Aus einem Hermann-Teig kann man mit verschiedenen anderen Zutaten einen köstlichen Rührkuchen machen. imago/agefotostock

Wer schon in den 90er-Jahren gern gebacken hat, wird sich an diesen Kuchenteig mit nostalgischem Blick erinnern! Kennen Sie noch den „Hermann“? Hinter diesem Namen verbirgt sich eine spezielle Art von Sauerteig, die aus Mehl, Hefe, Zucker und Wasser angesetzt und gezüchtet wird. Dann muss der „Hermann“ immer wieder mit neuen Zutaten gefüttert werden – und nach Ablauf von zehn Tagen wird er geteilt und zu einem leckeren Kuchen verarbeitet. Aber: Wie züchtet man einen echten Hermann?

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Einen Hermann ansetzen, füttern und backen: DAS brauchen Sie dafür

Das Prinzip sorgte in den 90er-Jahren für Furore. Denn: Ist der Hermann fertig, wird er in vier Teile geteilt. Aus einem wird ein neuer Hermann, einer wird zu einem Kuchen verarbeitet und zwei werden verschenkt – so war es keine Seltenheit, dass im Freundeskreis Tupperdosen oder Gläser mit frischen Hermann-Teigen weitergegeben wurden.

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In Deutschland erlebte der Hermann ab den 80er-Jahren den Durchbruch, vor allem in den 90ern war er populär. Üblicherweise wurde der Teig dabei stets mitsamt einer Pflege-Anleitung weitergegeben, in der beschrieben war, wie mit dem Sauerteig zu verfahren ist. Demnach musste er täglich umgerührt und alle fünf Tage gefüttert werden, damit er sich vermehrt. Aber: Wie stellt man den Ketten-Kuchen selber her?

Sie brauchen: 100 Gramm Mehl, 1 Esslöffel Zucker, 2 Teelöffel Trockenhefe, 150 Milliliter lauwarmes Wasser.

Und so geht’s: Die Zutaten werden in einer Schüssel aus Glas oder Plastik mit Deckel (sie darf nicht zu klein sein, sondern muss etwa zwei Liter fassen!) verrührt, bis eine geschmeidige Masse entsteht.

Rezept für Hermann-Kuchen: So gelingt der Teig-Ansatz garantiert

Dieser Teigansatz muss dann zwei Tage bei Zimmertemperatur gehen – meist blubbert er schon nach kurzer Zeit gemütlich vor sich hin. Der Deckel sollte aber nur locker aufgelegt werden – keinesfalls sollte der Behälter fest verschlossen sein, Explosionsgefahr!

Wenn zwei Tage vorbei sind, wandert der Hermann in den Kühlschrank. Nun muss er einen Tag ruhen, dann wird er am 2., 3. Und 4. Tage umgerührt. Wichtig: Niemals einen Metall-Löffel verwenden, nur Holz oder Plastik! An Tag 5 wird gefüttert – das heißt: 100 Gramm Mehl, 150 Gramm Zucker und 150 Milliliter Milch einrühren. Gut umrühren. An den Tagen 6, 7, 8 und 9 wird jeweils einmal gerührt, am zehnten Tag noch einmal gefüttert. Dann muss der Teig in vier Portionen á 200 Gramm geteilt werden. Zwei werden verschenkt, eine weitergezüchtet, eine verbacken.

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Und das geht beispielsweise so: Eine Tasse Hermann-Ansatz wird mit zwei Eiern, etwas mehr als einer Tasse Zucker, einem Päckchen Backpulver, zwei Tassen Mehl und jeweils einer halben Tasse Butter und Öl verrührt. Mit Zutaten wie Schokostreuseln und Rosinen nach Bedarf anreichern. Bei 180 Grad im Ofen etwa 45 Minuten backen, bis der Kuchen durch ist – die klassische Stäbchenprobe mit einem Holzspieß hilft.