Nele Neuhaus (Mitte) mit den beiden Hauptdarstellern der neuen Taunuskrimi-Folge Annika Kuhl und Tim Bergmann. dpa/Sebastian Gollnow

Eine Frau mit Einkaufstüten an beiden Händen läuft durch die Fußgängerzone von Königstein im Taunus. Sie wirft immer wieder einen Blick zurück. Ihr Blick wird ängstlich, als sie einen Mann bemerkt, der in die Straße eingebogen ist. Sie fängt an zu rennen, lässt die Tüten fallen. „... und danke!“ ruft der Regisseur hinter der provisorischen Absperrung. Die Szene im sanften Licht des frühen Abends ist Teil der Dreharbeiten am „Taunuskrimi: Muttertag“ für das ZDF – nach dem gleichnamigen Roman von Nele Neuhaus.

Der nunmehr neunte Taunuskrimi hat gleich zwei Besonderheiten – die Rolle der Kommissarin Pia Sander wird erstmals von Annika Kuhl gespielt, die die bisherige Darstellerin Felicitas Woll ablöst. Und auch Autorin Nele Neuhaus hat einen kurzen Auftritt. Die männliche Hauptrolle des Kommissars Oliver von Bodenstein wird wie bisher von Tim Bergmann gespielt.

Annika Kuhl ist die „neue Pia“ im „Taunuskrimi“

Als „neue Pia“ hat Annika Kuhl mit Nele Neuhaus ein langes Telefongespräch geführt und „alle möglichen Fragen zu der Figur gestellt, die ich im Buch nicht gefunden habe“, wie sie erzählt. „Das war sehr hilfreich. Ich habe zum Beispiel gefragt, was ist Pias größte Angst? Damit kann ich eine Innenwelt der Figur aufbauen, die vielleicht nicht explizit erzählt wird, die aber die ganze Zeit mitschwingt.“

Was der Schauspielerin, die selbst lieber Sachbücher als Krimis liest, an der Rolle gefällt: „Pia ist ein komplexer Charakter – auf der einen Seite emotional, humorvoll und nahbar, auf der beruflichen Ebene schafft sie es aber immer, genügend Distanz zu wahren, um klar sehen zu können. Sie ist eine starke Frauenfigur.“

„Für mich ist es äußert reizvoll, eine Figur lange zu begleiten, die dann auch noch auf Romanvorlagen basieren“, sagt Bergmann über seine Rolle und ihre Entwicklung. „Oliver von Bodenstein liegt mir sehr am Herzen, und ich war sehr froh, nach vier Jahren Pause wieder in seine Haut schlüpfen zu können. Wenn man sich seine Entwicklung vom ersten bis nun neunten Taunuskrimi anschaut, hat er sich natürlich weiterentwickelt, und es ist viel in seinem Leben passiert.“

Nele Neuhaus: Zusammenarbeit mit der Produktion ist wunderbar

Neuhaus nennt die Zusammenarbeit mit der Produktion „wunderbar“. „Ich war früh involviert, habe mich mit der Drehbuchautorin ausgetauscht und war beim Casting dabei. Es ist großartig, wenn man als Autorin so nah dran sein kann.“ Denn auch wenn Autoren an ihren Texten hingen, sei die filmische Umsetzung eben noch einmal etwas ganz anderes. Es sei aber immer wieder etwas Besonderes, wenn die von ihr geschaffenen Figuren im Film zum Leben erwachten.

Der eigene Auftritt von Neuhaus ist stumm und so kurz, so dass Zuschauer schon genau hingucken müssen bei der Szene in der Fußgängerzone. Vor einer Buchhandlung steht dann eine Frau mit blondem Pferdeschwanz, den Rucksack über die Schulter geschlungen: Neuhaus spielt sich bei ihrem Cameo-Auftritt selbst.

Nele Neuhaus bei ihrem Cameo-Auftritt: Die Zuschauer sehen nur ihren Rücken. dpa/Sebastian Gollnow

Dass es ausgerechnet vor der Königsteiner Buchhandlung zu diesem Auftritt kommt, ist für die Autorin schon etwas Besonderes. „Ich habe eine langjährige Verbindung hierher“, verrät sie. „Letztlich verdanke ich dem Buchhändler und seiner Schwester meine Karriere, da sie damals meine noch selbstgedruckten Bücher an den Ullstein-Verlag vermittelt haben. Hier liegt sozusagen die Keimzelle meines Erfolges. Es ist daher toll, dass mein Filmauftritt vor genau dieser Buchhandlung stattfindet.“

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Daneben gebe es aber noch einen anderen Grund, warum die Buchhandlung Neuhaus am Herzen liegt: „Vor zehn Jahren habe ich hier nämlich meinen Mann kennengelernt.“