Die Info der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung bekommt jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist.  Foto: Marijan Murat/dpa

Fast jeder bekommt sie - aber kaum einer liest sie: die eigenen Renteninformation, die einmal im Jahr in den Briefkasten flattern. Dabei sollten Sie dem Schrecken einmal ehrlich ins Gesicht schauen. Denn da steht schwarz auf weiß, was im Alter auf Sie zukommt - in finanzieller Hinsicht. Der KURIER erklärt, was in den Renteninformationen drinsteht und was es mit der „Versorgungslücke“ auf sich hat.

Wer bekommt die Renteninformation - und wann?

Die Deutsche Rentenversicherung verschickt die Renteninformationen automatisch einmal pro Jahr an rund 31 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Jeder bekommt sie, der mindestens 27 Jahre alt ist und fünf Jahre Beitragszeiten erworben hat. Ab einem Alter von 55 Jahren erhalten Versicherte alle drei Jahre eine ausführliche Rentenauskunft. Sie ersetzt die Renteninformation und enthält neben einem aktuellen Versicherungsverlauf ausführliche Informationen zu den einzelnen Altersrenten, zur Erwerbsminderungsrente und zur Hinterbliebenenrente.

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Welche Werte stehen in der Renteninformation?

Die Renteninformation schlüsselt auf, welche Rentenansprüche Sie bisher erworben haben, wie hoch Ihre Altersrente ausfallen könnte, wenn Sie weiterhin so viel einzahlen wie durchschnittlich in den vergangenen fünf Jahren, um wie viel Ihre Rente steigen könnte, bei einer jährlichen Rentenanpassung von einem oder zwei Prozent, wie viel Erwerbsminderungsrente Sie aktuell bei plötzlicher Erwerbsminderung bekommen würden und wann Sie ohne Abschläge in Altersrente gehen können. Auf der zweiten Seite erklärt die Rentenversicherung die Grundlagen der Rentenberechnung durch Ihre gesammelten Entgeltpunkte und weist auf die Inflation hin.

Was sollten Versicherte mit der Standmitteilung machen?

Zunächst einmal sollten Sie sich Ihre Renteninformation genau anschauen. Nehmen Sie sich dafür Zeit. Wer sich mit dem Thema zum ersten Mal befasst, stellt fest, dass er von der gesetzlichen Rente im Alter kaum leben können wird. Darauf weißt die Renteninformation sogar ausdrücklich hin. Heften Sie die Renteninformation zu ihren Unterlagen.

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Warum bedeutet die „Versorgungslücke“, auf die die Renteninformation hinweist?

Ihre gesetzliche Rente wird nicht reichen, um Ihren Lebensstandard im Alter zu halten. Punkt! Da gibt es kein „Wenn“ und kein „Aber“ – wer nicht privat vorsorgt, wird sich im Rentenalter erheblich einschränken müssen. Darauf weißt die Renteninformation ausdrücklich hin.

Wie kann ich die „Versorgungslücke“ schließen?

Eine private Renten-Vorsorge kann die „Versorgungslücke“ im Alter zumindest verringern. Das kann man durch eine staatlich geförderte Riester Rente tun. Auch fondgebundene Rentenversicherungen (ETF) sind eine Option. Kleiner Tipp: Ab 2021 fällt der Solidaritätszuschlag weg – sie erhalten also automatisch mehr Netto vom Brutto. Nutzen Sie dieses Geld und stecken es in die private Vorsorge. Das tut nicht weh, weil das Geld zuvor auch nicht zur Verfügung stand.

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Welche Rolle spielt die Inflation?

Die Preise steigen. Und somit frisst die Zeit Ihre zu erwartende Rente auf. 1.000 Euro Rente von heute sind bei 2 Prozent Kaufkraftverlust in 20 Jahren nur noch 673 Euro wert, erklärt die Stiftung Warentest. Oder andersherum: Wer heute 1.000 Euro zum Leben braucht, wird in 20 Jahren 1.486 Euro benötigen – bei exakt denselben Bedürfnissen.