Auch die Buchungen für den Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) gehen steil nach oben. Foto: dpa

Wer in den Sommerferien verreisen will, muss rasch handeln. Da für die Berliner Urlaubsziele wie Italien, Spanien oder Griechenland wegen Corona unsicher sind, kommt vor allem Deutschland als Reiseland infrage. Und dort hat schon der Kampf um die Ferienunterkünfte begonnen. Schnell buchen, sonst ist der Zug abgefahren, heißt jetzt die Devise.

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Der Andrang ist groß. Nicht nur die Berliner orientieren sich für die Ferien (25. Juni bis 7. August) auf deutsche Reiseziele um. Experten schätzen, dass etwa 70 Prozent der Bundesbürger, die vor Corona den Sommerurlaub im Ausland verbrachten, nun nach Quartieren im Heimatland suchen.

Ostsee statt Mittelmeer ist gefragt. „Als Mecklenburg-Vorpommern verkündete, zu Pfingsten den Tourismus zu eröffnen, stieg bei uns sofort die Anfrage nach den Unterkünften an“, sagt Anett Bierholz, Chefin des Verbandes der Ostseebäder. Selbst wenn Hotels oder Ferienwohnungen noch nicht ganz zu 100 Prozent ausgelastet seien, rät sie: „Man sollte nicht lange warten, sondern schon jetzt nach Quartieren fragen, bevor es eng wird.“

Stammgäste haben an der Küste bereits vorgebucht

Über 450.000 Betten und Übernachtungsmöglichkeiten auf Campingplätzen bietet Mecklenburg-Vorpommern. „Innerhalb Deutschlands waren wir schon vor  Corona das Reiseland Nummer eins“, sagt Tourismusverbandschef Tobias Woitendorf. „Wir haben schon jetzt einen guten Vorbuchungsstand, vor allem durch Stammgäste.“ Ähnlich sei dies auch in Schleswig-Holstein.

Die  Plätze an der Küste sind noch begehrter als sonst, wenn Hotels und Pensionen nur 60 Prozent der Zimmer vermieten dürfen. Frühbucher und Stammgäste sollten bevorzugt behandelt werden, so Thomas Bareiß, Tourismus-Beauftragter der Bundesregierung.

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„Öffnung zu Pfingsten ist nur eine Testphase“

Ein Risiko gibt es: „Die Öffnung zu Pfingsten ist nur eine Testphase“, sagt Tourismuschef Woitendorf. „Nur wenn es keinen Anstieg der Infektionen gibt, ist der Sommerurlaub bei uns möglich.“ Verordnungen könnten sich in der Corona-Krise schnell ändern, warnt er. Das sollte man bei den Buchungen bedenken. Gratis-Stornierungen seien aber möglich.

Anders in den Bergen: In Bayern und Thüringen könne man sicher Sommerurlaub machen, erklären die jeweiligen Tourismusverbände. Dementsprechend ist auch dort die Nachfrage nach Unterkünften groß.