Dieses Schmuck-Set hat „Bares für Rares“-Kandidatin Petra Feige auf dem Trödel erstanden. ZDF

Es sind genau diese Geschichten, die „Bares für Rares“ so faszinierend machen: Da kommt eine unscheinbare Frau in die Sendung, bringt ein Schmuck-Set aus Ohrringen und einer Brosche mit. Das hätte sie mal günstig auf dem Trödel bekommen, sagt sie. Nun wolle sie den Preis vervielfachen. 80 Euro will sie haben. Dabei ahnt sie ja gar nicht, was der Schmuck a) wert ist und was sie b) dafür am Ende sogar bekommt. Denn das ist einfach nur der Wahnsinn.

Aber der Reihe nach. Petra Feige, 59, kommt gut gelaunt zu Horst Lichter. „Interessieren würde mich das Alter von dem Schmuck und ob ich damals auf dem Trödel wirklich einen richtigen Schnapper gemacht habe“, sagt sie frohen Mutes. Da will der „Bares für Rares“-Moderator natürlich gleich erstmal wissen, was denn der Wunschpreis wäre – und das noch vor der Expertise. „80 Euro? Damit sich der weite Weg lohnt“, antwortet die verdatterte Kandidatin. „Ich sag mal, das ist teurer“, meint der Boss.

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„Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel erklärt den Schmuck. ZDF

Der hatte nämlich schon gesehen, wie genau „Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel den Schmuck unter die Lupe nimmt. „Meine Liebe, wie du mit dem Schmuck umgehst, das ist wie Ballett schauen“, staunt Horst Lichter. „Wir haben hier eine Kombination aus einer Brosche und zwei Ohrringen. Damit unterstrich das Bürgertum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seinen Anspruch“, haut die dann erstmal das Alter raus. Auf die Jahre 1865 (Ohrringe) und 1880 (Brosche) datiert sie die Objekte. Was für ein stolzes Alter.

„Bares für Rares“-Expertise haut die Kandidatin um

Alles sei aus sogenanntem Schaumgold gearbeitet worden. „Das heißt, die vordere Schauseite ist geprägt worden und rückseitig wurde flach ein Boden eingelötet“, erklärt die Fachfrau. Die Ohrringe sind gestempelt mit 14 Karat und 585er Gold. „Da kann ich schwer annehmen, dass sie in England gefertigt wurden“, sagt Dr. Heide Rezepa-Zabel.

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Horst Lichter grinst die Kandidatin an: „Und ich kann mal schwer annehmen, dass dein Preiswunsch Geschichte ist.“ Die strahlt da schon über beide Ohren.

„Bares für Rares“-Boss Horst Lichter gibt der Kandidatin die Händlerkarte. ZDF

Die Brosche sei in Deutschland entstanden, das Set sei also nicht ursprünglich eine kleine Demi-Parure, sondern eine Kombination. Eine, die aber hervorragend zusammenpasst. Trotzdem: Der Preiswunsch, mit dem Petra Feige hoffnungsvoll in die Sendung kam, ist natürlich ein Witz. „Der Goldanteil ist bei den Ohrringen höher als bei der Brosche. 120 Euro ist der Materialwert für sie. Dazu komme 80 Euro Goldwert bei der Brosche. Macht zusammen mindestens 200 Euro“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin. „Darüber hinaus ist der Schmuckwert bei den Ohrringen größer als bei der Brosche – ich denke, 250 bis 300 Euro kann man dafür bekommen.“

Wow! Auf dem Trödel gekauft, mit einem Wunschpreis von 80 Euro zu „Bares für Rares“ gegangen und dann diese Hammer-Expertise. Aber was sagen die Händler? Spoiler: Es wird noch besser!

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„Bares für Rares“-Kandidatin bekommt mehr als den Expertisen-Preis

Juwelierin Susanne Steiger lüftet im Händlerraum das Geheimnis unter dem Tuch. „Ui, das ist Antikschmuck“, stellt sie sofort fest und erklärt die Stempel. Als die Kandidatin zur Tür reinkommt, wird sie begrüßt mit den Worten: „Engelchen, da haste aber starken Schmuck mitgebracht“, sagt Walter Waldi Lehnertz und will mit 80 Euro starten.

Doch er wird ausgebremst. „Das ist doch nicht mal der Goldwert“, grätscht Julian Schmitz-Avila dazwischen. „Na gut, dann fange ich mit 180 Euro“, lenkt Waldi ein. Doch auf bei diesem Preis kann sein Kollege nur lachen, legt 70 Euro drauf und bietet 250 Euro. „Schön“, grinst Petra Feige.

Verhandelt gut mit den „Bares für Rares“-Händlern: Petra Feige. ZDF

Doch auch Susanne Steiger hat logischerweise Interesse. „Ich denke, dass die Ohrringe sehr gut verkäuflich sind“, sagt sie und bietet 300 Euro an. Expertise erreicht. Aber die Händler sind noch gar nicht fertig. Zwischen ihr und Julian Schmitz-Avila fällt also die Entscheidung. Den Zuschlag bekommt am Ende die „Bares für Rares“-Schmuckfachfrau mit ihrem Gebot von 350 Euro. Wahnsinn. 350 Euro für den Trödelschmuck, für den die Kandidaten 80 Euro haben wollte. Das ist mal ein toller Gewinn.

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Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.