Angela Lansbury 2018 bei der Premiere einer TV-Serie Hollywood. Foto: imago images/APress

Was Angela Lansbury zu ihrem 95. Geburtstag am Freitag wohl machen wird? Wir wissen es nicht. Rund um ihren 90. jedenfalls sah man sie im amerikanischen Fernsehen und am Broadway, wo sie den Oscar Hammerstein Award für ihr Lebenswerk im Musiktheater erhielt. Es ist natürlich nicht der erste Preis, den die 1925 in London geborene Schauspielerin im Laufe ihrer über 75 Jahre andauernden Karriere einheimste.

Vielleicht also blickt Dame Angela Lansbury – vor sechs Jahren wurde sie in den britischen Adelsstand erhoben – auf ihre Fernseh-, Kino- und Bühnenerfolge zurück. Dafür allerdings dürfte ein Tag kaum ausreichen. Die Tochter einer Schauspielerin trat früh in die Fußstapfen ihrer Mutter, nahm Schauspielunterricht, musste dann allerdings im Zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten auswandern und sich um ihre jüngeren Brüder kümmern, da war sie gerade erst 14 und selbst noch ein Kind.

Lesen Sie auch: Hollywood-Legende, ewiger Rebell, Frauenschwarm: James Dean: Neuer Film erscheint zum 65. Todestag des Schauspielers >>

Doch durch Auftritte in Nachtclubs und Kabaretts blieb Lansbury mit dem Showgeschäft in Berührung. In einem Kaufhaus, in dem sie jobbte, wurde ein Agent auf die junge Frau aufmerksam. Er suchte für das Studio MGM eine Darstellerin mit britischem Akzent –und fand Angela Lansbury. „In der einen Minute packe ich Weihnachtsgeschenke in einem Geschäft ein, in der nächsten drehe ich mit Ingrid Bergman. Das grenzte an ein Wunder“, sagte Lansbury 2014 der britischen Zeitung Daily Mail. Mit 17 spielte sie an der Seite von Bergman also ihre erste Hollywood-Rolle in „Das Haus der Lady Alquist“ und erhielt für ihre Darstellung des frechen Hausmädchens nicht nur gleich ihre erste Oscar-Nominierung, sondern auch einen Sieben-Jahres-Vertrag mit MGM. Der Grundstein für eine Erfolgskarriere war gelegt.

Kolleginnen und Freundinnen: Liz Taylor (zweite von links) und Angela Lansbury (rechts) im Jahr 1944 in „National Velvet“.
Foto: Imago Images/Everett Collection

Ob in „Das Bildnis des Dorian Gray“, der Politsatire „Der beste Mann“ oder in „Botschafter der Angst“ von 1962, Lansbury war in unzähligen Filmen zu sehen, sie drehte mit Peter Ustinov, Bette Davis, Geraldine Chaplin, Rock Hudson und Elizabeth Taylor, die ihr seit der Jugend nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine Freundin war. 1944 trafen sich die beiden Schauspielerinnen am Set von „National Velvet“, in dem Lansbury Taylors ältere Schwester spielte. Bekannter ist das spätere Zusammentreffen der beiden in der Agatha-Christie-Verfilmung „Mord im Spiegel“.

Ihre bekannteste Rolle: Angela Lansbury als Krimi-Autorin Jessica Fletcher in der TV-Serie „Mord ist ihr Hobby“.
Foto:  imago images

Die Rolle der Miss Marple war in gewisser Weise die Vorstufe zu jener Figur, die Lansbury zum weltweiten Star machte. Als Krimiautorin und Hobby-Detektivin Jessica Fletcher in der TV-Serie „Mord ist ihr Hobby“ war Lansbury von 1984 bis 1996 zu sehen, sie wurde für ihre Darstellung der amerikanischen Antwort auf die britische Romanfigur Miss Marple mit zwölf Emmy-Nominierungen und vier Golden Globes belohnt. Die 264 Folgen der TV-Serie waren ein Familienprojekt: Lansburys Sohn Anthony führte häufig Regie, ihr 2003 verstorbener Ehemann Peter Shaw war als Produzent mit an Bord.

Ein wenig schockierend kam vor vier Jahren Lansburys Geständnis in Bezug auf ihre bekannteste Rolle daher, für die sie auch von Weltstars wie Frank Sinatra angehimmelt wurde: „Ich hab's nur fürs Geld gemacht“, verriet Angela Lansbury im Gespräch mit der britischen Tageszeitung Mirror. Pro Folge der weltweit erfolgreichen Krimiserie verdiente sie ein Vermögen – doch eigentlich galt ihre Leidenschaft dem Theater.

Lansbury 1957 in New York bei ihrem Broadway-Debüt mit Bert Lahr in dem Stück „Hotel Paradiso“.
Foto: Foto: UPI/dpa

Und so sah man Lansbury auch immer wieder am Broadway und am Londoner West End, fünfmal gewann sie den Tony Award. Schon in den 70er-Jahren wurde die Schauspielerin mit Musicals wie „Gypsy“ und „Sweeney Todd“ zum gefeierten Bühnenstar. Und auch im hohen Alter bleibt Lansbury dem Showbiz erhalten: Als Luftballonverkäuferin war sie 2018 in „Mary Poppins' Rückkehr“ im Kino zu sehen. Laut IMDB hat sie mit dem Familiendrama „The Adventures of Buddy Thunder“ einen weiteren Dreh geplant.

Mehr aktuelle Nachrichten und Geschichten aus dem Ressort Show finden Sie hier >>

Mit Kreuzworträtseln, Gartenarbeit und ihrer Familie halte sie sich körperlich und geistig fit, erzählte Lansbury der Daily Mail. Sie trinke kaum Alkohol und nehme viele Vitamine, zudem schlafe sie reichlich. „Wenn es so weitergeht, sehe ich keinen Grund, es nicht bis 98 zu schaffen.“