Wenn der Helm gefällt, tragen ihn Kinder lieber. dpa/Sebastian Hofer/pd-f

Haben Sie sich schon mal im Internet angeschaut, wie ein Fahrradhelm eine herunterfallende Melone schützen kann – und was ohne passiert? Noch Fragen? Ein Helm ist Experten wie Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik (AZT) zufolge „zur Vermeidung tödlicher Kopfverletzungen unumgänglich“. Der Sicherheitsforscher sagt: „Unsere Risikoberechnungen zeigen, dass über 50 Prozent der tödlichen Verletzungen bei Fahrradfahrern in Deutschland durch Kopfverletzungen erfolgen.“ Letztere führten bei ihnen häufiger zum Tod als bei Fußgängern oder Autofahrern.

Die Auswahl ist mittlerweile riesig. Angeboten werden spezielle Helme für Radsportdisziplinen, geschlossene Retro-Helme im Look der 1950er Jahre oder geschlitzte zur besseren Belüftung, smarte Helme mit eingebauten GPS- und Sturzsensoren, die über eine Handy-App Notrufe absetzen können, und Kinderhelme in allen Farben und Spielarten.

Helme nach EU-Bestimmungen bieten eine „Mindestsicherheit“, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Darüber, wie gut ein Helm wirklich schützt, gäben jedoch erst Vergleichstests wie von der Stiftung Warentest genauer Aufschluss. Der Technikexperte rät dazu, vor dem Kauf Fachmagazine und Netz nach Tests zu durchforsten.

Ein Fahrradhelm muss richtig sitzen

Für die volle Schutzwirkung sollte der Helm richtig sitzen. „Er muss bei einem Sturz an Ort und Stelle bleiben, sonst wird er selbst zur Gefahr“, sagt Filippek. Der Kopfschutz sollte Hinterkopf und Schläfen bedecken, dabei waagerecht, bequem und so fest sitzen, dass er beim Kopfschütteln nicht verrutscht. „Die vordere Helmunterkante befindet sich dann etwa zwei Finger breit über der Nasenwurzel.“

Grundsätzlich darf der Helm nicht zu fest sitzen, sonst drohen Kopfschmerzen. Kontakt mit dem Kopf sollten nur die Polsterelemente haben, nicht der Helm selbst, sagt Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Zu stramm darf auch das Kinnbändchen nicht eingestellt sein. Die Experten empfehlen ein bis zwei Fingerbreit Luft zu lassen – „ansonsten fällt der Schulterblick zu schwer“, ergänzt Filippek. Die seitlichen Y-Riemchen sollten sich so einstellen lassen, dass sie die Ohren einfassen.

Je besser der Helm dem Kind gefällt, desto eher trägt es ihn

Auch auf das Gewicht sollte man bei der Anprobe achten, der Helm darf sich nicht zu schwer anfühlen. Der ADAC empfiehlt, dass Fahrradhelme zwischen 200 und 300 Gramm schwer sein sollten. Vor allem bei Kinderhelmen sei wichtig, dass der Helm dem Kind gefällt, sagt ADAC-Sprecherin Katharina Lucà. Ansonsten könnte der Nachwuchs den Kopfschutz verweigern.

Brillenträgern rät Experte Geisler, darauf zu achten, dass der Helm nicht seitlich auf die Brillenbügel drückt. Immer beliebter würden zudem Helme mit Visier, die vor Fahrtwind schützen und tränenden Augen vorbeugen. Diese seien vor allem unter E-Bikern gefragt.

„Intelligente“ Helme bieten SOS-Funktionen und eingebaute Lautsprecher

Für einen guten Fahrradhelm sollte man nach pd-f-Angaben um die 80 Euro einplanen, dafür gibt es gute Stadthelme. Spezialhelme für Radsportler sind teurer, Rennradler und Mountainbiker kalkulieren am besten mit 100 Euro im Einsteigerbereich, sagt Geisler.

Sogenannte smarte Helme sind seit ihrer Markteinführung günstiger geworden, in Webstores geht es bei 120 Euro los, doch auch 250 Euro sind möglich. Diese „intelligenten“ Helme bieten SOS-Funktionen, eingebaute Lautsprecher und Mikros für Musikgenuss, Telefonate und Navigationsansagen von der Handy-App, Rücklichter, Blinker – teils mit Lenkerfernbedienung – und weitere Funktionen.