Sängerin Duffy während der ZDF-Fernsehshow „Wetten, dass..?“  in Düsseldorf (2009). imago/Star Media

Sie starteten gemeinsam durch, räumten Grammys ab, die Musikwelt lag ihnen zu Füßen. Die Alben „19“ von Adele und „Rockferry“ von Duffy gingen 2008/2009 durch die Decke. Doch nach dem Erfolg hatten beide Sängerinnen mit Problemen zu kämpfen.

Die Londonerin Adele Laurie Blue Adkins, kurz Adele, zog sich 2012 aus der Öffentlichkeit zurück mit der Begründung, sie wolle sich mehr um ihr Privatleben kümmern. Mit ihrem Partner Simon Konecki bekam sie ihren Sohn Angelo.

Adele verarbeitet auf ihrem Album „30“ die Trennung von Simon Konecki

Nach ihrem Album „25“, das Ende 2015 erschien, und einer anschließenden Welttournee, zog Adele sich wieder zurück. Sie heiratete Simon, doch schon drei Jahre später trennte sich das Paar. Auf ihrem neuen Album verarbeitet sie diese Zeit.

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Adele: Hier räumt sie bei den Grammys 2009 ab. Auch Duffy holte mit ihrem Album einen Preis.

Adele ist wieder da, lässt ihre Fans mit ihren Herzschmerz-Songs mitweinen um das von ihr Erlebte. Und Aimee Ann Duffy? Die großartige Sängerin aus Wales mit ihrem Riesen-Hit „Mercy“ hatte sich komplett zurückgezogen. Nur eine Reihe von Posts auf Instagram unter dem Titel „Passing thoughts“ (ungefähr: beiläufige Gedanken) gaben in den vergangenen Tagen einen Einblick, welche Schatten auf ihrem Leben liegen.

Duffy enthüllte ihr schreckliches Geheimnis: eine Vergewaltigung

Ihre acht Posts sind überschrieben mit Titeln wie Sonne, Musik, Anziehung, Verwirrung … Zu Akzeptanz schreibt sie: Manchmal müssen wir, so schwer es auch ist, verstehen, dass es Dinge gibt, die wir nicht akzeptieren können, und akzeptieren, dass es Dinge gibt, die wir nicht verstehen können.“

Was war geschehen? Nach ihrem zweiten Album „Endless“, das vor elf Jahren erschien, verschwand sie völlig von Bildfläche. Viel wurde spekuliert, bis Duffy in einem Interview das Rätsel auflöste.

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Im Jahr 2010 erschien Duffys Album „Endless“. Wenig später verschwand sie aus der Öffentlichkeit. Erst jetzt enthüllt sie ihr Geheimnis. imago/Zuma Press

Zudem schrieb sie ihren Fans: „Die Wahrheit ist, und bitte vertraut mir, mir geht es jetzt gut und ich bin in Sicherheit. Ich wurde vergewaltigt und unter Drogen gesetzt und einige Tage gefangen gehalten. Natürlich habe ich überlebt. Die Genesung brauchte Zeit. Es gibt keine leichte Art, es zu sagen. Aber ich kann euch sagen, in den letzten zehn Jahren, den Tausenden und Abertausenden von Tagen, an denen ich mir vorgenommen habe, den Sonnenschein wieder in meinem Herzen zu spüren, die Sonne scheint jetzt.“

Die „Mercy“-Sängerin schreibt, sie sei vor Jahren an ihrem Geburtstag in einem Restaurant mit Drogen betäubt worden – es muss also am 23. Juni passiert sein, über das Jahr der Entführung gibt sie keine Informationen.

Das Unfassbare: Duffy sei von dem Täter über Wochen unter Drogen gesetzt und gefangen gehalten worden. Dann sei sie in ein Flugzeug gebracht worden, das sie ins Ausland brachte. In einem Hotelzimmer sei sie dann vergewaltigt worden.

Unter Drogen gesetzt, vergewaltigt, doch Duffy gelang die Flucht

Duffy berichtete: „Ich kann mich an den Schmerz erinnern und wie ich danach versucht habe, bei Bewusstsein zu bleiben.“ Irgendwann sei ihr die Flucht gelungen. Wie, bleibt unklar. „Er machte unterschwellige Anmerkungen, mich töten zu wollen. Mit der letzten Kraft, die ich noch hatte, sagte mir mein Instinkt, zu laufen – irgendwohin zu laufen und etwas zu finden, das er nicht aufspüren kann.“

Nachdem sie ihrem Peiniger entkommen sei, habe sie sich lange nicht getraut, zur Polizei zu gehen und sei aus Angst fünfmal umgezogen. Letztendlich habe sie sich einer Psychologin anvertraut. Auch zwei Polizistinnen wüssten von ihrem jahrelangen Horror, da zu einem späteren Zeitpunkt erst jemand versucht hatte, sie zu erpressen, danach anscheinend drei Männer in ihr Haus eindringen wollten. Seitdem sei ihr Fall aktenkundig.

Instagram-Post von Duffy mit dem Titel „Akzeptanz“ Instagram

Nun kehrt sie vorsichtig wieder in die Öffentlichkeit zurück. „Nervös, aber ich mache es dennoch.“ Und ihr bisher letzter Eintrag macht Mut: Unter dem Titel „Dankbarkeit“ schreibt sie: Die meisten Probleme können mit Dankbarkeit für etwas gelindert werden.