„Domino Day“-Erfinder Robin Paul Weijers mit der RTL-Moderatorin Frauke Ludowig beim „Domino Day“ 2007. Foto: RTL

Wer aktuell einen Blick ins TV-Programm wirft, stellt fest: Auf vielen Sendern wird momentan sehr viel ausprobiert. Neue Show-Formate erblicken das Licht der Welt, vor allem die Privatsender bieten zu Corona-Zeiten reichlich Unterhaltung. Mit „Murmel Mania“ kommt nun eine Show ins Fernsehen, die spannende Gemeinsamkeiten mit dem „Domino Day“ hat, einer Show, die von 1998 bis 2009 jährlich Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte zog. Hier kommen fünf Fernseh-Erfolge, für die sich viele eine Neuauflage wünschen würden. Sie auch?

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Domino Day. Die Steinchen-Show war eines der spektakulärsten TV-Events – doch so groß die Felder waren, die in riesigen Hallen in Holland aufgebaut wurden, so niedrig war die Hürde für die Zuschauer. Denn: Jeder, der in Omas Schrank eine alte Packung Dominosteinchen entdeckte, konnte auf dem Wohnzimmertisch zwischen Sekt und Knabbernüsschen eine eigene Strecke aufbauen, während TV-Star Linda de Mol als Moderatorin die kippenden Riesen-Bilder anfeuerte. Leider meldeten die Firmen von Domino-Gott Robin Paul Weijers nach dem letzten „Domino Day“ Insolvenz an. 2020 sollte es zur Freude vieler Fans eine Neuauflage geben, die wurde wegen Corona auf März 2021 verschoben – und verschwand. Schade! Bleiben (momentan) nur Omas Steinchen.

Das Intro des „Domino Day“ von 1998.

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X Factor - Das Unfassbare. Ach, was haben wir uns gegruselt! Von 1997 bis 2002 wurde die Mystery-Serie ausgestrahlt, zunächst moderiert von James Brolin, später von Jonathan-„Ich bin Jonathan Frakes“-Frakes. Und auch heute gehört die Grusel-Sendung zum gut sortierten RTLZWEI-Fernsehprogramm. Fünf Geschichten werden in jeder Episode präsentiert, einige wahr, andere falsch. Die Zuschauer dürfen mitraten. Erst 2018 wagte sich RTLZWEI an eine Neuauflage, die aber nicht an das Original heranreichte – die Quoten waren gut, die Kritiken schlecht. Schade, denn: Gerade in einer Welt, in der wir uns auch dank Google alles schnell erklären können, wäre eine True-Mystery-Serie wie diese eine TV-Bereicherung. Doch es bleiben nur die alten Folgen – sie laufen übrigens am Sonntag von 6.10 Uhr bis 11.15 Uhr auf RTLZWEI.

Die alten Folgen von „X Factor - Das Unfassbare“ laufen noch auf RTLZWEI.

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Traumhochzeit. Hand aufs Herz: Haben Sie nicht auch davon geträumt, im eigenen Wohnzimmer mal eine Pyramide aus Sektgläsern aufzustellen – und dann ein Glas nach dem anderen Herauszuziehen, wie beim Bauklötzchen-Spiel Jenga? Es lag nicht nur an diesem einen Spiel, dass „Traumhochzeit“ mit Linda de Mol zu den erfolgreichsten Shows der 90er-Jahre gehörte. Der Kick der einzelnen Gameshow-Elemente mit der Aussicht auf ein tränenreiches Ja-Wort am Schluss zog zwischen 1992 und 2000 viele vor die Bildschirme, wenn die Sendung auf RTL lief. Die Versuche, an den Erfolg anzuknüpfen, scheiterten. Würde ein solches Konzept in Zeiten von Internet-Dating und Tinder noch funktionieren? Sicher, denn romantische Stoffe wie „Bauer sucht Frau“ und „Hochzeit auf den ersten Blick“ ziehen auch.

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Irgendeine Daily-Talkshow. Hach, das waren noch Zeiten. Nachmittags die Glotze an und anderen beim Reden zuschauen – das machten in den 90er-Jahren viele Menschen gern. Entsprechend groß war die Anzahl an Daily-Talkshows, die über den Äther gingen. Achtung, gleich gibt’s ein Déjà-vu, wenn Sie diese Namen lesen: Arabella! Sonja! Ricky! Bärbel Schäfer! Andreas Türck! Hans Meiser! Und, auch wenn sie erst später zur Riege stieß: Britt! Heute wird zwar auch noch getalkt, aber zumeist im Abendprogramm und über politische Themen. Aber: War es nicht schön, Paaren zuzuschauen, die sich gegenseitig ihre Seitensprünge beichten, Menschen zu beobachten, die sich mit ihren Eltern versöhnen – und vieles, vieles mehr aus dem Schmelztiegel des Lebens zu bestaunen? Eben. Liebe Privatsender: Es wäre mal wieder Zeit!

Mit ihren Performances kamen die Kinder in der „Mini-Playback-Show“ groß raus.

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Mini-Playback-Show. Ach, wie herrlich! Zum holländischen Dialekt von Moderatorin Marijke Amado legen Knirpse und – um in der Zeit zu bleiben – Knirpsinnen coole Playback-Nummern aufs Parkett. Jedes Kind wollte einmal, umringt von Mini-Cheerleadern, die bunte Showtreppe hinabschreiten. Doch den wenigsten ist es gelungen. Heute singt der Nachwuchs bei „The Voice Kids“ oder tanzt ab Mai bei „Let’s Dance Kids“. Zugegeben: Wer heute alte YouTube-Videos der Playback-Show sieht, bekommt den Eindruck, er hätte eine Zeitreise gemacht. Doch ist es nicht genau der nostalgische Charme, der uns träumen lässt? Doch so bleibt nur die Erinnerung an den schönsten Abschluss-Song, den es je im TV gab – Amado sang ihn nach jeder Folge: „Lampenfieber weg, der Puls geht ganz normal. Und auch bei den Mamas und Papas hier im Saal. Die Show ist nun zu Ende und ihr wart richtig gut. Denn zu so ’nem Auftritt gehört ’ne Menge Mut.“