Wie weit sollte ich den Thermostat runterdrehen?
Wie weit sollte ich den Thermostat runterdrehen? dpa/Hauke-Christian Dittrich

Die Energiekosten sind auf Rekordniveau. Da machen sich viele Gedanken, wie sie sparen können. Eins erscheint da doch ganz logisch: Wer nicht zu Hause ist, muss auch nicht heizen. Also drehen viele das Thermostat komplett herunter. Aber ist das wirklich sinnvoll? Wir erklären Ihnen, wie stark Sie die Heizung wirklich runterregeln sollten. 

Bei vielen Energiespartipps geht es darum, wie Sie im Alltag, zum Beispiel beim Kochen, beim Duschen oder beim Heizen, Energie und damit Geld einsparen können. Was bedeutet das aber für den Fall, dass Sie gar nicht daheim sind? Lässt sich der Verbrauch dann nicht auf null reduzieren? Oder muss ich doch heizen? Und wenn ja, wie warm sollten die Räume bleiben? 

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Heizung runterdrehen, aber bitte nicht ganz ausstellen!

Die wichtigste Information zuerst: Sie sollten die Heizung im Winter NIE ganz ausschalten. Das gilt für die Nacht und auch, wenn Sie überhaupt nicht zu Hause sind. Ansonsten droht akute Schimmelgefahr. Das gefährdet nicht nur Ihre Gesundheit, sondern die Beseitigung kann auch richtig teuer werden. 

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Sind Sie für einen längeren Zeitraum nicht im Haus, müssen Sie die Räume natürlich nicht mollig warm beheizen. Sie sollten aber eine Mindesttemperatur beachten, die Sie vor Schimmelbildung schützt und in jedem Fall eingehalten werden sollte.

Wenn Sie nur eine kürzere Zeit nicht in der Wohnung sind, sollte Sie die Temperatur nicht unter 18 Grad sinken lassen. Ansonsten wird auch der Energieaufwand für das regelmäßige Wieder-Aufheizen sehr hoch. Wenn Sie mehrere Tag nicht da sind, lässt sich tatsächlich weitere Energie sparen, indem Sie zulassen, dass die Raumtemperatur noch etwas weiter sinkt.

Wichtig: Stellen Sie den Thermostat aber nie auf kälter als 16 Grad ein. Darunter wird die Schimmel-Gefahr sehr hoch. Zu hoch! 

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Für kurze Zeit komplett ausschalten sollten Sie den Heizkörper nur beim Lüften der Räume. Ansonsten heizen Sie im Wortsinne zum Fenster hinaus. Auf Dauer wird das teuer. 

Das Entlüften der Heizkörper kann bei Sparen von Heizkosten helfen. 
Das Entlüften der Heizkörper kann bei Sparen von Heizkosten helfen.  dpa/Christin Klose

Richtige Einstellung spart bis zu 15 Prozent

Wichtig ist generell, dass ihre Heizung richtig eingestellt ist und Sie sich darauf verlassen können, dass auch gilt, was Sie am Thermostat einstellen. Mit einer auf ihre Wohnsituation angepassten Einstellung Ihrer Heizungsanlage lassen sich laut Verbraucherzentrale zehn bis 15 Prozent Energie einsparen!

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Richtig viel sparen können Sie auch mit Thermostaten, die eine eingebaute Zeitschaltuhr haben. Dann heizen Sie verlässlich und voreingestellt nur, wenn Sie es auch brauchen. Legen Sie fest, wie warm es zu welcher Tageszeit in welchem Raum sein soll. Dann vergessen Sie das Umschalten nie wieder. Die Investition in solche Thermostate haben Sie ganz schnell wieder drin. 

Übrigens: Heizungen funktionieren deutlich weniger effizient, wenn sich zu viel Luft in den Heizkörpern befindet. Machen Sie sich deshalb das Entlüften zum alljährlichen Ritual vor der Heizperiode. Das geht mit ganz wenigen Handgriffen.

Auch Haustiere frieren, wenn es zu kalt wird in der Wohnung.
Auch Haustiere frieren, wenn es zu kalt wird in der Wohnung. Imago/Andriy Popov

Frieren Haustiere, wenn wir weniger heizen? 

Sind Sie Halter eines Haustiers, das in Ihrer Abwesenheit auch mal zu Hause auf Sie wartet, sollten Sie zum Beispiel für Hund oder Katze auch auf eine Mindesttemperatur achten und die Heizung nicht ganz ausstellen. Viele Tiere können Temperaturen zwar durch Ihr Fell ausgleichen, man muss sie deshalb aber nicht in eiskalten Räumen sitzen lassen. 

Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Ihre Vierbeiner nicht auf dem kalten Boden liegen müssen, sondern es sich in einem Körbchen oder auf einer Decke einkuscheln können. Dann sind für Hund oder Katze auch 16 Grad kein Problem.