Eine Schwanzmeise an einem Futterhäuschen. Foto: imago images/blickwinkel

Vögel füttern ist mehr als Brotkrümel auf die Fensterbank zu streuen. Das fängt schon mit dem richtigen Zeitpunkt an. Nur bei starkem Frost oder dauerhaft geschlossener Schneedecke sollten die gefiederten Freunde draußen gefüttert werden, erklärt der Landesverband Hessen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Dazu gibt es allerdings auch andere Ansichten. Befürworter einer Fütterung über das ganze Jahr hinweg verweisen gerne auf England, wo Vogelfreunde schon länger rund ums Jahr füttern. Tatsache ist jedoch, dass die Fütterungen auch dort den Rückgang von Vogelarten nicht aufgehalten haben, so der Naturschutzbund Nabu auf seiner Webseite.

Was ist also dran an der Behauptung, Meisenknödel, Erdnüsse und Sämereien könnten „auch als Ganzjahresfütterung wahre Wunder bewirken“? Unabhängig von der Jahreszeit ist zunächst festzustellen: Vogelfütterungen in Städten und Dörfern erreichen selten mehr als 10 bis 15 Vogelarten, nämlich vor allem Meisen, Finken, Rotkehlchen und Amseln. Diese Arten haben stabile oder wachsende Populationen, keine ist in ihrem Bestand gefährdet. Von wenigen Ausnahmen wie dem Haussperling abgesehen, werden Futterstellen also nicht von den Vögeln genutzt, die im Mittelpunkt notwendiger Schutzbemühungen stehen, so der Nabu.

Sauberkeit am Futterplatz ist das A und O. Das Futter darf auch nicht nass werden. Das kann zur Ausbreitung von Krankheitserregern führen. Geeignet sind Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Getreide, Haferflocken, Fett-Kleie-Gemische, Futterringe und -knödel, Kokosnusshälften oder Orangenhälften mit Rinderfett oder Rindertalgstücken. Viele Vögel nehmen auch Obst, Rosinen und Wildbeeren.

Altes Brot ist dagegen ungeeignet, weil es im Vogelmagen aufquillt. Auch Speisereste sind tabu, die Gewürze können die Vögel sogar umbringen. Verteilt auf mehrere Futterstellen haben auch schwache Vögel eine Chance, Körner zu ergattern. Wasser muss generell nicht angeboten werden. Vögel finden es im Winter in Form von Reif, Eis oder Schnee.

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Rezept: Vogelfutter selbst gemacht

So lässt sich günstiges Futter herstellen, das die meisten Vögel mögen: Rindertalg oder Pflanzenfett wird klein geschnitten und erhitzt. Nach dem Ausschmelzen des Fetts wird etwa die gleiche Menge Weizenkleie untergemischt. Ein Schuss Salatöl sorgt dafür, dass das Ganze bei Kälte nicht brüchig wird.

Die Masse kann man in einen Blumentopf füllen, in den vorher ein Stab gestellt und ein Stückchen durch das Bodenloch gezogen wird. Ist das Futter erkaltet, kann man den Topf kopfüber am Stabende aufhängen. Am längeren Stabende können sich die Vögel beim Fressen festhalten. Die Schale einer halben Orange oder einer Kokosnuss ist ebenfalls ein praktisches Gefäß für Fettfutter. Mit Stäbchen als Sitzstangen und ein paar Fäden lässt sich daraus eine schöne Futterstelle für die Vögel basteln. Auch in geöffnete Tannenzapfen lässt sich die Fett-Kerne-Mischung streichen.

Offene Futterhäuschen täglich reinigen

Der Nabu Hamburg empfiehlt auch die Verwendung von sogenannten Futtersilos, die das Futter vor Verunreinigungen durch Vogelkot verhindern. Wer dennoch ein offenes Futterhäuschen nutzt, sollte es unbedingt täglich reinigen.

Den Futterspender platziert man am besten an einer übersichtlichen, gut einsehbaren Stelle, so dass sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen können. Eine Gefahrenquelle für Vögel seien auch Glasscheiben in der Nähe der Futterstelle. Sie können leicht zur tödlichen Falle werden, wenn sich etwa Bäume im Glas spiegeln. Aufkleber können Abhilfe schaffen.