Bela B. Felsenheimer wird zum TV-Star: Er spielt im neuen Rostocker „Polizeiruf 110“ mit. Foto: dpa

In einem neuen „Polizeiruf 110“ aus Rostock wird es einen Gastauftritt von Ärzte-Musiker Bela B. (57) geben. Der Schlagzeuger der Berliner Band dreht zurzeit laut Norddeutschen Rundfunk (NDR) an der Seite von Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner unter der Regie von Eoin Moore einen Sonntagskrimi mit dem Arbeitstitel „Der Falke“, der 2021 im Ersten zu sehen sein soll.

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Zum Inhalt: Titolew (Alexandru Cirneala), Inhaber eines Musikclubs, ist während eines Live-Konzerts ermordet worden. Verdächtig ist unter anderen der bekannte Musiker Jo Mennecke (Bela B. Felsenheimer), den König und Bukow samt Frau Dora (Sithembile Menck) ins Revier bestellen. Nicht nur König und Bukow, sondern auch ihre Teamkollegen Röder (Uwe Preuss), Thiesler (Josef Heynert) und Pöschel (Andreas Guenther) haben mit den Star-Allüren des Musikers alle Hände voll zu tun.

Aber es gibt noch ganz andere Sorgen: Ein alter Bekannter erpresst die Kommissare. Dieses Damokles-Schwert schwebt über ihrer gerade erst begonnenen Liebe. Nichtsdestotrotz haben sie einen Mord aufzuklären und zugleich Ordnung in Rostocks Unterwelt schaffen, denn diese ist nach Veit Bukows Tod quasi kopflos geworden. Und es gibt diverse Aspiranten für diesen Job ...

Bela B., Gitarrist, Schlagzeuger und Sänger der 1982 gegründeten Punkrock-Truppe Die Ärzte, wirkte schon einmal in einem ARD-Krimi mit: 2002 war er im Münchner „Tatort: Totentanz“ als DJ Lupo zu sehen. Darin ging es um eine junge Schauspielerin, die in einem Szeneclub statt einer Ecstasy-Pille Zyankali geschluckt hatte.

In der Corona-Krise: „Geld bestimmt das Handeln der Menschen“

Der Musiker Bela B zeigt sich enttäuscht über die Entwicklung vieler Menschen während der Corona-Pandemie. „Am Anfang dachte ich noch, die Menschen würden anfangen, aufeinander Rücksicht zu nehmen“, sagte der Drummer der Berliner Punk-Band Die Ärzte der Süddeutschen Zeitung. „Aber mittlerweile bestimmt doch wieder Geld das Handeln.“

Die Band, zu der noch Gitarrist Farin Urlaub (57) und Bassist Rodrigo Gonzalez (52) gehören, versuche etwa beim Merchandising auf Umweltaspekte und Fairness zu achten, sagte der 57-Jährige. „Dass wir auch Geld damit verdienen, ist klar. Aber die Shirts müssen ja nicht unbedingt von Minderjährigen in Sweatshops genäht werden.“

Mit der Corona-Krise brechen der Musikbranche wegen gestrichener Konzerte gerade zentrale Einnahmequellen weg. „Die heutigen Generationen werden sich wohl damit abfinden müssen, dass mit Tonträgern kaum noch Geld zu machen ist. Eine Band wie die Beatsteaks verkauft ein Vielfaches mehr an Live-Tickets als an Tonträgereinheiten.“ Wegen Corona liege die bisher so selbstständige Industrie am Boden. „1,4 Millionen Menschen, die bisher so gut wie nie Unterstützung brauchten, sind jetzt quasi arbeitslos“, sagte Bela B. „Und ich meine nicht primär die Musiker, ich meine all die Roadies, Tontechniker, den Schlagzeugstimmer, Partydeejays, Tänzer und so weiter.“

Die Ärzte haben nach den Worten ihres Drummers gut gewirtschaftet. „Bei uns läuft der Plattenverkauf halbwegs.“ Bela B. „Aber das Glück haben zum Beispiel die Leute, die mit uns arbeiten, nicht.“