Diese alte Uhr steht bei „Bares für Rares“ zum Verkauf. ZDF

Wenn etwas sehr wertvolles seit Jahren im Schubfach liegt, kann man es eigentlich auch zu Geld machen. Das dachte sich auch Angelika Koplin-Hörnemann aus Duisburg. Also machte sie sich mit ihrer alten Rolex auf zu „Bares für Rares“. Doch wie wertvoll die 90 Jahre Uhr, die schon viel auf der Welt herumgekommen ist, wirklich wert ist, damit hatte sie beim besten Willen nicht gerechnet.

„Ich habe die Uhr Mitte der 80er-Jahre geschenkt bekommen. Damals hatte sie noch ein anderes Armband, ein dunkles. Das hat mir damals nicht gefallen. Ich habe das Armband getauscht aber die Uhr trotzdem nicht so oft getragen“, erzählt die Kandidatin.

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Als „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter die Marke hört – die Uhr ist von Rolex – spitzt er seine Ohren. Auch Fachfrau Wendelar Horz ist begeistert: „Wir haben hier ein sehr altes Stückchen, eine Damenuhr aus den späten 20er-Jahren. Sie ist aus 18-karätigem Gold. Die Uhr hat ein sogenanntes Wählscheiben-Ziffernblatt. Die Zwölf ist rot markiert. Dazu passt natürlich das Armband.“

„Bares für Rares“-Expertin über die Rolex: „Außergewöhnlich!“

Natürlich gehört da ursprünglich nicht so ein Leder-Band ran. Ich könnte mir vorstellen, dass da ein schwarzes Ripseiden-Band gut aussieht. Die Bügel für das Armband sind für die damalige Zeit untypisch breit, aber sie wurden nicht im Nachhinein angebracht“, verrät die „Bares für Rares“-Expertin. Die Uhr sei im Originalzustand. Das war damals eben eine echte Besonderheit.

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Kandidatin Angelika Koplin-Hörnemann hat eine alte Rolex-Uhr mit zu „Bares für Rares“ gebracht. ZDF

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Die Uhr läuft, das Werk funktioniert, könnte aber eine Überholung gebrauchen. Der Rolex-Aufdruck hat noch nicht das heute logo-typische Krönchen dabei, das wurde erst ab 1925 mitgedruckt und anfangs auch nicht immer.

Dann öffnet die Fachfrau die Uhr wie von Zauberhand. „Es gibt einen sehr schönen Gehäuseboden mit Scharnier. Das ist super intakt“, führt Wendelar Horz vor. Angelika Koplin-Hörnemann ist begeistert. So lange war das gute Stück in ihrem Besitz, das aber hatte sie noch nicht darüber gewusst.

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Das Innere des Gehäuses verrät noch ein paar Details. Die Uhr war für den englischen Markt gedacht. Damals wurde die Uhr wohl im Rohzustand von er Schweiz nach Großbritannien gebracht, dort wurde das Gehäuse gestempelt. Dann ging sie zurück in die Schweiz, wo sie fertig gestellt wurde. Verkauft wurde sie dann 1927 in England und kam im Laufe der Jahre ganz offensichtlich zurück aufs europäische Festland. „Die ist jetzt schon ein paar Mal über den Ärmelkanal gereist“, lacht die Expertin. „Ach, hör doch auf“, kann „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter das gar nicht glauben. Ist aber so!

„Bares für Rares“-Expertin Wendelar Horz nimmt die Uhr genau unter die Lupe. ZDF

Von einigen Altersspuren abgesehen, ist der Zustand „wunderbar“. Die Kandidatin wünscht sich entsprechend rund 1000 Euro. Das sieht die Fachfrau anders. „Die Uhr ist außergewöhnlich. Das Zifferblatt ist sehr selten. Das macht es schwerer, sie zu verkaufen. Aber wenn jemand es mag und liebt, sind 2200 bis 2500 Euro drin.“ Wow!

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„Bares für Rares“-Händlerin ist schockverliebt

Und was sagend die potenziellen Käufer dazu? „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger ist sofort verliebt. Dass das Band nicht original ist, stört sie nicht. „Ich finde das cool dazu“, sagt sie. Und: „Ich bin schockverliebt. Ich würde sie sofort so anziehen.“ Das klingt doch schon mal nach einer guten Verhandlungsbasis für die 66-jährige Verkäuferin.

„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger will die Uhr für sich selber haben. ZDF

Das Startgebot macht aber Wolfgang Pauritsch, will 650 Euro geben. In Windeseile haben sich die Händler auf 1000 Euro hochgesteigert. Egal, wer was bietet, Susanne Steiger legt immer sofort einen drauf. „Der Zustand ist super für die Zeit. Man darf nicht vergessen, die ist 90 Jahre alt“, schwärmt auch Wolfgang Pauritsch. „Und die wird noch älter“, kontert Susanne Steiger auch verbal. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie die Uhr haben will, um jeden Preis. Und der liegt am Ende bei 1720 Euro.

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Die Verkäuferin ist überglücklich. „Ich will mit einem Mann eine Reise nach Tansania machen - in die Serengeti. Da kommt dieses Geld gerade recht“, verrät sie noch. Und Händlerin Susanne Steiger? Die kann nicht ausschließen, dass sie die Uhr wirklich für sich behält.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.