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Konto in der Hosentasche: Das steckt hinter Revolut

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Eine neue Banking App wirbelt den Markt durcheinander. Symbolbild.

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Getty Images

London -

Eine Alternative zu den traditionellen Banken sorgt für Wirbel im  europäischen Markt: Denn „Revolut“ ist unter anderem radikal digital, alles läuft nur über die gleichnamige App – von der Eröffnung des App-basierten Accounts über den Kauf von Kryptowährung bis hin zum Sparen. Zudem verspricht das Unternehmen: keine versteckten Gebühren, bessere Wechselkurse.

Revolut: Mehr als acht Millionen Kunden in zwei Jahren

Das hat Erfolg: Im Februar 2017 startete Revolut zunächst nur mit britischen Konten und hat nun – stand November 2019 – bereits mehr als acht Millionen Kunden. Und täglich kommen nach Angaben des Unternehmens rund 20.000 weitere Konten dazu.

Revolut: Einfacher, schneller und digitaler

Was die Bank ihren Kunden unter anderem anbietet: Ein kostenloses Girokonto mit Karte (Master, Visa), Bargeldabhebungen sind in 120 Währungen – aber nur bis 200 Euro kostenlos (Geldautomaten-Gebühr möglich), danach zahlt man zwei Prozent, Sparplan in der App,

Was sich beim Online-Banking und -Shopping geändert hat lesen Sie hier.

Kaufen und Verkaufen von Kryptowährung, Benachrichtigungen über Kontobewegungen in Echtzeit, integrierte Kontrolle der Finanzen und Zahlen und Überweisen zum Großbanken-Wechselkurse  (an Wochentagen)  im Ausland.

Überweisungen per Fingertipp,  Karte (ent-)sperren per App. Nur wenige Dienstleistungen kosten.

Revolut: „Spezialisierte Banklizenz“ aus Litauen

Sitz von Revolut ist London. Gegründet wurde Revolut von Nikolay Storonsky (vormals Händler bei Credit Suisse und Lehman Brothers) und den Software-Entwicklern Tom Reay (zuvor  Expedia, Ocado) und  Vlad Yatsenko (zuvor Credit Suisse, Deutsche Bank).

Von der litauischen Bankaufsicht erhielt Revolut im Dezember 2018 eine „spezialisierte Banklizenz“.  Damit darf das Unternehmen Einlagen annehmen und Kredite vergeben, aber keine eigenen Investmentprodukte anbieten.

Revolut: Konflikte mit Bankaufsicht

Kritik gibt es auch:  Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, erfolgreichen Pishing-Angriffen von außerhalb auf Kunden, so berichten Medien, und weil Revolut immer wieder im Konflikte mit der Bankenaufsicht steht, da nach wie vor ungeklärt ist, ob das Unternehmen die litauische EU-Banklizenz nutzen darf.

Logo des russischen Energieversorgers Gazprom an der Firmenzentrale in Moskau

Das Logo des russischen Energieversorgers Gazprom an der Firmenzentrale in Moskau,

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picture alliance / dpa

Revolut: Skepsis gegenüber Gründer Storonsky

Dieses Jahr soll es drei Untersuchungen gegeben haben, weil litauische Abgeordnete dem Gründer Storonsky misstrauen, dessen Vater Manager beim russischen Gaskonzern Gazprom ist. Kritiker sehen in Revolut weniger eine Alternative zum Bankkonto als eine Kreditkarte für Menschen, die viel im außereuropäischen Ausland reisen.