Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel dpa/John MacDougall

Schockierende Fotos machen die Runde. Sie zeigen prominente Frauen, darunter die britische Herzogin Kate Middleton, Spaniens Königin Letizia, US-Vizepräsidentin Kamala Harris und die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel mit schrecklichen Wunden im Gesicht.

Mehrere internationale Zeitschriften und Internet-Portale haben die Fotos veröffentlicht, zuletzt die britische Boulevardzeitung The Sun. Dabei wird schnell klar: Es handelt sich nicht um echte Fotos, die blutigen Wunden und blauen Flecken sind nachträglich auf die Hochglanzfotos der Promis montiert worden.

Vielmehr handelt es sich um eine Foto-Aktion des Künstlers AleXsandro Palombo. Die Fotos sollen auf häusliche Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen. Im Fokus steht vor allem partnerschaftliche Gewalt. Die Polizei in Deutschland verzeichnet fast 160.000 derartiger Fälle im Jahr, ein Anstieg von mehr als sechs Prozent innerhalb eines Jahres.

Feministische Ikonen als Opfer häuslicher Gewalt

Auch international hat das Thema häusliche Gewalt tausende Frauen zu Protestaktionen bewegt. Die Plakataktion von AleXsandro Palombo rüttelt dabei gleich an mehrern Tabus. Denn zum Einen geraten auch prominente Frauen innerhalb von Partnerschaften in Abhängigkeiten, die sie zum Opfer von Gewalt machen können. Allerdings ist von keiner der abgebildeten Frauen bekannt, dass sie Opfer häuslicher Gewalt geworden wären. Im Gegenteil hat sich AleXsandro Palombo selbstbewusste Frauen ausgesucht, die bekannter als ihre jeweiligen Partner sind und teils als feministische Ikonen gelten. 

Soweit bekannt, wurden weder Angela Merkel noch Kate Middleton vor der Verwendung der Fotos um deren Einverständnis gefragt. Und, was ja auch Fragen aufwirft: Deren Partner Joachim Sauer und Prinz William geraten durch die Aktion in ein merkwürdiges Licht. Aber weil sich wohl alle darauf verständigen können, dass das Ziel der Fotoaktion unterstützenswert ist, wird es wohl kaum zu Klagen gegen den Künstler kommen.