Marco Gondorf (r.) zusammen mit Moderator Horst Lichter und Experte Sven Deutschmanek bei der „Bares für Rares“-Expertise. Das Zettelchen trägt die Unterschrift von Elvis Presley. Fotos: ZDF

Bei „Bares für Rares“ kommen wirklich die absurdesten Dinge unter den Hammer – doch während einige mit Kunstgegenständen, Gemälden und verrückten Raritäten ins Studio der ZDF-Trödelshow kommen, brachte ein Kandidat jetzt einen Papierschnipsel mit. Sie haben richtig gelesen: Ein weißes Stück Pappe mit Gekritzel. Gekritzel? Nun – so einfach ist es nicht. Denn das Kärtchen trägt die Unterschrift von keinem geringeren als Welt-Star Elvis Presley! Die Geschichte, wie es zu der Unterschrift kam, ist einfach irre – und das ließen sich die Händler einiges kosten.

„Bares für Rares“-Kandidat bringt unglaublichen Schnipsel ins Studio

Marco Gondorf (45) brachte das verrückte Stück ins Studio. „Ich weiß nicht, ob dieses Autogramm selten ist, aber ich gehe davon aus, dass Elvis hier in Deutschland nicht unbedingt Zehntausende davon unterschrieben hat“, sagt er. „Deshalb denke ich schon, dass es zumindest in der persönlichen Übergabe eine Rarität ist – und da würde ich gern wissen, was es wert ist. Aber: Eine genaue Einschätzung kann ich selbst nicht machen.“

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Dafür ist Experte Sven Deutschmanek zuständig. Und der wirkt am Anfang alles andere als begeistert. Mit der Lupe betrachtet er das Stück Papier, dazu ein Foto von Elvis, das Gondorf ebenfalls mitgebracht hat. Was ist das Geheimnis dieses seltsamen Autogramms?

Die beiden Autogramme, die bei „Bares für Rares“ unter den Hammer kamen, gehören eigentlich der Mutter des Kandidaten. Foto: ZDF

Er sei gebürtiger Düsseldorfer, erklärt der „Bares für Rares“-Kandidat. „Die Autogrammkarten gehörten meiner Mutter. Ihre Großeltern lebten in Bad Nauheim“, erklärt Gondorf. Seine Mutter sei dort 1959 im Sommerurlaub bei den Großeltern gewesen, habe gehört, dass in einem Haus ein „großer Amerikaner“ wohnte.

„Bares für Rares“-Experte: Nur 25 Prozent aller Elvis Autogramme sind echt

Denn: Elvis Presley war in Friedberg stationiert, wohnte in der Zeit in Bad Nauheim. „Als 13-jähriges Mädchen hatte sie mit Rock’n’Roll nichts zu tun, aber ist dann doch mal dorthin gegangen.“ Wenn Elvis vom Militär kam, jubelten die Fans jeden Tag. „Selbst zu der Zeit hatte er schon Bedienstete dabei“, ergänzt Experte Sven Deutschmanek. „Und selbst während der Zeit dort hat er sich jeden Tag eine halbe Stunde Zeit genommen, um Autogramme zu schreiben oder mit den Fans zu sprechen.“

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Eines der Autogramme habe sich seine Mutter auf einem Foto geholt, eines auf einem Briefumschlag. „Das hat sie dann später ausgeschnitten“, sagt Gondorf. Deutschmanek kann anhand verschiedener Indizien sagen, dass das Autogramm echt ist – denn Elvis setzte seine Signatur immer auf eine bestimmte Art und Weise.

So was das „P“ von Presley der dominanteste Buchstabe, das „s“ von Elvis ging immer direkt in das P über – und er setzte nie einen i-Punkt. Man gehe davon aus, dass nur 25 Prozent der Elvis-Autogramme auf dem Markt wirklich echt seien, erklärt der „Bares für Rares“-Experte.

Der Kandidat im Händlerraum bei „Bares für Rares“. Foto: ZDF

Die spannende Frage ist: Was möchte der Verkäufer dafür haben. „Ich habe überhaupt keine Ahnung“, gesteht er. Er habe den Wunsch, mit Mama an die See zu fahren – und wenn das Geld am Ende nur für ein Eis reicht, sei es genauso gut. Deutschmanek schätzt den realistischen Wert für beide Autogramme auf insgesamt 200 bis 300 Euro.

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Und was sagen die Händler im Händler-Raum? Daniel Meyer bietet 80 Euro – doch seine Kollegen steigen bereits aus. Nur Fabian Kahl bietet mit ihm um die Wette, schnell fällt die 100-Euro-Marke. Dann bietet Kahl 120 Euro, Meyer 130 Euro.

„Bares für Rares“: Für DIESEN Preis wechselt das Autogramm den Besitzer

„Es gibt auch noch Bilder von dem Haus, wo er drauf zu erkennen ist. Es sind keine professionell geschossenen Bilder, aber ich würde mich bereiterklären, die im Nachhinein zur Verfügung zu stellen“, sagt Gondorf. Meyer erhöht auf 150, dann 170 Euro. Gondorf: „Wenn wir Richtung 200 gehen, wäre ich dabei.“ Am Ende einigen sie sich auf 200 Euro. Viel Geld für einen Papierschnipsel – aber schließlich ist es auch ein besonderer Schnipsel …