Schauspieler Sean Connery anlässlich der Verleihung des William Wallace Award in Washington. Foto: Imago Images

Sir Sean Connery starb im Alter von 90 Jahren, wie seine Familie laut einem BBC- Bericht mitteilte. Er sei friedlich im Schlaf gestorben, sagte sein Sohn Jason. Viele Familienmitglieder hätten ihn auf seinem Anwesen in Nassau begleiten können.

Bond, Schotte, Weltstar. Wenn es einen gab, der das Attribut Jahrhundertschauspieler verdiente, dann Sean Connery. Der schottische Schauspieler war der erste und einer der beliebtesten James-Bond Darsteller. In insgesamt sieben der Spionage-Thriller trat er auf und prägte damit Generationen von Männern, die sein wollten wie er und von Frauen, die ihn anhimmelten. "Ich werde ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen", sagte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Samstag.

Erstmals stellte  er in „James Bond jagt Dr. No“ im Jahr 1962 Schurken, ein letztes Mal in „Sag niemals nie“ 1983. Er und seine unnachahmlich ironisch hochgezogenen Augenbrauen waren das, woran sich alle seine Nachfolger von George Lazenby über Roger Moore bis Daniel Craig messen lassen mussten. Noch im Alter von  60 Jahren ernannte ihn das People Magazin zum „Sexiest Man Alive“.

Connery in "Die Liga der außerordentlichen Gentleman" Foto: imago images/EntertainmentPictures

Seine Schauspielkarriere war beispiellos und spannte sich über fünf Jahrzehnte.  Ein Oscar, drei Golden Globes und mehrere Bafta Awards zeugen von seinem Ausnahmetalent. Connery gelang es aber auch, sich auch außerhalb des Bond-Universums zu profilieren. Er bekam einen Oscar für „Die Unbestechlichen“ (1986), brillierte  als Mönchsdetektiv in der Verfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“ und als Vater von Indiana Jones. Er spielte in insgesamt über 80 Filmen und inspirierte Millionen von Fans. 

Edinburgh: In traditionell schottischer Kleidung geht Sir Sean Connery, der zuvor von der britischen Königin zum Ritter geschlagen wurde, über das Gelände von Holyroodhouse. Foto: Cheskin/PA/epa/dpa 

Weitere berühmte Filme denen Connery seinen Stempel aufdrückte waren "Jagd auf Roter Oktober", "The Rock ", "Indiana Jones",  und "Highlander". 

Sean Connery, 1964  in Goldfinger. Alle wollten sein wie er.  Foto: imago images/Everett Collection

Thomas Sean Connery wurde am 25. August 1930 als Sohn eines Fernfahrers und einer Putzfrau in Fountainbridge, einer Arbeitervorstadt von Edinburgh, geboren. Früh ging er von der Schule ab, schlug sich mit Gelegenheitsjobs - unter anderem als Gehilfe bei einem Bestatter, wo er Särge zusammen nagelte - durch und kam über Umwege zum Schauspiel. Als Kind hatte er Milch ausgeliefert, um zum Familieneinkommen beizutragen. Sein Aussehen brachte schließlich den Durchbruch zur Schauspielerei: Connery belegte den dritten Platz beim Wettbewerb „Mister Universum“, und weil er schon mal in London war, sprach er für einen Musicalchor vor. Nach kleinen Bühnenengagements spielte er Ende der 50er die ersten Filmrollen - und dann kam Bond.

1963 - Liebesgrüße aus Moskau.  Foto: imago images/Cinema Publishers Collection

Connery arbeitet zu Beginn seiner Karriere hart daran, seinen schottischen Akzent zu verbergen. Ohne Erfolg. Sein schottischer Zungenschlag galt als so ausgeprägt, dass Cast-Mitglieder am Set von South Pacific glaubten, er spräche Polnisch. Er kaufte einen Rekorder und übte stundenlang. Doch die Überbleibsel seines schottischen Akzents wurden zu seinem Markenzeichen.

Connery war auch privat außerordentlich erfolgreich: Seit vier Jahrzehnten war er mit der französischen Malerin  Micheline Roquebrune verheiratet und lebte in Spanien. Sein einziger Sohn Jason  stammt aus erster Ehe mit seiner australischen Kollegin Diane Cilent - mit ihr war er  1962 bis 1973 verheiratet. Seit einigen Jahren trat Connery nicht mehr  häufig in der Öffentlichkeit auf. Statt Interviews zu geben und Filme zu drehen, spielte er in den vergangenen Jahren Golf auf den Bahamas. 

Im Jahr 2000 schlug ihn die Queen zum Ritter, erst am 25. August hatte Sean Connery seinen 90. Geburtstag gefeiert.

Verlockende Falle mit Catherine Zeta-Jones. Foto: imago images/United Archives

Connery hatte schon diverse Operationen und mindestens eine Krebsbehandlung überstanden. Nun  starb er am Samstagfrüh "friedlich im Schlaf auf den Bahamas", sagte sein Sohn Jason der BBC. Er habe sich schon eine Weile unwohl gefühlt. Viele seiner Familienmitglieder konnten bei ihm auf den Bahamas sein, und ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten, als er in der Nacht starb, so Jason Connery weiter. 

Sean Connery und sein Sohn Jason 2008 bei einer Filmnacht in Hollywood. Foto: imago images/ZUMA Globe

"Wir alle arbeiten jetzt daran zu verstehen, was gerade erst passiert ist", so Jason weiter. Connerys Tod sei plötzlich und überraschend gekommen, obwohl es ihm schon länger nicht gut ging.  

"Es ist ein trauriger Tag für alle, die ihn kannten und die meinen Vater liebten. Es ist ein Verlust für alle Menschen auf der Welt, die seine wunderbare Gabe als Schauspieler schätzten", so Jason Connery. 

2006 beendete Sean Connery seine Schauspielkarriere. Seine Filme bleiben.   Foto: imago-images

Die Bond-Produzenten Michael Wilson und Barbara Broccoli sagten, Connery sei "ohne Zweifel zu einem großen Teil für den Erfolg der Film-Serie verantwortlich" - und sie seien ihm für immer dankbar. Connery werde auf ewig "der originale James Bond" bleiben. Der aktuelle Bond-Darsteller Daniel Craig sagte, Connery habe den modernen Blockbuster miterfunden: "Man könnte seinen Witz und Charme auf der Leinwand in Megawattstunden messen."