Karlsbader Schnitten sind ein beliebter Snack der DDR-Küche. Imago/Panthermedia

Es ist der perfekte Snack für zwischendurch und längst nicht in die Jahre gekommen: Die Karlsbader Schnitte. Aus dem Westen heraus wurde sie oft verächtlich zur Ersatz-Bemme des Toast Hawaii herabgestuft, doch das war die Karlsbader Schnitte nie. Sie war und ist ein eigenständiges Gericht – und vielerorts beliebter als die süße Variante mit Ananas. 

Doch einem Vorwurf kann sich auch die Karlsbader Schnitte, die im Grundrezept eine mit Tomatenmark bestrichene Scheibe Toast ist, die mit Schinken belegt, mit Käse (meist Scheiblettenkäse) im Ofen bei 180 Grad überbacken und anschließend mit Paprikapulver bestreut wird, nicht entziehen: Auf Dauer wird sie ein wenig eintönig. Und so haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Varianten zu dem Klassiker der DDR-Küche herausgebildet. Hier werden fünf vorgestellt.

Variante 1: Karlsbader Schnitte mit Meerrettich

Wer es gerne scharf mag, kann seine Karlsbader Schnitte mit Meerrettich pimpen. Dazu einfach Meerrettich (am besten Tafelmeerrettich, nicht den mit Sahne verdünnten) auf die Schinkenscheibe schmieren. Dabei gilt: Je mehr Meerrettich umso schärfer wird das Ganze. Als Beilage schmecken dazu besonders gut Salz- oder Knoblauchgurken, die auch – je nach Geschmack – unter dem Käse mitgebacken werden können.

Variante 2: Karlsbader Schnitte mit Tomate

Diese Variante könnte auch Zungenverbrenner-Variante genannt werden. Denn bei ihr wird eine Scheibe Tomate (besonders gut eignen sich hier Fleisch- oder Ochsenherztomaten, da sie groß in der Fläche sind und wenige Kerne haben) zwischen Schinken und Käse gelegt. Die Tomate wird dabei mitgratiniert und kann dabei richtig heiß werden. Daher gilt hier: Obacht beim Reinbeißen!

Variante 3: Karlsbader Schnitte mit Apfel

Diese Variante der Karlsbader Schnitte kommt dem vor allem im Westen bekannten Hawaii-Toast wohl am nächsten. Bei dieser Variante wird statt Kochschinken Bierschinken genommen und zwischen ihn und die Käsescheibe eine Scheibe Apfel gelegt. Vor allem im Winter ist diese Variante sehr beliebt. Zum Obst eignet sich neben dem klassischen Scheiblettenkäse auch ein Blauschimmelkäse.

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Variante 4: Karlsbader Schnitte auf mediterrane Art

Die originale Karlsbader Schnitte kommt mit Schinken daher. Aber warum versuchen Sie es nicht einmal mit ein paar dünnen Scheiben Mailänder Salami auf dem DDR-Klassiker? Das gibt dem Snack einen ganz neuen Pfiff. Und auch beim Käse können Sie variieren: Nehmen sie beispielsweise dünn geschnittenen Mozzarella statt des Scheiblettenkäses oder – wenn Sie doch Scheiblettenkäse verwenden – streuen Sie etwas Parmesan obendrauf. Zudem können Sie das Paprikapulver durch Oregano und Knoblauchgranulat ersetzen. 

Variante 5: Karlsbader Schnitte geht auch vegetarisch

Als die Karlsbader Schnitte erfunden wurde, war die Lebensmittel-Industrie noch nicht so weit wie heute. Als Wurst galten damals nur Fleischprodukte. Heute weiß man: Man kann auch andere Stoffe in eine Pelle pressen und in Scheiben aufschneiden. Längst gibt es im Supermarkt-Regal zahlreiche vegetarische und sogar vegane Wurst-Produkte. Sie sind aus Erbsenprotein, Sonnenblumenkernen, Weizen oder Ei. Probieren Sie sich durch, welches Produkt Ihnen am meisten zusagt und ersetzen Sie den Schinken aus Fleisch durch das Ersatzprodukt. Geschmacklich werden Sie kaum einen Unterschied ausmachen.