„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter steht im KURIER-Interview Rede und Antwort. imago

Jeden Nachmittag verzaubert Horst Lichter ein Millionen-Publikum. Mit seiner ZDF-Sendung „Bares für Rares“ trifft er genau den Nerv der Zuschauer. Doch was ist eigentlich das Geheimnis hinter der Show? Im exklusives KURIER-Interview plaudert Horst Lichter aus dem Nähkästchen. Sechs Fragen, sechs Antworten: So denkt der „Bares für Rares“-Moderator über die Sendung wirklich.

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Herr Lichter, wie wird die Sendung „Bares für Rares“ eigentlich produziert?

Horst Lichter: Wir produzieren zwei Sendungen am Tag, dafür sind wir dann 10 bis 12 Stunden vor Ort. Es ist alles viel aufwändiger, als das, was man im Fernsehen sieht. Aber: Ich habe da Freunde gefunden. Ich mag die Menschen dort sehr gern. Und ich glaube sie mögen mich. Es gab in den acht Jahren keinen einzigen Tag, an dem wir nicht wenigstens einmal herzlich gelacht haben.“

„Bares für Rares“-Chef Horst Lichter: „Diese Sendung braucht keine Stars“

Mit wem haben Sie im Laufe der Jahre Freundschaft geschlossen?

Das sind einige. Ein Aufnahmeleiter, den ich mal aus Freiburg mit nach Köln geschleppt habe, mittlerweile ist er mit meiner ehemaligen Maskenbildnerin verheiratet. Das ist schon fast Familie. Der Experte Sven Deutschmanek, mit dem ich ganz, ganz viel lachen und Blödsinn machen kann. Auch die Frau Doktor und Kunsthistorikerin, Heide Rezepa-Zabel, ist eine Granate. Unser Ausstatter, unsere Kameraleute. Eigentlich ist es jedem gegenüber unfair, den ich hier nicht aufzähle. Sie alle sind Freunde geworden, waren auch schon mal bei mir zu Hause zum Essen. Mit denen telefoniere ich auch ohne Dreh.

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Sind gute Freunde geworden: „Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek (l.) und Moderator Horst Licher (M.) ZDF

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Was ist das Geheimnis von „Bares für Rares“?

Diese Sendung braucht keine Stars. Es sind die Geschichten der Menschen, die machen das für mich zu 90 Prozent aus. Nur die restlichen 10 Prozent gehören den besonderen Objekten. Und ehrlich: Wenn ich mich an ein besonderes Objekt erinnere, dann fehlt mir dazu oft das Gesicht des Verkäufers.

Was ist in Erinnerung geblieben?

Der unheimlich liebenswürdige Herr, der sein Auto verkauft hat – seinen Borgward Isabella Cabrio. Der fing hinterher an zu weinen, weil er sich nun trennen musste. Wobei wir ihm alle immer wieder versichert haben, dass es seine freie Entscheidung ist, dass er jederzeit „nein“ sagen kann. Selbst nach dem Dreh hätten wir das noch rückgängig machen können. Dem wurde plötzlich bewusst, wie viele Jahrzehnte er mit diesem Fahrzeug Freude hatte.

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Oder letzte Woche, eine alte Dame. Das ist noch gar nicht ausgestrahlt. Das war eine Chefsekretärin, die das Leben gelebt hat, wie sie es wollte. Die erzählte beiläufig über ihr Leben, anfangs schien es unspektakulär. Dann erzählte sie vom Bergwandern, Radfahren, Fallschirm springen und plötzlich auch übers Über-Glasscherben-gehen. Wo lernt man denn sonst solche Menschen kennen?

„Bares für Rares“ ohne Horst Lichter? Das wäre nicht vorstellbar. ZDF

Horst Lichter kaufte „Bares für Rares“-Händler Blechautos ab

Was hätten Sie gern selbst mal einem Verkäufer abgekauft?

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass ich in der Sendung nichts kaufen kann. Das würde ich nicht tun. Aber ich kann nach der Show was von den Händlern kaufen. Das habe ich auch schon gemacht und kann guten Gewissens sagen: Das sind echte Händler. Die packen da noch mal ‘ne ordentliche Schippe drauf im Preis im Gegensatz zu dem, was sie den Kandidaten bezahlen. Die leben ja davon. Ich habe zum Beispiel Blechspielzeugautos für meine Garage gekauft.

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Haben Sie auch manchmal Mitleid mit Kandidaten?

Ich habe Mitgefühl, wenn jemand denkt, einen Schatz zu haben, mit dessen Verkaufswert er hofft, dass der ihm im Leben weiterhilft. Aber ehrlich: Wenn jemand über viele Jahre Freude an etwas hatte, dann darf der Wiederverkaufswert keine Rolle spielen. Es ist das wert, wie viel Freude man hatte.