Wer so lebt, wie es einige Experten raten, kann früher in Rente gehen und muss nicht bis 67 warten. Patrick Pleul/dpa

Arbeiten bis 67? Sich krumm machen, bis man nicht mehr krauchen kann? Und in der Rente dann schnell zum Pflegefall werden? Das ist das Horror-Szenario, dem sich viele Deutsche ausgesetzt sehen. Und seien wir mal ehrlich: Wer träumt nicht davon, die Zeit bis zum Renteneintritt zu verkürzen? KURIER stellt drei Früh-Rentner vor, die ihre Finanz-Tipps teilen. Sie sagen: Wer so lebt, kann früher in Rente gehen.

Früher in Rente – Tipp 1: Auf Ausgaben konzentrieren

Für den Selfmade-Millionär Chris Reining, der mit 37 in Rente ging, geht es weniger um Einnahmen als um Ausgaben, die eben darunter liegen müssen. „Reich zu werden und reich zu bleiben, ist überwiegend ein Spiel, bei dem man unter seinen finanziellen Mitteln lebt. Wenn man das kann, wird man die Freiheit genießen, die die Menschen, die bloß reich leben, niemals erleben werden“.

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Außerdem wichtig: Das gesparte Geld sinnvoll investieren. Chris Reinig rät, nicht zu viel in Versicherungen und Absicherung zu stecken. „Immer wenn Ihr euch entscheidet, eine Sache mit dem Geld zu machen, dann verzichtet Ihr dafür auf eine andere. Das nennt man Opportunitätskosten. Wenn Ihr 25.000 Euro zu Hause für Notfälle liegen habt, dann sind die potenziellen Erträge, die ihr aufgebt, eure Opportunitätskosten“, erklärt er gegenüber dem News-Portal Business Insider.

„Vielleicht lässt euch das bei Nacht besser schlafen, wenn Ihr diesen Geldberg zu Hause oder auf einem Tagesgeldkonto liegen habt. Das ist in Ordnung. Aber wenn Ihr das Geld an der Börse investieren würdet, wo die durchschnittliche Rendite für einen Zeitraum von 30 Jahren bei 10 Prozent liegt, dann könnte ein 25.000-Euro-Investment auf 400.000 Euro anwachsen. Sind 375.000 Euro für euch nicht ein hoher Preis für ein bisschen Sicherheit?“

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Früher in Rente – Tipp 2: Einkäufe in Stundenlohn umrechnen

Das ist mal ein Leben im Schnelldurchlauf: Nach dem Studium arbeitete J.P. Livingston nur sieben Jahre in einer Investmentfirma. Sie bekam schon als Berufsanfängerin gutes Geld. So sparte die Investmentbankerin etwa 70 Prozent ihres gesamten Einkommens – bis sie genug Geld zusammenhatte, um ihren Job zu kündigen.

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Wie sie das geschafft hat? „Um konstant viel Geld zu sparen, sollten Sie damit beginnen, Ihre Einkäufe in Stundenlohn umzurechnen“, rät Livingston gegenüber dem US-Wirtschaftsportal CNBC.

Die US-Amerikanerin ging mit nur 29 in Rente – und hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Millionen US-Dollar (1,73 Mio. Euro) auf der hohen Kante.

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Geld haben und Geld gezielt investieren: So ermöglicht man sich einen früheren Eintritt in die Rente. Christin Klose/dpa

Wie sie das geschafft hat? Sie hat die ersten Scheine hart gesparrt und das Geld dann für sich arbeiten lassen. Ihr Tipp lautet deshalb: „Tut alles, was in eurer Macht steht, um die ersten 10.000, 20.000 oder 100.000 Euro anzusammeln. Das wird eine Art Schneeball erzeugen, der euch viel schneller zum Reichtum führt, als ihr es euch vorstellen könnt.“

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Früher in Rente – Tipp 3: Vermögensziel fest im Blick haben – am Kühlschrank

Jeder sollte basierend auf seinem Alter, seiner Berufserfahrung und seinem Einkommen ein vernünftiges Vermögensziel haben“, schreibt Frührentner Sam Dogen, der nach eigenen Angaben mit 34 Jahren keinem geregelten Job mehr nachgehen muss, in seinem Blog „Financial Samurai“. Denn nur wer Ziele hat, kann seinen eigenen Finanzplan einhalten. Nur dann kann man mehr sparen, wenn man mal im Rückstand ist. Der Tipp vom Frührentner: Seinen persönlichen Leitfaden zum Vermögensaufbau sollte man sich an den Kühlschrank heften, um sich selbst auf Kurs zu halten.

Er verrät auch, dass ihm schon immer klar war, dass er nicht bis zur Rente arbeiten wolle. „Die Saat für meinen frühen Ausstieg habe ich eigentlich ganz am Anfang meiner Karriere gelegt. Angefangen mit meinem ersten Job bei einer Investmentbank nach dem College in NYC, habe ich jedes Jahr über 50 Prozent meines Nachsteuereinkommens gespart, weil ich wusste, dass ich nicht in der Lage sein würde, ein Leben lang mehr als 70 Stunden pro Woche zu arbeiten.“

Er habe seine Ersparnisse verwendet, um Miet-Immobilien, Aktien und Anleihen zu kaufen, um passive Einkommensströme aufzubauen. Jetzt lebt er von den Einnahmen, für die er gar nichts tun muss.