Immer wieder bringen dreiste Enkeltrick-Betrüger Senioren um ihre Ersparnisse. Fotos: imago/Sven Simon, imago/Fotostand

Die Tricks der miesen Enkeltrick-Betrüger – sie werden immer perfider! Wie jetzt bekannt wurde, wurde in Rostock eine Rentnerin beinahe von dreisten Abzockern hereingelegt. Die Masche: Absolut perfide und durchdacht. KURIER verrät, wie die Kriminellen dreist eine 69-jährige Seniorin um ihre Ersparnisse bringen wollte, warum sie doch aufflogen – und wie Sie sich schützen können.

Mindestens drei Männer waren an der neuen Abzock-Masche in Rostock beteiligt, heißt es. Sie riefen die 69 Jahre alte Frau am Freitag immer wieder an, überredeten sie zu einer Geldübergabe. Sie gaben sich dabei als ein Polizist, ein Pflichtverteidiger und ein Haftrichter aus, meldeten sich über den gesamten Tag immer wieder bei der Frau. Ihr Sohn säße in Untersuchungshaft, weil er bei einem Verkehrsunfall ein kleines Mädchen schwer verletzt habe. Nun sei eine fünfstellige Kaution fällig, so die Betrüger.

Erst, als die Seniorin das Geld abgehoben hatte, flog der Schwindel auf

Die 69-Jährige hob daraufhin den Betrag bei einer Bank ab und begab sich für die Übergabe zu einem Supermarkt in Rostock-Südstadt, wo ein Kollege des angeblichen Pflichtverteidigers auf sie wartete. Laut Polizei wurde sie dort von dem Filialleiter darauf hingewiesen, dass es sich um Betrug handeln könnte. Daraufhin rief die Frau die Polizei und erstattete Anzeige. Der Betrüger flüchtete. Wie ein Sprecher der Polizei am Samstag sagte, verlief die Fahndung bislang erfolglos.

Solche Fälle passieren immer wieder, jeden Tag, überall in Deutschland – die Polizeibehörden warnen deshalb ständig vor den gemeinen Maschen der Trickbetrüger. Es hilft schon, den Ablauf zu erkennen – denn die Enkeltrick-Betrügereien laufen immer gleich ab. „Klassischerweise lässt der Täter bei dem Anruf seinen Namen erraten (z.B. ,Hallo Oma! …weißt Du nicht wer dran ist?‘) und baut durch diesen erregten Irrtum sofort Vertrauen auf“, heißt es etwa auf einer Beratungsseite der Hamburger Polizei.

Lesen Sie dazu auch: Vorsicht, Abzocke: Enkeltrick-Betrüger beklauen arme Seniorin – mit DIESEN Tricks können Sie sich schützen! >>

Nach einem kurzen Gespräch wird dann eine Notsituation geschildert. „Die Täter bauen bei ihren Anrufen immer einen immensen zeitlichen und psychischen Druck auf, stellen ihr Anliegen als äußerst dringlich dar und setzen auf unbedingte Geheimhaltung“, heißt es weiter. Und: Wird die Übergabe des Geldes vereinbart, ist der angebliche Enkel verhindert – und kündigt an, einen Kollegen oder einen Partner zu schicken.

Es gibt einfache Tricks, mit denen sich jeder vor Abzocke schützen kann

Die Polizei rät deshalb: „Fordern Sie immer Ihr Gegenüber auf, selbst seinen Namen zu sagen. Seien Sie immer dann besonders misstrauisch, wenn Sie am Telefon zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen befragt werden.“ Finanzielle Bitten sollten immer genau überdacht werden.

Betroffene sollten außerdem gezielte Nachfragen stellen. Vielleicht sogar auflegen und den eigenen Enkel unter der bekannten Telefonnummer anrufen – um festzustellen, ob es sich wirklich um Angehörige handelt. Außerdem sei es wichtig, nie Geld an unbekannte Personen zu übergeben. Und: „Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen. Damit entziehen Sie den Tätern die Grundlage, auf Sie aufmerksam zu werden.“