Für Elektriker kein Rätsel, für andere schon: Strom.
Für Elektriker kein Rätsel, für andere schon: Strom. imago-images/Müller-Stauffenberg

Es wird viel gesprochen und geschrieben über Energie in diesen Wochen, woher sie kommt, wie sie erzeugt wird, wie man sparen soll. Dabei begegnen uns immer wieder Begriffe und Abkürzungen, die jeder kennt, aber nicht unbedingt weiß , was sie bedeuten. Da kommt die Kilowattstunde kWh um die Ecke, da stellen Kraftwerke Gigawatt bereit. Aber was heißt das eigentlich?

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Zunächst sind die Größenordnungen zu klären, weil sie im Zusammenhang mit Strom und Gas verwendet werden, immer wieder auftauchen.

-         Kilo- bedeutet Tausend (1000).

-         Mega- bedeutet Million (1.000.000)

-         Giga- bedeutet Milliarde (1.000.000.000)

-         Tera- bedeutet Billion (1.000.000.000.000)

Was die Buchstaben auf unserer Strom-Rechnung bedeuten

220 Gigawatt sind also 220 Milliarden Watt, in Ziffern 220.000.000.000 Watt. Das ist die elektrische Leistung, in Watt (W) dargestellt, die Deutschlands Stromquellen aller Art – von der Photovoltaik bis zum Gaskraftwerk – bereitstellen können.

Aus der Leistung muss aber erst einmal elektrische Arbeit entstehen, bei der Strom verbraucht wird, sei es, dass die Deckenlampe leuchtet, die Waschmaschine wäscht oder die Maschinen in der Fabrik laufen. Dieser Verbrauch wird in Wattstunden gemessen.

Eine LED mit 8 Watt Leistung beispielsweise verbraucht innerhalb einer Stunde 8 Wattstunden oder 0,008 Kilowattstunden – das ist die mit kWh abgekürzte Größenordnung, die für den privaten Stromkunden für die Stromrechnung verwendet wird. Das „k“ steht für Kilo, das „W“ für Watt und das „h“ für Stunde.

Große Bandbreite beim privaten Strom-Verbrauch

Laut Stromspiegel  verbraucht in Deutschland ein Drei-Personen-Haushalt in einem Mehrfamilienhaus im Schnitt 2500 kWh Strom pro Jahr, wenn das Wasser nicht elektrisch aufgewärmt wird. Allerdings ist die Spannungsbreite groß, etliche kommen mit 1500 kWh im Jahr aus. Auf der Internetseite sind auch Stromspartipps zu finden.

Deutschland hat im vergangenen Jahr rund 508 Terawattstunden (508 Billionen Wattstunden) netto verbraucht, also ohne den beim Transport durch die Leitungen entstehenden Verlust und ohne den Eigenverbrauch der Kraftwerke.

Der Anteil der Energielieferanten an der Stromerzeugung  2021 (l.) und 2022. Strom aus Atomenergie hat sich halbiert, weil Ende 2021 drei der sechs verbliebenen Kernkraftwerke abgeschaltet wurden.
Der Anteil der Energielieferanten an der Stromerzeugung  2021 (l.) und 2022. Strom aus Atomenergie hat sich halbiert, weil Ende 2021 drei der sechs verbliebenen Kernkraftwerke abgeschaltet wurden. Grafik: dpa. Quelle: BDEW

Faustregel für den Gas-Verbrauch

Auch durch Gas erzeugte Wärme wird in kWh gemessen, wobei über den Daumen gepeilt ein Kubikmeter Gas 10 KWh Energie liefert. Bei der Netzgesellschaft nbb kann man sich mit Hilfe seiner Gasrechnung online ausrechnen lassen, welchen Brennwert das selbst verbrauchte Gas hat – also wie viel Energie im Gas steckt, das man geliefert bekommt.

Insgesamt hat Deutschland im vergangenen Jahr 90,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas zum Heizen, in Kraftwerken und in der Industrie verbraucht, was 999 Terawattstunden entspricht.