Moderator und Comedian Aurel Mertz. Foto: Imago/APress

„Bares für Rares“ ist eine der beliebtesten Sendungen Deutschlands. Trotz des nicht gerade schmeichelhaften Sendeplatzes am Nachmittag um 15 Uhr erreicht die Sendung, die seit 2013 ausgestrahlt wird, regelmäßig Topquoten! Mehr als 1000 Folgen und zahlreiche Specials gibt es bereits – und nun auch eine Parodie, die erst zum Lachen bringt, aber eigentlich einen ernsten Hintergrund hat: Komiker Aurel Mertz lädt zu „Bares für Koloniales“.

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Seit 2019 macht Aurel Mertz für Funk, das Jugendangebot von ARD und ZDF, Comedy und Satire im Netz. Und davor ist natürlich ZDF-Kassenschlager „Bares für Rares“ nicht sicher. Der 31-Jährige Stuttgarter begibt sich für den Sketch quasi in eine Hybrid-Rolle aus Moderator Horst Lichter und einem der zahlreichen Experten. „Bares für Koloniales“ sei die Show, die „Deutschland dabei helfen soll, sich endlich mit der prächtigen Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen.“

Aurel Mertz spielt Horst Lichter und den „Bares für Rares“-Experten in einem

Wie im Original kommen auch in diesem zweiminütigen Sketch vermeintliche Verkäufer und Verkäuferinnen und präsentieren, was sie so auf dem Dachboden gefunden haben. So begutachtet Experte Mertz eine tolle „Trommel der Matumbi“, die ein „Ur-ur-ur-Großonkel“ der Kandidatin aus Tansania mitgebracht habe. Doch anstatt einer preislichen Einschätzung, gibt Mertz eine Expertise darüber ab, welche kolonialen Verbrechen der fiktive „Ur-ur-ur-Großonkel“ dabei wohl begangen hat. So analysiert er: Sehen Sie diese Patina hiert? Die ist von den vielen Feuern, die er nebenher gelegt hat und dabei geholfen hat, über 300.000 Menschen in den Hungertod zu treiben. Die Kandidatin guckt maximal bedröppelt.

So ergeht es zwei weiteren „Kandidaten“, die selbstverständlich nur Schauspieler sind, ehe Aurel Mertz resümiert: „Haben Sie auch exotische Erbstücke zu Hause? Dann kommen Sie vorbei und finden Sie heraus, welches spannende Kolonialverbrechen dahinter steckt.“

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Die Kritik, die in diesem Video steckt ist klar: In Deutschland werden die eigenen Kolonialverbrechen oft mit einem Hinweis auf andere Staaten heruntergespielt. Die Grünen im Bundestag kritisieren beispielsweise, dass die deutschen Kolonialverbrechen noch nicht umfassend aufgearbeitet seien. Es gebe keine angemessene Würdigung der Opfer auch eine offizielle Entschuldigung gab es bisher nicht.

Diese Satire verbindet eines der unbeliebtesten Themen der Deutschen, die eigenen Kolonialverbrechen, mit einem der beliebtesten, „Bares für Rares“. Vielleicht beginnt so eine neue Diskussion über die eigene Verantwortung.