Diese Savonette-Taschenuhr soll bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer finden. ZDF

Wenn Experten-Wissen auf Händlerinteresse stößt, kann bei „Bares für Rares“ schon fast nichts mehr schiefgehen. Wenn dann noch eine über 110 Jahre alte Uhr im Spiel ist, bei der alles eiwandfrei funktioniert und die in einem tadellosen Zustand ist, ist das Freudenfest für den Verkäufer quasi vorprogrammiert. Entsprechend überglücklich verlässt Robert Kriegbaum (59) aus Langenzenn die Sendung: Sein Verkauf hat sich definitiv mehr als gelohnt.

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Was für ein Schätzchen der Kandidat bei sich trägt, ahnt er am Anfang nur vage. Seit er denken kann, liegt sie im Schubfach. Er mag die Uhr zwar, weil sie schlicht ist. „Ein echter Handschmeichler“, findet Robert Kriegbaum. Benutzt hat er sie aber nie. Sein Urgroßvater hatte die Taschenuhr einst gekauft, seit dem wurde sie innerhalb der Familie immer dem Erstgeborenen vererbt. Nun hat der Kandidat aber keine Kinder und will die Uhr deshalb loswerden. „Ich glaube, die ist für jeden, der Uhren gern mag, eine Bereicherung“, hofft er.

Bei „Bares für Rares“ steht eine Taschenuhr mit Emaille-Ziffernblatt zum Verkauf. ZDF

„Bares für Rares“-Expertin erklärt die Savonette-Taschenuhr

Das sieht die „Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel ähnlich. „Wir haben hier ein wirklich schönes, glattes Gehäuse. Sie ist sehr, sehr gepflegt“, sagt sie. Es handle sich um eine Savonette-Taschenuhr, also eine Uhr, deren Ziffernblatt durch einen Sprungdeckel über dem Uhrglas geschützt ist, der auf Knopfdruck aufspringt. „Das hervorragende Emaille-Ziffernblatt fällt sofort auf. Es hat schöne, geschwungene Ziffern. Der Hersteller kommt aus der Schweiz.“

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Leider ist der Staubdeckel nicht aus Gold. Das Gehäuse selbst ist aber aus 585er Gold. Die Herstellung datiert die Expertin auf das Jahr 1910. „Es gibt zwei zusätzliche Drücker. Den für den Chronografen. Man kann den Sekundenzeiger auslösen, stoppen und auf null stellen“, erklärt die „Bares für Rares“-Fachfrau. Eine echte Stoppuhr ist da also verbaut. „Bei der Sechs gibt es einen weiteren Drücker, den für die Repetitionsfunktion. Man hört, was man sieht“, führt sie vor. Die Repetition einer Uhr mit Schlagwerk verkündet akustisch die Zeit.

„Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel bewertet die Taschenuhr. ZDF

„Und das alles passt in so eine kleine Uhr hinein“, staunt Moderator Horst Lichter, während Dr. Heide Rezepa-Zabel noch das Uhrwerk erklärt. „Das ist eine Uhr für den gehobenen Anspruch, aber nicht für einen Luxus-Anspruch“, sagt die Expertin.

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„Bares für Rares“-Händler machen kurzen Prozess

Schulterzuckend nennt der Kandidat seinen Wunschpreis. „Vielleicht 1500 Euro“, schaut er fragend in die Runde. Kann die Sachverständige das bestätigen? „Der Goldpreis liegt bei 880 Euro. Aber die Uhr ist in einem perfekten Zustand und aus der Schweiz. Ich wäre bei 1200 bis 1400 Euro.“

Das Werk der Taschenuhr, die bei „Bares für Rares“ zum Verkauf steht, ist absolut solide. ZDF

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Robert Kriegbaum ist beeindruckt. Da lag er gar nicht weit weg mit seiner forschen Hoffnung. Bleibt nur zu wünschen, dass auch die „Bares für Rares“-Händler die Uhr so hoch bewerten. Als Fabian Kahl die Repetitionsfunktion vorspielt, lauschen alle gespannt. „Wow“, finden das die Kollegen. „Ein schönes Objekt“, lobt Lisa Nüdling.

Fabian Kahl startet mit einem Gebot von 1000 Euro. Walter „Waldi“ Lehnertz ist dabei, die beiden bieten sich in 50-Euro-Schritten gegenseitig hoch. Es geht schnell, in Windeseile ist die Maximalschätzung von 1400 Euro erreicht. „Kommen wir zwei damit klar“, will Walter „Waldi“ Lehnertz. „Gerne sogar“, grinst der Verkäufer über beide Ohren. Mit dem Geld in der Hand erklärt er freudestrahlend: „Ich freue mich riesig, das wird eine Hammer-Party. Ich hätte nie gedacht, dass ich soviel dafür bekomme.“

„Bares für Rares“-Händler Walter Lehnertz kauf die Taschenuhr für 1400 Euro. ZDF

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