Steht zum Verkauf bei „Bares für Rares“: Eine Puppenstube mit integrierter Spieluhr. Screenshot: ZDF

Wenn etwas seit 50 Jahren auf dem Schrank steht und keine Beachtung findet, kann man sich getrost davon trennen. Der Müll wäre eine Option. Oder man geht damit zu „Bares für Rares“. Doch - Eltern von heute wissen es - was kann ein in die Jahre gekommenes Spielzeug schon wert sein. Schauen Sie sich diese Puppenstube einmal genauer an! Und sie werden nicht glauben, was die Händler dafür auf den Tisch gelegt haben.

Renate Wente, 70 Jahre als, Hotelfachfrau aus Hamburg hat nur einen Wunsch! Noch einmal mit der ganzen Familie in den Urlaub fahren. Die ganze Familie, das sind drei Kinder, zwei Schwieger-Kinder und vier Enkelkinder. Macht mit ihr zusammen eine Reisegruppe von zehn Personen. Klar, dass man da jeden Euro gebrauchen kann.

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Deshalb fasst sich die Kandidatin ein Herz, holt ihre alte Puppenstube vom Schrank und trägt sie zur ZDF-Sendung „Bares für Rares“. Denn rar dürfte so etwas heutzutage wirklich sein. Aber ist es auch etwas wert?

Gruseliges Spielzeugt bei „Bares für Rares“

Experte Sven Deutschmanek sieht gleich: Das ist viel mehr als eine Puppenstube. Es ist eine Spieluhr integriert. Und die klingt - sagen wir es mal vorsichtig - vor richtig gruslig. Die Szenerie: eine Klasse voller Schüler und davor eine Lehrerin. Dreht man am Hebel der Spieluhr bringen die Kinder quälende Schreie hervor. Das tut fast in den Ohren weh. Und scheint absolut defekt zu sein.

„Bares für Rares“-Experte Sven Deutschmanek und Moderator Horst Lichter sind von der Puppenstube begeistert. Screenshot: ZDF

Das denkt auch Moderator Horst Lichter. Aber: weit gefehlt. Sven Deutschmanek erklärt: „Die unheimlichen Geräusche aus der Puppenstube kommen vom Mechanismus der kleinen Blasebälger. Das soll so sein.“ Beim Kurbeldrehen werden zudem die Kinder bewegt. Alles funktioniert und ist einem Top-Zustand.

„Heute würden Kinder davon eine Schock bekommen, die gehen nie wieder in die Schule“, lacht Experte Sven Deutschmanek. Und Horst Lichter findet vor allem „die Augen echt schlimm.“

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Bei der Puppenstube handelt sich um Biskuitporzellankopf-Puppen, dazu vermutlich Fichten-Holz. „Das ist richtig, richtig gutes Antik-Spielzeug“, findet der Experte und schätzt auf 1890 als Entstehungsjahr. Die Textilfasern haben ein bisschen gelitten. Die ganzen Papierapplikationen sind dafür in einem nahezu perfekten Zustand. Ein top-gepflegtes 130 Jahre altes Spielzeug steht also auf dem Verhandlungstisch.

„Bares für Rares“-Händler aus dem Häuschen

„Das ist richtig alt, das ist wirklich richtig alt“, staunt sogar Horst Lichter, der im Laufe der Jahre ja schon einiges erlebt hat bei „Bares für Rares“.

Die Kandidatin erzählt, dass sie es von einer Tante geschenkt bekommen hat, als sie selbst Mitte zwanzig war. „Ich hatte einen Glaskasten anfertigen lassen, damit es nicht verstaubt, gespielt hat da aber keiner mit“, sagt sie und wünscht sich 1000 Euro.

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Dass findet der Experte realistisch. „Ich finde das Außergewöhnlich! Ich gehe sogar auf 1000 bis 1200 Euro“, sagt er und meinte, dass sie vor ein paar Jahren bei Auktionen sogar noch mehr hätte bekommen können.

Aber können die Händler das gute Stück auch wertschätzen?

Ludwig Hofmaier zahlt bei „Bares für Rares“ 1320 Euro für die Puppenstube Screenshot: ZDF

Im Verkaufsraum geht es für Renate Wente jedenfalls gut los. 480 Euro wird als Startpreis in den Raum geworfen. Zackig wird das Gebot nach oben getrieben, es geht wild hin und her. Erst bei 1280 Euro gerät die Bieter-Schlacht ins Stocken. Hofmaier Ludwig bietet dann noch einmal 1320 Euro.

„Das ist so speziell, das kriegst du nie wieder“, sagt der Ludwig Hofmaier und bekommt den Zuschlag. Er ist happy! „Sie haben mir eine große Freude gemacht“, sagt er zur Kandidatin, als er das Geld austütet. Und die freut sich jetzt auf den Familien-Urlaub.