Johnny Depp und Amber Head vor einigen Jahren als Paar. Imago/Elizabeth Goodenough

„Ich muss noch immer den Preis dafür zahlen, weil ich als Frau gegen einen mächtigen Mann meine Stimme erhoben habe.“ Vor dem Auftakt des Verleumdungsprozesses in Virginia schießt Amber Heard gegen Ex-Ehemann Johnny Depp. Nach dem unrühmlichen Ehe-Aus haben sich die beiden mit Klagen überzogen. Bald soll der Fall verhandelt werden.

Zunächst verklagte der Oscargewinner die 35-Jährige wegen Rufschädigung auf 50 Millionen Dollar, weil diese sich selbst in einer Gastkolumne in der „Washington Post“ als Opfer von häuslicher Gewalt hingestellt hatte. Daraufhin habe er, laut Klage, seine hochdotierte Rolle in „Fluch der Karibik“ verloren. Heard konterte mit einer Gegenklage über 100 Millionen Dollar – ebenfalls wegen Rufschädigung: „Er hat meinen guten Namen durch den Schmutz gezogen und mich als Lügnerin dargestellt!“

Amber Heard will in Frieden leben

Die Schauspielerin kündigte auf Instagram an, dass sie wegen der Verhandlung für ein paar Wochen „offline“ sein wird: „Johnny verklagt mich, obwohl ich ihn namentlich nicht genannt habe“. Dann versucht sie sogar, dem Oscargewinner eine Art Friedensangebot zu machen: „Ich hoffe nach Ende des Prozesses kann ich mit meinen Leben fortfahren und Johnny kann es auch. Ich spüre meine Liebe für ihn bis heute und es schmerzt mich sehr, die Details unseres früheren Lebens vor der Welt noch einmal aufarbeiten zu müssen“.

Dann bedankte sich Heard bei ihren 4 Millionen Fans für ihre Unterstützung und deutet an, dass „ich in den nächsten Wochen um so mehr auf diese Unterstützung angewiesen sein werde.“

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Im Vorfeld des Prozesses musste Heard bereits einige Rückschläge hinnehmen. So verlor sie mit der „MeToo“-Verfechterin Amanda de Cadenet eine wichtige Verbündete. Die Schauspielerin ist seit vielen Jahren mit der britischen Frauenrechtlerin befreundet. Die 48-Jährige sollte ein Trumpf in Ambers Ärmel für deren Behauptung, von Depp in der Ehe misshandelt worden zu sein, werden.

Doch in einer im letzten Jahr bei Gericht eingereichten Erklärung zog de Cadenet ihre Bereitschaft zurück, als Zeugin für Heard auszusagen. Als Begründung gab sie an, dass sie „entsetzt und geschockt war, zu hören, wie Amber mit Johnny gesprochen hat.“ Sie bezog sich auf Mitschnitte von Gesprächen der Eheleute, die im Herbst 2020 von der „Daily Mail“ veröffentlicht wurden. Auf denen beleidigt Heard ihren damaligen Ehemann aufs Übelste und gibt zu, ihn geschlagen und mit Gegenständen beworfen zu haben. Eine Bekannte von De Cadenet: „Amanda fühlt sich von Amber benutzt und getäuscht“.

Amber Heard gegen Jonny Depp: Der Prozess-Krieg geht weiter

Depps Anwaltsteam muss im Prozess beweisen, dass Heard bei ihren Aussagen von häuslicher Gewalt durch Depp gelogen hat. Entscheidend könnten dabei die Aussagen von  vier Beamten der Polizei von Los Angeles und deren Bodycam-Aufnahmen werden.

Heard schwor in den Scheidungsunterlagen, dass Depp beim letzten großen Streit in seinem Appartement in Los Angeles ihr ein Telefon ins Gesicht geworfen und beim handfesten Kampf die Küche ihres gemeinsamen Penthouses schwer verwüstet hatte. Sie beschrieb, dass der Kronleuchter zerbrochen, Glassplitter überall auf dem Boden verteilt und Rotweinflecke auf dem Teppich und an die Wände gespritzt waren.

Johnny Depps Anwälte wollen Amber Heard als notorische Lügnerin darstellen

Laut Depps Anwälten waren innerhalb der nächsten zwei Stunden gleich vier Polizisten in der Wohnung erschienen, weil Heards Freunde versehentlich gleich zweimal den 911-Notruf alarmiert hatten. 15 Minuten nach dem angeblichen Vorfall waren Tyler Hadden und seine Kollegin Melissa Saenz, die auf Fälle von häuslicher Gewalt spezialisiert ist, im Appartement eingetroffen. Beide hatten bereits in vorherigen Aussagen geschworen, weder Verletzungen in Heards Gesicht und Anzeichen von Verwüstung gesehen zu haben.

Untermauert wird das von einem namentlich nicht genannten zweiten Cop-Duo, das 60 Minuten später eintraf. Diese hatten Bodycameras an ihren Uniformen. Laut der „Daily Mail“ zeigen die dreiminütigen Aufnahmen aus Depps und Heards 1,5 Millionen Dollar teuren Domizil, dass es keine Anzeichen von Schäden, Flecken in der Küche oder zertrümmerten Kronleuchter gab.

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Amber Heard und Johnny Depp gaben beide an, Verletzungen aus der Beziehung davongetragen zu haben AP/London High Court

Heard hatte später ein Foto von sich vor dem Obersten Gerichtshof von Los Angeles eingereicht, das Gesichtsverletzungen bei ihr zeigt, die ihr Depp zugefügt haben soll. Depp-Anwalt Adam Waldman: „Die Bodycam der LAPD aus der Nacht zeigt, dass die Aussagen von Amber Heard und ihren Freunden grandiose Lügen waren. Man kann ihr deshalb nichts glauben!“

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Für Heard spricht allerdings der Erfolg im letzten Prozess gegen Depp in London. Die englischen Richter sahen es als „substanziell wahr“ an, dass Depp ein „Ehefrauen-Schläger“ ist.