Susanne Steiger hält sofort mit 800 Euro dagegen. Das verschreckt die anderen Händler, die halten von nun an still und Verkäuferin Doris blickt nur staunend auf Susanne ... mit so einer Entwicklung in diesem Tempo hatte sie wohl nicht gerechnet.

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Doris ahnt wohl schon nach diesen wenigen Sekunden, das die Nummer hier gut für sie ausgeht. 850, 900, 950, 1000! Meyer gegen Steiger heißt das Duell. Susanne hat sich in die Vase auf dem Bild „verliebt“. Spielt für Daniel keine Rolle für, 1050 Euro bietet er ganz unsentimental weiter – die anderen Händler sind sowieso schon alle raus. Dafür ist Doris mutig geworden und fragt: „Geht vielleicht noch ein ganz klein bisschen mehr?“ Aber Daniel Meyer lässt sich nicht aufs Glatteis führen. Er weiß, dass die Restaurierung des Rahmens teuer werden wird: „Es geht mir darum, den Rahmen zu erhalten!“

Susanne Steiger ist ein wenig traurig. Ihr Limit von 1000 Euro mag sie nicht überschreiten, aber man merkt ihr an, dass sie kurz drüber nachgedacht hat. „Dann sind meine 1050 Euro das beste Gebot“ lockt Daniel. Und so kommt es, dass zufriedene Verkäufer zuschlagen und ihn richtig glücklich machen, er strahlt über das ganze Gesicht.

Noch ganz beeindruckt sind die Verkäufer Doris und Gerd, der den hohen Einstieg bei 500 Euro immer noch nicht fassen kann; immer noch sprachlos ist Doris – und glücklich.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.