Für richtig saubere Wäsche braucht man nicht nur das geeignete Waschmittel, sondern auch die richtige Temperatur und Dosierung. Christin Klose/dpa-tmn

Stehen Sie eigentlich auch immer vor dem Regal voller Waschmittel und fragen sich: Was ist bitte das richtige für welche Wäsche? Denn wer es wirklich richtig machen will, kann nicht einfach irgendein Waschmittel nehmen. Für richtig saubere Wäsche braucht man nicht nur das geeignete Waschmittel, sondern auch die richtige Temperatur und Dosierung. Und dann ist da noch die Frage nach dem richtigen Fach in der Waschmaschine - I, II, III oder Blume? Der KURIER beantwortet die wichtigsten Fragen...

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Welche Waschmittel benötige ich wirklich?

Die Experten von Stiftung Warentest raten zu drei Waschmitteln: Zu einem Vollwaschmittel, „um weiße Textilien, stark Verschmutztes oder riechende Wäsche wieder sauber zu bekommen“, erklärt Sara Wagner-Leifhelm. Sein Vorteil ist, dass es Bleichmittel enthält und daher höhere Waschkraft hat. Zum zweiten empfiehlt die Expertin Colorwaschmittel für Buntes. „Anders als das Vollwaschmittel enthält es in der Regel kein Bleichmittel und schont damit die Farben der Wäsche.“

Das dritte empfohlene Waschmittel ist ein Produkt für Wolle und Seide. Grund: Diese Fasern sind zu sensibel für die Voll- oder Colorwaschmittel. Die milden Spezialprodukte sind pH-neutral und frei von Enzymen, die diese Stoffe angreifen könnten.

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Braucht man wirklich extra Spezialwaschmittel?

In der Regel sind solche Waschmittel überflüssig. Waschmittel für Schwarzes hat zum Beispiel die Stiftung Warentest mit üblichen Colorwaschmitteln verglichen - mit ernüchterndem Ergebnis. „Die Spezialprodukte zeigten weder im Farbtonerhalt noch in der Textilschonung oder der Sauberkeit Vorteile“, berichtet Wagner-Leifhelm. „Auch mit Schwarzwaschmitteln sieht man eine Vergrauung der Kleidung nach 20 Wäschen.“ Einige Sonderprodukte seien außerdem umweltschädlich, „Hygienespüler zum Beispiel“, sagt Jorde. Und man braucht sie in aller Regel nicht, denn: „Alle Bakterien sterben spätestens bei 55 Grad. Wer ein Infektionsrisiko vermutet, wäscht einmal mit 60 Grad.“ Ansonsten seien 30 Grad ausreichend.

Das Angebot an Waschmitteln im Supermarkt ist riesig. Patrick Pleul/dpa

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Pulver oder Flüssigwaschmittel - was ist besser?

Insbesondere bei Vollwaschmitteln sollten Verbraucher zum Pulver greifen. „Sie können im Gegensatz zu flüssigen Produkten Bleichmittel enthalten, die nötig sind, um den Weißgrad der Wäsche möglichst lange zu erhalten“, erklärt Wagner-Leifhelm. Und die Bleichmittel wirken besser gegen Flecken. Weiterer Vorteil: „Bleichmittel lösen die Biofilme in der Waschmaschine, in denen sich Pilze oder Bakterien vermehren“, sagt Glassl.

Flüssigmittel kommen nicht ohne Konservierungsstoffe aus. Diese können mitunter Allergien auslösen. Bei Gelkissen gibt Wagner-Leifhelm aber zu bedenken: „Sie lassen sich nicht so flexibel in Abhängigkeit von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad oder Gewicht der Trockenwäsche dosieren. Ein Kissen ist vielleicht zu wenig, zwei hingegen schon zu viel.“

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In welches Fach kommen eigentlich die Waschmittel: I, II, III oder Blume?

Auch das Mischen von Flüssigwaschmittel und Weichspüler ist keine gute Idee. Diese Mischung ist schlecht wasserlöslich. Die Wäsche wird in der Folge nicht richtig gewaschen, außerdem kann die Mischung das Weichspülerfach verstopfen.

Die Fächer finden sich in der Einspülschublade und sind mit den Nummern eins bis drei in arabischer (1) oder römischer (I) Schreibweise markiert. Fach 1 oder I ist für das Waschmittel für den Vorwaschgang - falls einer eingestellt ist. In Fach 2 oder II kommt die Waschmittelmenge für den Hauptwaschgang. Alternativ ist auf dem dritten Fach statt einer Zahl eine Blume abgebildet, hier füllen Sie den Weichspüler ein.

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Was ist die richtige Dosierung für die unterschiedlichen Verschmutzungsgrade:

Leicht verschmutzt: Hierzu zählt zum Beispiel kurz getragene Oberbekleidung ohne Flecken.

Normal verschmutzt: In diese Kategorie gehören einmal getragene Unterwäsche, mehrfach getragene Oberbekleidung mit leichten Flecken sowie Handtücher und Bettwäsche.

Stark verschmutzt: Das sind neben besonders dreckigen Textilien grundsätzlich auch Geschirr- und Küchenhandtüchern und Babylätzchen sowie Kinder- und Fußballkleidung.

Kann ich Waschmittel eigentlich selber herstellen?

Ja, das ist sogar gar nicht so schwer: Etwa 30 Gramm Kernseife zerkleinern, zum Beispiel mit Hilfe einer Küchenreibe. Nach Bedarf vier Esslöffel Waschsoda als Wasserenthärter hinzugeben. „Konventionelle Waschmittel enthalten fast immer Enthärter, allerdings ist die Wasserhärte von Ort zu Ort unterschiedlich und ein Enthärter dementsprechend häufig gar nicht nötig“, erklärt Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Seife nun mit zwei Litern kochendem Wasser aufgießen und verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Ist die Mischung abgekühlt, können noch ätherische Öle für einen frischen Duft hinzukommen.